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Champions League Bayern folgt Dortmund ins Traumfinale

Am Ende muss man Mitleid mit Barcelona haben: Der FC Bayern entzaubert die Spanier ein zweites Mal. Barça kapituliert beim 0:3 und lässt Messi auf der Bank. Nun kommt es gegen Dortmund zum deutschen Finale in Wembley.

© REUTERS Vergrößern Zusammen nach Wembley: Der FC Bayern spielt auch in Barcelona wie aus einem Guss

Einmal hat Jupp Heynckes mit seinem Team einen Viertore-Vorsprung in Spanien verspielt, das war 1985 im Uefa-Cup mit Borussia Mönchengladbach, ein 0:4 nach 5:1 im Hinspiel gegen Real Madrid - „der schlimmste Moment meiner Karriere“, erinnerte er sich vor diesem Halbfinal-Rückspiel in Barcelona, „ich wollte kein Trainer mehr sein“. Es folgten dann aber doch noch 28 fruchtbare Trainerjahre, die nun auf grandiose Weise gekrönt werden können: mit dem Gewinn der Champions League. Denn Heynckes hat, diesmal mit dem FC Bayern, am Mittwoch nicht noch einmal einen Hinspielsieg mit vier Toren Vorsprung verspielt.

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Dem 4:0 aus dem Hinspiel ließ der neue deutsche Meister vor 96.000 Zuschauern im Camp Nou vielmehr einen hoch verdienten 3:0-Sieg folgen und komplettierte damit einen einmaligen Tag für den deutschen Fußball. Im Wembley-Stadion von London kommt es am 25. Mai (20.45 Uhr / Live im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET) zwischen den Bayern und Borussia Dortmund zum ersten rein deutschen Finale in der 58-jährigen Geschichte des wichtigsten europäischen Fußballwettbewerbs.

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Damit steht fest, dass zum ersten Mal seit dem Champions-League-Sieg der Bayern 2001 eine deutsche Mannschaft wieder einen internationalen Titel gewinnen wird. Für die Bayern ist es nach den Finalniederlagen gegen Inter Mailand 2010 und den FC Chelsea 2012 bereits das dritte Endspiel binnen vier Jahren in der Champions League.

Die letzten Zweifel am Weiterkommen zerstreute Arjen Robben mit seinem ansehnlichen Führungstreffer in der 49. Minute. Ein Eigentor von Verteidiger Gerard Piqué (72. Minute) und ein Kopfball von Thomas Müller (76.) komplettierten die Demütigung des bisher stets als weltbestes Team bezeichneten FC Barcelona.

Noch eine Demütigung Wembley, wir kommen: Robben zerstreut mit seinem Führungstor letzte Zweifel © REUTERS Bilderstrecke 

Auch das zweite Tagesziel neben dem Weiterkommen erreichte das Team von Heynckes auf souveräne Weise: Keiner der drei vorbestraften Spieler, weder Philipp Lahm noch Bastian Schweinsteiger noch Javi Martinez, kam während der Partie gegen die zur Harmlosigkeit degradierten Katalanen auch nur in die Nähe einer Gelben Karte, die eine Sperre für das Finale bedeutet hätte.

Vor der Partie hatte die Sportzeitung „El Mundo Deportivo“ den Glauben an den Wunderheiler des kränkelnden Barca-Fußball beschworen: „Mit Leo ist alles möglich“. Denn am Wochenende hatte Lionel Messi von seiner Oberschenkelverletzung, die ihn in München sichtlich behindert hatte, nicht mehr viel spüren lassen und sein 44. Saisontor in der spanischen Liga erzielt.

Gefahr geht nur von den Münchnern aus

Doch dann hieß es im Camp Nou: Ohne Leo ist nichts möglich. Als rund eine Stunde vor der Partie die offizielle Aufstellung bekannt wurde und überraschend der Name des viermaligen „Welt-Fußballers“ fehlte, näherte sich die ohnehin schon vermessene katalanische Hoffnung auf eine Wende dem Nullpunkt.

Gefahr ging von Beginn an fast nur von den Münchnern aus, die sich einige zügige Konter erspielten, die Chancen aber zunächst etwas unkonzentriert vergaben. Nach acht Minuten schloss Philipp Lahm einen Schnellangriff nach langem Spurt zu eigensinnig ab, sein Schuss blieb hängen. Nach zwölf Minuten spielte der glänzende Regisseur Bastian Schweinsteiger einen wunderbaren Direkt-Steilpass auf Robben, der von der Mittellinie allein aufs Tor zulaufen konnte, sich jedoch den Ball erst auf den linken Fuß legen musste und deshalb von Piqué noch abgefangen werden konnte.

Wo blieb das Aufbäumen des großen FC Barcelona? Torwart Manuel Neuer bekam kaum Arbeit, weil seine Vorderleute durch aufmerksame, fleißige Defensivarbeit den Katalanen die Räume fürs Kombinieren nahmen. So musste eine Einzelaktion von Pedro her, um Neuer dann doch einmal zu beschäftigen. Der Torwart lenkte den strammen 25-Meter-Schuss zur Ecke (24.). Die beste Gelegenheit von Barca bekam dann Xavi nach einem Kopfballabpraller. Der Spielmacher setzte seinen Volley-Abschluss aus zehn Metern zu hoch an und raufte sich die Haare (27.).

Der fehlende Elan des ratlosen Barca-Teams übertrug sich auf die Barca-Fans, immer deutlicher übertönten die 6000 Bayern-Anhänger die fast 90.000 Heimzuschauer. Spätestens von der 47. Minute hatten die Gäste dann nicht nur die spielerische, auch die akustische Oberhoheit. David Alaba schlug einen langen Diagonalpass auf den rechten Flügel, von wo Arjen Robben mit seinem Lieblingslaufweg nach innen zog, sich den Ball auf den linken Fuß legte und ihn an Aushilfsverteidiger Adriano vorbei stramm zum 0:1 in den linken Torwinkel jagte.

Eine Wachablösung im europäischen Fußball?

Der Rest war aktives Schonprogramm. Heynckes nahm Schweinsteiger, Martinez und Lahm aus dem Spiel, Tito Vilanova wechselte Xavi und Iniesta aus. Doch die Demütigung für Barca war noch nicht komplett. Eine scharfe Hereingabe von Franck Ribéry lenkte Piqué ins eigene Netz. Eine schöne Flanke wieder von Ribéry drückte Müller an Torwart Valdes vorbei zum 0:3. An diesem Abend in Barcelona sah es nicht nur nach einem großen Sieg aus, sondern nach einer Wachablösung im europäischen Fußball.

FC Barcelona - Bayern München 0:3 (0:0)

FC Barcelona: Valdés - Dani Alves, Piqué, Bartra (87. Montoya), Adriano - Song, Xavi (55. Alexis Sánchez), Iniesta (64. Thiago) - Villa, Fàbregas, Pedro Rodríguez
Bayern München: Neuer - Lahm (77. Rafinha), van Buyten, Boateng, Alaba - Javi Martínez (74. Timoschtschuk), Schweinsteiger (66. Luiz Gustavo) - Robben, Müller, Ribéry - Mandzukic
Schiedsrichter: Skomina (Slowenien)
Zuschauer: 96.000
Tore: 0:1 Robben (48.), 0:2 Piqué (72./Eigentor), 0:3 Müller (76.)
Gelbe Karten: Dani Alves, Piqué / Robben

Quelle: FAZ.NET

 
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