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Champions League Auf dieses Spiel wartet die Fußballwelt

Schon im Achtelfinale der Champions League treffen mit Manchester United und Real Madrid die beiden größten Klubs der Welt aufeinander - und zwei befreundete Trainer.

© AP Vergrößern Real-Coach Mourinho: Für wen schließt sich die Tür der Champions League?

Für José Mourinho ist es „das Spiel, auf das die Welt wartet“. Für Alex Ferguson „das Duell der beiden größten Klubs der Welt“ (20.45 Uhr live im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET). Und für alle anderen die Gelegenheit, die seltsamste Männerfreundschaft im europäischen Spitzenfußball zu erleben. Während Mourinho im Ruf steht, nur bei den Profis und Fans beliebt zu sein, mit denen er Titel feierte, hatte Ferguson schon frühzeitig einen Narren gefressen an dem jungen Rivalen, der ihn und Manchester United 2004 mit dem FC Porto aus der Champions League warf.

Christian Eichler Folgen:  

Rechtzeitig vor dem 15. Duell der beiden erfolgreichsten Klubtrainer der Welt (Mourinho verlor nur zwei davon) tauchen in Englands Presse und Fernsehen nun wieder die Bilder des jungen Mourinho auf, der nach Costinhas entscheidendem Tor in der 90. Minute in der Pose eines Rockstars auf den Knien seines Maßanzugs jubelnd über den Rasen des Old Trafford rutschte.

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Beide bekunden einander öffentlich ihre Sympathie und treffen sich vor Duellen ihrer Teams im Trainerbüro auf ein Glas Rotwein. „Ich bin stolz auf diese Freundschaft“, sagte Mourinho am Sonntag bei einem Besuch in Manchester. Er studierte dort den Gegner, der an diesem Mittwoch zum ersten K.-o.-Knüller der Champions League nach Madrid kommt und 2:0 gegen Everton gewann.

Real gegen United, das verspricht Knalleffekte. Es treffen die beiden neben Lionel Messi gefährlichsten Stürmer der Welt, Cristiano Ronaldo und Robin van Persie, auf zwei zuletzt wackelige Abwehrreihen. Und auf zwei spanische Torhüter aus der zweiten Reihe. Während sich bei Ferguson der junge David de Gea auch im zweiten Jahr als Nachfolger von Edwin van der Sar noch nicht dauerhaft durchgesetzt hat, traute Mourinho dem jungen Antonio Adan, den er im Machtkampf bei Real benutzt und anstelle seines klubinternen Gegenspielers Iker Casillas ins Tor gestellt hatte, die große Aufgabe gegen United nicht zu.

Eigentor von Ronaldo

So verpflichtete er, nachdem sich Casillas am Daumen verletzte, den erfahreneren Diego Lopez aus Sevilla. Mit ihm kassierte Real gleich eine 0:1-Niederlage in Granada - durch ein Eigentor von Ronaldo.

Beide Teams haben in dieser Saison nicht besonders geglänzt. In der spielerisch stagnierenden Premier League reicht das United zu einem sicheren Vorsprung vor den blassen Verfolgern Manchester City und Chelsea, die sich in der Vorrunde der Champions League blamierten. Dagegen ist Real in der Primera División ohne Chance, seinen Titel zu verteidigen, denn Barcelona spielte die beste Vorrunde der Geschichte (18 Siege, ein Unentschieden - gegen Real). Daraus resultiert eine solch unterschiedliche Bilanz: zwölf Punkte Vorsprung für United, 16 Punkte Rückstand für Real.

Bild Ferguson © AFP Vergrößern Die Freuden des Alters: Sir Alex Ferguson hat Spaß bei der Arbeit mit den United-Stars

Deshalb steht im Stadion Bernabéu für Mourinho mehr auf dem Spiel als für Ferguson. Ihm bleibt nur noch die Champions League, um in Madrid nicht als gescheitert zu gelten. Deshalb muss er hoffen, dass United seinem Team nicht das zeigt, was es laut Ferguson den eigenen Fans in dieser Saison bisher oft zeigte: seine „sadistische Seite“. Weil United durch defensive Schwächen fast jedes Spiel spannend macht - und durch offensive Stärke fast jedes gewinnt. Zwölf der 24 Siege in der Premier und Champions League wurden nach einem Rückstand erzielt.

Gegenseitiges Kopfzerbrechen

Diese Kraft zur Wende verdankt sich der Torlaune von Robin van Persie, als Torschützenkönig vom FC Arsenal gekommen und in Manchester auf Anhieb genauso gefährlich - mit 19 Toren in 26 Ligaspielen. Und dem Zusammenspiel mit dem wiedererstarkten Wayne Rooney. Er kommt auf zehn Treffer in 18 Partien, und das, obwohl er zwei Elfmeter verschoss und diese Aufgabe künftig van Persie überlassen will. Reals Abwehrchef Sergio Ramos freut sich auf „das physische Duell“ mit Rooney, warnt aber: „Wenn wir den kleinsten Fehler machen, wirft uns United raus.“

Bild Mourinho © AFP Vergrößern Schaut ganz kritisch hin: José Mourinho (Mitte) als Zuschauer in Old Trafford

Das Kopfzerbrechen ist gegenseitig. Ferguson weiß allzu gut, welche Bedrohung seine oft fehlerhafte Abwehr erwartet, schließlich hat er Ronaldo sechs Jahre lang selbst ausgebildet. Gegen Sevilla am Samstag, als Mourinho mehrere Stammspieler wie Mesut Özil und Sami Khedira schonte, schoss Ronaldo Real mit drei Treffern zum 4:1-Sieg. Er kommt auf 182 Tore in 179 Spielen für Madrid.

Ferguson glaubt, dass Ronaldo sogar die „Galacticos“ überstrahlt, die 2002 den bislang letzten Champions-League-Titel für Real gewannen: „Figo, Zidane, Roberto Carlos, Raúl, keiner war so gut wie er.“ Immerhin hat Verteidiger Rio Ferdinand beim früheren Klubkollegen eine Schwäche ausgemacht: dass Ronaldo „in großen Spielen zu emotional“ sei, zu viel beweisen, zu sehr brillieren wolle.

Mann aller Superlative

Am brillantesten ist aber der, der gar nicht brillieren will, sondern sein Können dem Kollektiv unterordnet, so wie das in Manchester seit fast einem Vierteljahrhundert Ryan Giggs tut. Mit dem 1:0 gegen Everton verlängerte der 39 Jahre alte Evergreen eine Serie, die wohl niemand je übertreffen wird, ausgenommen vielleicht er selbst. Seit 1990 hat Giggs in allen 23 Spielzeiten in der höchsten englischen Liga mindestens ein Tor geschossen. „Für ihn gibt es keine Superlative mehr“, sagt Ferguson und nennt Giggs „einen großartigen Menschen“. Klingt ebenfalls nach einer bleibenden Männerfreundschaft.

Quelle: F.A.Z.

 
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