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Champions League AC Mailand darf doch international spielen

02.08.2006 ·  Aufatmen beim AC Mailand. Der italienische Erstligaklub darf trotz Verwicklung in den Manipulationsskandal an der Qualifikation zur Champions League teilnehmen. Allerdings steht Milan unter strenger Beobachtung der Uefa.

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Der AC Mailand darf trotz seiner Verwicklung in den italienischen Fußball-Skandal in der kommenden Saison an der Champions League teilnehmen, bleibt aber unter strenger Beobachtung durch die Europäische Fußball-Union (Uefa). Das gab die Uefa- Dringlichkeitskommission am Mittwoch bekannt. Ohne rechtliche Handhabe sei ein Ausschluß des sechsmaligen Siegers nicht möglich gewesen, hieß es in einer ungewöhnlich scharf formulierten Pressemitteilung.

„Der Verein hat offensichtlich noch nicht bemerkt, welchen Ärger er sich bereitet hat und welchen Schaden er dem europäischen Fußball jetzt schon zugefügt hat“, hieß es in dem Schreiben. Die Dringlichkeitskommission sei tief besorgt, daß der AC Mailand den Eindruck erweckt habe, in den Manipulationsskandal der Serie A verwickelt zu sein. Künftig würden die Aktivitäten der Nord-Italiener deshalb genau verfolgt werden. Bei eventuellen Vergehen, die auf Manipulationen hindeuteten, werde man „nicht zögern, streng einzugreifen“.

Uefa fehlt die rechtliche Basis

Die noch fehlenden rechtlichen Möglichkeiten sollten hierzu künftig geschaffen werden. „Der AC Mailand zieht Nutzen daraus, daß der Uefa die rechtliche Basis fehlt, den Einspruch des Vereins abzuweisen“, hieß es in der Verbandserklärung. Nach den italienischen Berufungsurteilen war der AC Mailand vergangene Woche wieder auf den dritten Platz der abgelaufenen Saison vorgerückt.

Daraufhin hatte der Klub des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi die Wiederaufnahme in den europäischen Wettbewerb gefordert und war dabei auch vom italienischen Verband unterstützt worden. Im Hinspiel der Qualifikationsrunde trifft der AC Mailand in der kommenden Woche nun auf Roter Stern Belgrad oder Cork City. Zwei Wochen später steht das Rückspiel an. Sollte sich der Club durchsetzen, wäre er wie in den vergangenen Jahren für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert.

„Es gab keine andere Möglichkeit“

Beim AC Mailand wurde die Entscheidung mit Freude zur Kenntnis genommen, allerdings hatte man das Urteil wohl genau so erwartet. „Es gab keine andere Möglichkeit, wir sind unschuldig, die Sache konnte nicht anders laufen. In diese Situation geraten zu sein, hat uns die Unbeschwertheit genommen, aber jetzt kann sich unser Klub voll und ganz auf den Europacup konzentrieren“, sagte Vereins-Anwalt Leandro Cantamessa im Klub-eigenen TV-Sender. In erster Instanz war der AC Mailand für seine Beteiligung an Spiel-Manipulationen mit einem Abzug von 44 Punkten für die Vorsaison belegt worden.

Als Tabellen-Zwölfter wäre er somit nicht in der Champions League startberechtigt gewesen. Im Gegensatz zu Juventus Turin, dem AC Florenz und Lazio Rom blieb dem Verein auch in erster Instanz der Zwangsabstieg erspart. In der Berufung wurde der Punktabzug sogar auf 30 Zähler reduziert, womit der Klub wieder in die Champions-League-Ränge vorstieß und nun erfolgreich auf die Teilnahme pochen konnte.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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