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Champions League Die Bayern ziehen ins „Finale“ von Turin ein

26.11.2009 ·  Dank der Schützenhilfe von Girondins Bordeaux darf der FC Bayern weiter auf den Klassenerhalt in der Champions League hoffen. Die Münchner brauchen im Kampf gegen den Abstieg in die Europa League nach dem dürftigen 1:0-Sieg gegen Haifa einen Sieg bei Juventus Turin.

Von Elisabeth Schlammerl, München
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Der FC Bayern München darf wieder auf eine Verlängerung seines Engagements in der Champions League über das Jahresende hinaus hoffen. Mit dem 1:0-Sieg am Mittwoch im vorletzten Gruppenspiel gegen Maccabi Haifa hat der deutsche Rekordmeister vor 58.000 Zuschauer im eigenen Stadion die erste Voraussetzung dafür geschaffen, dass der Ausflug in zwei Wochen nach Turin nicht nur eine lästige Dienstreise ist, sondern das Erreichen des Achtelfinale wieder in Reichweite kommt.

Die zweite Bedingung erfüllte Girondins Bordeaux gegen Juventus Turin. Der bereits fürs Achtelfinale qualifizierte französische Gruppensieger besiegte den Münchner Rivalen im Kampf um den Klassenerhalt in der Champions League mit 2:0. Die Italiener spielen nun mit den Münchnern am 8. Dezember in Turin den zweiten Platz der Gruppe A aus.

Der Tag hatte allerdings unruhig begonnen für den FC Bayern, mit neuen Nachrichten vom aufmüpfigen Luca Toni. Die „Bild“-Zeitung hatte gemeldet, dass der Italiener von Louis van Gaal suspendiert worden war. Der Verein wollte dies zwar nicht bestätigen, der Stürmer war offiziell wieder wegen einer angeblichen Verletzung nicht im Kader. Aber Toni arbeitet schon seit zwei Wochen sehr vehement auf einen Rauswurf hin, und die neuerliche Trainer-Kritik lässt van Gaal beinahe keine andere Wahl, als dem Wunsch Tonis zu entsprechen.

Zudem hatte Sportdirektor Christian Nerlinger in der „Sportbild“ den Druck auf den Trainer erhöht und vier Siege in den vier Bundesligaspielen bis zur Weihnachtspause gefordert. Vermutlich geht aber auch die Partie gegen Haifa in die Bewertung van Gaals ein.

Nervöse Bayern

Zunächst sah es nicht so aus, als würde der Holländer Pluspunkte sammeln können an diesem Mittwochabend. Die Bayern begannen so, wie sie sich schon in den vergangenen Spielen präsentiert hatten: Nervös, verunsichert und ängstlich. Die Israelis, die in den vier Begegnungen der Vorrunde zuvor kein Tor erzielt hatten, schienen in München nicht mit aller Macht das bisher Versäumte nachholen zu wollen. Eher vorsichtig verhielten sie sich, waren womöglich überrascht, dass ihnen der Ball immer wieder mal vor die Füße gespielt wurde.

Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis sich die Münchner etwas fingen, Ballverluste und Fehlpässe seltener wurden. In der 17. Minute bot sich dem FC Bayern die erste gute Gelegenheit: Mario Gomez passte mit viel Übersicht nach außen in den Lauf von Kapitän Mark van Bommel, und der Holländer schob den Ball gefühlvoll und präzise zurück in die Mitte zu Gomez. Der frühere Stuttgarter verpasste das Ziel nur um ein paar Zentimeter. Sieben Minuten später schoss der Stürmer aus 20 Metern und wieder landete der Ball knapp neben dem linken Pfosten.

Bordeaux-Führung sorgt für Stimmungsumschwung

Wie sehr die schwachen Leistungen, sieglosen Spiele und Diskussionen der vergangenen Wochen Spuren hinterlassen haben in der Bayern-Mannschaft, offenbarte Thomas Müller nach einer halben Stunde. Statt in aussichtsreicher Position im Strafraum selbst zu schießen, spielte er lieber auf Danijel Pranjic, allerdings viel zu steil, und so verpuffte auch diese Aktion. Haifa kam in dieser Phase des Spiel kaum einmal mehr aus der eigenen Hälfte, aber Dominanz und Ballbesitz alleine, das hat der FC Bayern in dieser Saison schon öfters erfahren müssen, bringen eben noch keine drei Punkte. Das Publikum übte wenig Nachsicht, bei jedem kleinen Fehler gab es Pfiffe. Die Fans, sie glaubten offenbar nicht mehr an gutes Ende.

Erst nach einer knappen Stunde änderte sich das, da erschien auf der Videoleinwand das Zwischenergebnis aus Bordeaux, und die Führung der Franzosen gegen Turin sorgte für ein wenig Stimmung im Stadion. Die Bayern ließen sich zunächst nicht davon anstecken, spielte bemüht aber wenig inspiriert. Schweinsteiger wollte an diesem Abend kaum etwas gelingen, van Bommel beschränkte sich aufs Ordnen, und die Außenspieler Müller und Pranijc waren bemüht aber wenig effektiv.

Die Führung in der 62. Minute war dennoch hochverdient. Den Schuss von Gomez hatte Haifas Torwart Davidovitch noch abwehren können, beim Abstauber von Olic, der für den wegen einer Ellbogenverletzung fehlenden Klose in die Anfangself gerückt war, war er machtlos. Die Führung wirkte erst einmal wie eine Befreiung, aber das Spiel der Münchner, vor allem im Mittelfeld, wurde dadurch nicht viel besser. Die emotionalste Szene der letzen halben Stunde war die Auswechslung des Torschützen. Als Olic Platz machte für Timoschtschuk wurde er mit viel Applaus verabschiedet.

Bayern München - Maccabi Haifa 1:0 (0:0)
Bayern München:
Butt - Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber - van Bommel, Schweinsteiger, Pranjic (70. Ottl) - Müller, Gomez, Olic (81. Timoschtschuk)
Maccabi Haifa:
Davidovitch - Meshumar, Maymon, Keinan, Masilela - Osman (74. Golasa), Culma (69. Refaelov), Kayal, Ghadir - Dwalischwili (63. Arbeitman), Katan
Schiedsrichter: Thomson (Schottland)
Zuschauer: 58.000
Tor: 1:0 Olic (62.)
Gelbe Karten: - / Arbeitman, Masilela

Quelle: F.A.Z.
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