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Champions League Bremen dank Pizarro und Rosenberg im Uefa-Cup

10.12.2008 ·  Sie stiegen ab aus der Champions League - und jubelten dennoch. Durch einen 2:1-Sieg gegen Inter Mailand schloss Werder Bremen die Gruppenphase als Dritter ab und spielt im Uefa-Cup weiter. Pizarro und Rosenberg trafen für Werder.

Von Frank Heike, Bremen
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Es war ein versöhnlicher Abschied von der Champions League 2008/2009. Nach zuvor fünf sieglosen Spielen in der Gruppe B gewann Werder Bremen am Dienstagabend gegen den italienischen Meister Inter Mailand 2:1. Damit erreicht Werder zwar nicht mehr viel in der kontinentalen Königsklasse, doch zumindest im kleineren Uefa-Pokal darf Bremen im neuen Jahr weitermachen - durch den Sieg hat sich Werder als Gruppendritter für das Sechzehntelfinale in der zweiten europäischen Spielrunde qualifiziert (siehe auch: Der 6. Spieltag der Champions League im Überblick). Die Tore des Abends gegen 75 Minuten lang lustlose Mailänder gelangen Claudio Pizarro in der 63. Minute und Markus Rosenberg in der 82. Minute, während Ibrahimovic (88.) den Mailänder Treffer erzielte.

Werder profitierte von der Niederlage des Gruppenrivalen Anorthosis Famagusta bei Panathinaikos Athen. Zwar war die erste Halbzeit schwach, Werder bemüht, aber irgendwie hilflos, doch der mutigere zweite Durchgang mit einigen guten Chancen für Pizarro versöhnte mit vielen schwachen Auftritten der Bremer in dieser Champions League-Kampagne auch vor eigenem Publikum. Die Fans auf jeden Fall waren nach dem 2:1 so zufrieden, dass sie schon vom Sieg des Uefa-Pokals sangen.

Wo ist das kreiselnde Bremer Direktspiel geblieben?

Die bezeichnende Szene der ersten Halbzeit sah Aaron Hunt in der Hauptrolle. Einen bis dahin schwungvoll vorgetragenen Angriff wollte der Bremer Mittelfeldspieler durch ein gekonntes Anspiel in die Spitze veredeln - trat den Ball aber ins Niemandsland (40. Minute). Da fasste sich Hunt an den Kopf. Fassungslos, wie das passieren konnte.

Champions League: Bremen dank Pizarro und Rosenberg im Uefa-Cup

Ganz so schlimm wie in dieser Situation war das Bremer Spiel zunächst nicht, aber man fragte sich wieder einmal: Wo ist das kreiselnde Bremer Direktspiel geblieben, das den Klub über Jahre auch international ausgemacht hat? Fast alle Angriffe wurde langsam und im Breitwandformat vorgetragen, Tempo war kaum im Spiel. Und gegen eine abgezockte Truppe wie den italienischen Tabellenführer erreicht man so gar nichts.

Bremen beweist, dass Mailand nicht unverwundbar ist

Sicher, der Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf konnte man keinen Vorwurf machen. Ohne Spielmacher Diego (gesperrt) und die Verletzten Hugo Almeida und Naldo versuchte das Team, was derzeit in seinen Möglichkeiten steckt. Doch Hunt und Diego-Ersatz Mesut Özil brachten gegen die Inter-Profis wenig zustanden. Gerade auf Özil richteten sich die Blicke, denn nachdem Diego wegen seiner Tätlichkeit im Bundesligaspiel beim KSC am Dienstag für vier Spiele gesperrt wurde, wird Özil Werder in den nächsten Ligapartien im Mittelfeld führen.

Der andere „Täter“ vom Wildpark war an diesem nasskalten Dienstagabend dabei: Claudio Pizarro, ligaintern für drei Spiele verbannt nach seinem Wischer von Karlsruhe, war zunächst der einzige bei Werder, der so etwas wie internationale Klasse zeigte. Er bewies auch, dass Inter nicht unverwundbar ist.

Vor allem Pizarro wollte sich nicht kampflos ergeben

Ein paar gute Pässe, ein paar gute Bewegungen, Pizarro spielte ordentlich - und wäre in der 44. Minute beinahe belohnt worden, als er einen Eckball von Özil in Richtung Inter-Tor köpfte. Dort aber parierte Julio Cesar gekonnt. Die letzten Minuten vor der Pause waren die besten bis dahin; Werder machte Druck und kam wenigstens mal in den Mailänder Strafraum. So gab es zur Pause wenigstens aufmunternden Beifall der 35.000 Zuschauer. Inter, schon für das Achtelfinale qualifiziert, hatte im Grunde nichts gemacht, als das Spiel laufstark zu ersticken.

Nach der Pause war Werder mutiger und versuchte, Inter von Beginn an unter Druck zu setzen. Auch Hunt spielte nun viel besser. Schnell merkte man, dass gegen dieses ultradefensive Mailand etwas möglich sein würde, käme nur etwas mehr Courage in die Aktionen. Vor allem Pizarro wollte sich nicht kampflos ergeben: zunächst vergab er in der 49. Minute eine gute Tormöglichkeit. Den Pass von Boenisch setzte er über das Tor.

Ibrahimovic kann für Inter nur noch auf 2:1 verkürzen

Nach einer Schrecksekunde - Fritz wehrte Burdissos Kopfball auf der Linie ab (55.), kam die nächste Chance für Pizarro. Gekonnt legte er den Ball an seinem Gegenspieler vorbei und knallte mit links aufs Tor - Julio Cesar hielt (58.). Nichts zu machen gab es für Inters Torhüter in der 63. Minute.

Erst schoss Özil, Cesar ließ den Ball prallen, und Pizarro gelang das 1:0 für Werder Bremen. Danach erinnerte Werder mit seinem Spiel plötzlich wieder an alte Europapokalabende und erzielte durch Rosenberg noch den zweiten Treffer. Der eingewechselte Ibrahimovic konnte nur noch auf 2:1 verkürzen.

Werder Bremen - Inter Mailand 2:1 (0:0)
Bremen:
Wiese - Fritz, Mertesacker, Prödl, Boenisch - Frings - Vranjes (89. Niemeyer), Hunt - Özil (90.+2 Jensen) - Rosenberg, Pizarro. - Trainer: Schaaf
Mailand: Julio Cesar - Maicon, Cordoba, Materazzi (46. Maxwell), Zanetti - Cambiasso, Muntari (71. Balotelli), Burdisso - Mancini, Adriano (46. Ibrahimovic), Quaresma. - Trainer: Mourinho
Schiedsrichter: Peter Vink (Niederlande)
Tore: 1:0 Pizarro (63.), 2:0 Rosenberg (81.), 2:1 Ibrahimovic
Zuschauer: 35.000
Gelbe Karten: Frings, Fritz - Muntari, Balotelli

Quelle: FAZ.NET
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