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Champions League Bayern gefangen in der Inter-Falle

 ·  Auf internationaler Ebene hat es nicht gereicht für den deutschen Fußball-Meister. Bayern München verliert im Finale der Champions League mit 0:2 gegen Inter Mailand. Milito heißt der Mann des Abends in Madrid - der Argentinier schießt beide Tore.

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Aller guten Dinge sind drei lautete die Losung dieses großen europäischen Fußballabends. Doch eingelöst hat diese Formel am Samstagabend im Madrider Bernabéu-Stadion nicht der FC Bayern München, sondern Italiens Champion und Pokalsieger Inter Mailand.

Die Mannschaft von Trainer José Mourinho beherrschte das Champions-League-Finale gegen den deutschen Mister und Pokalgewinner und siegte schließlich unangefochten und verdientermaßen 2:0 durch zwei Tore des überragenden Argentiniers Diego Milito (35. und 70. Minute).

Für die Münchner wurde es also nichts mit dem für deutsche Verhältnisse einmaligen Triple, wohl aber für die Lombarden. Schade auch für die Fußball-Bundesliga, die weiter warten muss auf den vierten Startplatz in der europäischen Meisterklasse. Gegen den defensiv enorm stabilen und offensiv jederzeit gefährlichen Fußball der Mailänder kamen die Münchner am ersten Finalsamstag in der Champions League nicht an. Es bleibt also bei vier Siegen in der europäischen Premium-Konkurrenz. Zumindest in dieser Kategorie bleiben die Bayern Inter voraus, das nach 45 Jahren Europas Vereinsthron wieder erklomm und damit zum dritten Mal die in der Madrider Nacht glitzernde Trophäe eroberte.

„Im Finale entscheiden Details, kleine Dinge“

Einem heißen Tag in Madrid sollte ein möglichst heißes Champions-League-Finale folgen. Das war der Herzenswunsch der Fans in Rot und Weiß wie der in Blau und Schwarz. Jeweils rund 20.000 Anhänger der Münchner und Mailänder sorgten da, wo sonst die Weltfußball-Institution Real daheim ist, für die Hochstimmung in der mit 74.954 Zuschauern restlos ausverkauften Traditionsarena. Welcher Fußball sich an diesem Samstagabend durchsetzen würde, war die große Preisfrage. Das attraktive, offensive, fließende Spiel der Bayern oder die defensiv grundierte, auf Konter und blitzartige Attacken angelegte Art von Inter?

„Im Finale“, hatte der Münchner Kapitän van Bommel vorhergesagt, „entscheiden Details, kleine Dinge.“ Inter widerlegte von Anfang an die Vermutungen, dass sich das Team ohne einen einzigen Italiener erst einmal zurückziehen werde. Mailand griff die Münchner erst einmal an. Und schon da setzten der, wie sich zeigen sollte, überragende holländische Spielmacher Sneijder und der wuchtige argentinische Angreifer Milito die ersten Alarmzeichen.

Abstoß Julio Cesar, Kopfballvorlage Milito, Pass Sneijder, Tor Milito

Dann aber fassten die Bayern langsam Fuß in der eine halbe Stunde nach einem Geduldsspiel anmutenden Begegnung. In die langen, aber auch wenig bedrohlichen Passfolgen der Münchner mischte der Starsolist Robben gelegentliche Gefahrenmomente, wenn er seinem Gegenspieler Chivu Mal um Mal entwischte. Doch wenn der Rumäne ausgespielt war, standen eben andere Mailänder in dieser ausgefuchsten Mannschaft bereit, auch die zartesten Ansätze Münchner Angriffsmuts zu unterbinden. Welche Klasse das Team von Trainer José Mourinho in den Augenblicken besitzt, wenn es selbst zuschlagen kann, zeigte die 35. Minute exemplarisch: Abstoß Julio Cesar, Kopfballvorlage Milito - der Demichelis stehen ließ - Pass Sneijder zum weitergelaufenen Argentinier - Tor Milito. Die beiden hebelten die Bayern-Abwehr nach Lust und Laune aus, so dass Butt keine Chance gegen den Schuss über ihn hinweg hatte.

Noch einmal ließen die zwei zielstrebig kombinierenden Mailänder die Münchner Innenverteidiger van Buyten und Demichelis schlecht aussehen, doch diesmal parierte Butt Sneijders Schuss (43.). Ein 2:0 zur Pause wäre richtungweisend gewesen; das 0:1 ließ den bis dahin schwächeren und nach dem Treffer von Milito für ein paar Minuten konsternierten Bayern noch eine Chance zur Wende.

Was sagen 65 Prozent Ballbesitz schon aus?

Und tatsächlich riskierte van Gaals Mannschaft in der zweiten Halbzeit etwas mehr. Müller besaß gleich nach dem Wiederanpfiff die große Gelegenheit, scheiterte aber frei vor Julio Cesar am brasilianischen Nationaltorwart. Im Gegenzug hielt der starke Butt sein Team im Spiel, als er Pandews Schuss über die Latte lenkte (47.). Die Partie gewann an Attraktivität, wogte hin und her, doch an den Kräfteverhältnissen änderte sich nur wenig. Inter Mailand hielt die Partie unter Kontrolle und geriet fürs erste nur bei Robbens Schuss, dem Julio Cesar (65.) im Wege stand, in größere Not.

Doch einen Angreifer wie Diego Armando Milito hatte Bayern eben nicht zu bieten. Der Argentinier vollendete einen lehrbuchhaften Konter über Eto'o, störte sich nicht weiter an van Buyten und erzielte mit einem halbhohen Schlenzer ins lange Eck das 2:0 (70.). Damit war der Münchner Traum vom Triple endgültig geplatzt - gegen eine Mannschaft, die sich diesen Finalsieg spielerisch, kämpferisch, taktisch und strategisch verdiente. Nach einer imponierenden, teils auch vom Glück begleiteten Reise durch Europa war dieser Gegner an der Endstation zu stark für den FC Bayern. 65 Prozent Ballbesitz hatten zwar die Münchner, aber kaum einmal entwickelten sie die Durchschlagskraft, um Inter wirklich gefährden zu können.

Bayern München - Inter Mailand 0:2 (0:1)
München:
Butt - Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber - van Bommel, Schweinsteiger - Robben, Müller, Altintop (63. Klose) - Olic (74. Gomez). - Trainer: van Gaal
Mailand:
Julio Cesar - Maicon, Lucio, Samuel, Chivu (68. Stankovic) - Zanetti, Cambiasso - Sneijder - Eto“o, Milito (90.+2 Materazzi), Pandev (79. Muntari). - Trainer: Mourinho
Schiedsrichter:
Howard Webb (England)
Tore:
0:1 Milito (35.), 0:2 Milito (70.)
Zuschauer in Madrid:
74.954 (ausverkauft)
Gelbe Karten:
Demichelis, van Bommel - Chivu

Quelle: FAZ.NET
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