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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Champions League Dortmunder Abwehr streikt in Piräus

 ·  In Piräus verliert Dortmund mit 1:3 und verpasst den Start einer erfolgreichen Aufholjagd in der Champions League. Nur Lewandowski trifft. Nun ist auch die Europa League in Gefahr.

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Es sollte der große Befreiungsschlag in der Champions League werden, und die Vorzeichen standen gut: Der deutsche Meister Borussia Dortmund war schließlich in der Bundesliga nach einem holprigen Start in Tritt gekommen. Aus den Träumen von einer Aufholjagd in der Champions League wurde aber nichts - nach der Niederlage in Marseille verloren die Borussen nach vielen Fehlern in der Abwehr auch bei Olympiakos Piräus 1:3 und blieben den Beweis internationaler Klasse schuldig.

„Wir müssen uns Kritik gefallen lassen“, sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc, der vor allem mit dem Auftreten in der zweiten Halbzeit unzufrieden war. „Uns war klar, dass die Champions League eine große Herausforderung für uns wird. Wir haben bewusst auf unsere junge Mannschaft gesetzt. Aber wir dachten, dass der Reifeprozess schneller vonstatten geht.“

900 Dortmunder Fans trotz des Generalstreiks

Rund 900 Dortmunder Fans hatten trotz des Generalstreiks den Weg ins Stadion gefunden. Viele waren aber sicherheitshalber im Hotel in der Innenstadt geblieben, in dessen unmittelbarer Nähe es nach einer Demonstration zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen war. „Es war eine Extremsituation. Das Mannschaftshotel ist etwas außerhalb, da haben wir nichts mitbekommen. Aber viele Mitarbeiter und einige Sponsoren waren mittendrin in den Auseinandersetzungen“, sagte der Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem Spiel.

Auf dem Platz schien die Borussia von all den Geschehnissen in Athen unbeeindruckt. Auch bei diesem vermutlich wegweisenden Spiel, das die Borussia im Grunde unbedingt gewinnen musste, war der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp dem Jugendstil der Borussia treu geblieben. Für Sebastian Kehl, den einzigen Feldspieler mit Erfahrung in der Champions League, rückte diesmal Gündogan neben Sven Bender ins defensive Mittelfeld, was den Dortmunder Altersdurchschnitt auf 22,9 Jahre drückte.

Trotzdem blieb aber zunächst alles wie bei den beiden vorherigen Partien in der Champions League. Die Borussia war von Beginn an die auffälligere Mannschaft, die Borussia erspielte sich nach fünf Minuten eine erste Riesenchance, als Kagawa nach Lewandowskis gefühlvollem Kopfballzuspiel den Ball über Torwart Costanzo, aber auch über das Tor hob - und die Borussia lag nach acht Minuten auch im dritten Champions League-Spiel wieder zurück.

Olympiakos nutzte durch den Kopfball des ehemaligen Münchner Löwen Holebas den ersten Fehler der Dortmunder Abwehr gleich zum Führungstreffer. Alles wie gehabt also.

Rund eine Viertelstunde benötigen die Westfalen danach, um sich von diesem Rückschlag zu erholen, aber danach kam das Angriffsspiel wieder in Gang. Die Abwehr von Olympiakos Piräus, in der Trainer Valverde gleich alle vier Positionen mit gelernten Innenverteidigern besetzt hatte, schien schließlich anfällig gegen schnelle Attacken und war vor allem über die Außenbahnen in Schwierigkeiten zu bringen. Das war nach 26 Minuten bestens zu besichtigen, als Götze von rechts auf Lewandowski flankte und der Pole von der Strafraumgrenze zum 1:1 traf.

Wieder ein Abwehrfehler

Das Spiel schien nun wieder in die richtigen Bahnen gelenkt, aber wenn bei den Dortmunder Auftritten auf internationaler Bühne auf eines Verlass ist, dann auf seltsame Abwehrfehler der Borussen. Mirallas konnte zwar nach 37 Minuten das nächste unerklärliche Durcheinander in der Hintermannschaft der Westfalen nicht nutzen, als er den Ball aus kurzer Entfernung über das Tor köpfte.

Auf die nächste Möglichkeit musste Olympiakos aber nicht lange warten - sie bot sich nur drei Minuten später trotz deutlicher Überzahl der Dortmunder in der Verteidigung. Djebbour kam trotzdem an den Ball, umkurvte Subotic, Hummels rutschte aus, Weidenfeller brachte die abwehrenden Hände nicht richtig an den Ball, und prompt führten die Griechen nach dem zweiten Schuss auf das Tor 2:1.

Der Torschütze hätte sogar noch vor der Pause Dortmund endgültig in die Sinnkrise stürzen, als Olympiakos nach demselben Muster die nächste Chance serviert bekam, aber sein Schuss verfehlte das Ziel um ein paar Zentimeter.

Nach dem Wechsel bot sich zunächst ein altbekanntes Bild. Der Gegner zog sich zurück, wartete auf Konter. Die Borussia bestimmte die Partie und kam natürlich auch zur ersten Chance, aber Costanzo war schnell genug aus dem Tor geeilt, um vor Lewandowski zu klären. Klopp versuchte die Partie mit noch mehr jugendlicher Frische zu wenden - für Gündogan kam der 18 Jahre alte Moritz Leitner nach 57 Minuten in die Partie und damit zu seinem Debüt in der Champions League.

Reicht es nicht mal für die Europa League?

Doch Lücken in der Olympiakos-Abwehr fanden die Dortmunder kaum noch in dieser zweiten Halbzeit, zudem mussten sie bei den Kontern immer auf der Hut sein. Das allerdings waren sie nicht, wie sich in der 79. Minute zeigte, als Modesto per Kopf zum 3:1 traf. Anders als in den ersten beiden Spielen konnte die Borussia nach dem wiederum bitteren Abend nicht einmal in Anspruch nehmen, als bessere Mannschaft unglücklich verloren zu haben.

„Man muss klar sagen, dass war heute zu wenig“, sagte Trainer Jürgen Klopp. „Entweder wir stellen die Fehler ab, oder wir punkten nicht in der Champions League. Warum das so passiert, ist mir direkt nach dem Spiel noch nicht klar.“ Nach dieser Niederlage muss sich der deutsche Meister sogar sorgen, am Ende der Gruppenphase zumindest den dritten Platz und damit die Qualifikation für die Europa League zu erreichen.

Olympiakos Piräus - Borussia Dortmund 3:1 (2:1)

Olympiakos Piräus: Costanzo - Modesto, Avraam Papadopoulos, Mellberg, Marcano - Makoun (73. Maniatis), Orbaiz - Miralles (90.+1 Fetfatzidis), Ibagaza, Holebas - Djebbour (87. Pantelic)
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Gündogan (56. Leitner) - Götze (82. Großkreutz), Kagawa (66. Blaszczykowski), Perisic - Lewandowski
Schiedsrichter: Nijhuis (Niederlande)
Zuschauer: 33.296
Tore: 1:0 Holebas (8.), 1:1 Lewandowski (26.), 2:1 Djebbour (40.), 3:1 Modesto (78.)
Gelbe Karten: - / Schmelzer

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