Favoriten-Siege aller Orten, nur Nationalkeeper Jens Lehmann erlebte mit dem FC Arsenal eine böse Überraschung. „Der Kalte Krieg mag vorüber sein, aber Arsenals russische Eiszeit hält an“, schrieb das englische Boulevardblatt „The Sun“ und meinte damit auch den Zorn des Vorjahresfinalisten auf den Schiedsrichter. Durch die 0:1-Niederlage bei ZSKA Moskau verpaßte das Team von Teammanager Arsene Wenger die mögliche Vorentscheidung in der Gruppe G auf dem Weg ins Achtelfinale der Fußball-Champions-League.
Die Kritik nach der Niederlage an dem Schiedsrichtergespann um Manuel Gonzalez, das den Treffern von Thierry Henry (Handspiel) und Francesc Fabregas (Abseits) die Anerkennung verweigerte, hatte es in sich. „Selbst Moskaus Torhüter mußte über diese Entscheidung schmunzeln“, spottete Henry und witterte in Bezug auf sein aberkanntes Tor in der 86. Minute gar eine Verschwörung: „Wir sind eben kein großer Klub. Was ich damit meine? Das, was ich sage. Wir sind eben kein großer Klub“ (Siehe auch: Champions League: Wankende Säulen an der Stamford Bridge).
„Alle gegen uns“
Auch Wenger verstand die Welt nicht mehr. „Manchmal müssen wir akzeptieren, daß Tore gegeben werden, weil der Schiedsrichter etwas übersieht. Nun haben wir eine neue Situation: Ein Tor, das nicht gegeben wird für etwas, das nicht existiert“, sagte Wenger und legte nach: „Alle wichtigen Entscheidungen sind gegen uns gefällt worden.“ Das Tor des Tages erzielten die Russen allerdings regulär durch einen Freistoß aus 18 Metern des Brasilianers Carvalho, der in der Mitte des Tores von Lehmann einschlug.
ZSKA Moskau, das 2005 den Uefa-Cup gewann und wie der FC Chelsea von Öl-Milliardär Roman Abramowitsch finanziell unterstützt wird, führt die Gruppe nun mit sieben Punkten vor Arsenal (sechs) an. Der FC Porto, der den Hamburger SV 4:1 deklassierte (Siehe auch: HSV: „Keine Diskussion über Doll“ ), folgt auf Rang drei mit vier Zählern.
ManU wie zu besten Zeiten
Jubelstimmung herrschte im Gegensatz zu Arsenal dagegen bei Manchester United, das nach dem souveränen 3:0 gegen den FC Kopenhagen in der Gruppe F so gut wie im Achtelfinale steht. „Das war eine gute, offensive Vorstellung. Ich bin entzückt“, lobte Teammanager Sir Alex Ferguson seine Mannschaft, die den Dänen nicht den Hauch einer Chance ließ. Nach der Optimalausbeute von drei Siegen in drei Spielen kann ManU den Achtelfinal-Einzug nun bereits im Rückspiel in Kopenhagen perfekt machen. Auch Celtic Glasgow darf sich nach dem 3:0 gegen Benfica Lissabon große Hoffnungen auf ein Weiterkommen machen.
Gewohnt souverän setzte sich auch der französische Serienmeister Olympique Lyon trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt 3:0 bei Dynamo Kiew durch und kann nach neun Punkten und 8:0-Toren ebenfalls für die Runde der letzten 16 planen. Zweiter in der Tabelle der Gruppe E ist nun Real Madrid. Die „Königlichen“ zeigten sich gut erholt von der 0:1-Schmach gegen den von Bernd Schuster trainierten FC Getafe und siegten bei Steaua Bukarest 4:1. Sergio Ramos, Raul, Robinho und Ruud van Nistelrooy trugen mit ihren Toren maßgeblich zur Frustbewältigung bei.
In der Gruppe H haben nun der AC Mailand und der OSC Lille die besten Karten fürs Weiterkommen. Milan siegte durch ein Traumtor des Brasilianers Kaka 1:0 beim RSC Anderlecht und führt die Tabelle mit sieben Punkten an. Lille schlug AEK Athen mit 3:1 und belegt mit fünf Zählern hinter den Italienern Platz zwei.