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Champions League 2018/19 : Der nächste Weg führt nach Madrid

Der Pokal ist das Ziel, der Austragungsort des Finales für die mögliche Heimmannschaft aber kein gutes Omen Bild: dpa

Noch steht das Finale aus. Schon geht der Blick voraus. Die Champions League bleibt eine fast geschlossene Gesellschaft. Die Vergabe des Endspielortes ist kein gutes Omen für Real und Atlético.

          Vor dem Endspiel ist auch vor der neuen Saison. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat die Regeln für die 27. Auflage seiner Champions League 2018/19 leicht modifiziert. Nichts geändert hat sich allerdings an dem Gefühl, dass die europäische Königsklasse eine fast geschlossene Gesellschaft ist, eine Art “Closed shop“ der ewig gleichen Großvereine mit wenig Eintrittsfenstern für Laufkundschaft. Obwohl drei Qualifikationsrunden im Laufe des Sommers ausgetragen werden, stehen 26 der 32 Teilnehmer bereits fest.

          Die besten vier Klubs aus den vier am höchsten eingestuften Nationalverbänden, dies sind weiterhin Spanien, Deutschland, England und Italien, gehören direkt zur illustren Gesellschaft, darunter die üblichen Verdächtigen wie FC Barcelona, Atlético und Real Madrid, Bayern München, Juventus Turin, Manchester City und United.

          Da Atlético als Europa-League-Sieger und spanischer Meisterschaftszweiter sich doppelt für die Champions League qualifiziert hat, wird ein möglicher fünfter Platz für Spanien an Frankreich weitergereicht, den Fünften in der Uefa-Fünf-Jahres-Wertung. Der dortige Tabellendritte Olympique Lyon rutscht wie Paris St. Germain und AS Monaco direkt in die Gruppenphase. Russland als Sechster in der Nationenwertung darf zwei Teilnehmer (Lokomotive und ZSKA Moskau) stellen, die nachfolgenden Ligen aus Portugal, Ukraine, Belgien, der Türkei und Tschechien jeweils ihren Meister.

          Die Tschechen profitieren davon, dass der Platz des „Titelverteidigers“ frei wird, egal ob nun Real Madrid oder der FC Liverpool am Samstag das Finale 2018 in Kiew (20.45 Uhr / Live bei Sky, im ZDF und im Champions-League-Liveticker bei FAZ.NET) gewinnen sollten. Beide Finalteilnehmer, Real als Dritter, Liverpool als Vierter, sind über die Plazierung in ihren nationalen Ligen „abgesichert“.

          Letztlich werden gerade mal sechs der 32 Plätze für die Gruppenphase frei ausgespielt. Die 44 Meister aus den Ländern zwölf bis 55 der Fünfjahreswertung, also von der Schweiz über die Niederlande bis hin zu San Marino und das Kosovo spielen zwischen 12. Juni und 29. August vier Qualifikanten auf dem „Champions-Weg“ aus. Die verbleibenden beiden Plätze werden von den Zweitplazierten aus den Verbänden auf den Rängen sieben bis 16 über den sogenannten „Plazierungsweg“ ausgespielt.

          In der Gruppenphase werden die teilnehmenden Teams gemäß ihres Rankings in der Klub-Rangliste gesetzt. Die deutschen Vertreter haben deshalb ihre Lostöpfe schon sicher: Bayern München liegt im ersten, Borussia Dortmund im zweiten, Schalke 04 im dritten und die TSG Hoffenheim im vierten Topf.

          Neue Fernsehzeiten und kein ZDF mehr

          Neu sind die Anstoßzeiten der Spiele. Statt wie bislang einheitlich um 20.45 Uhr, wird jetzt wahlweise um 18.55 Uhr oder 21.00 Uhr angepfiffen. Man ahnt bereits, warum? Um den übertragenden Fernsehsendern entgegenzukommen.

          Der Pay-TV Sender Sky wird 34 Fußball-Spiele live zeigen, dazu 40 Konferenzen. Sky-Chef Carsten Schmidt erklärte: „Wir konzentrieren uns auf das Beste, unser Partner auf die Breite.“ Der Streamingdienst DAZN, für den der Fußballfreund natürlich extra zahlen muss, bildet die übrigen der insgesamt 138 Spiele ab. Das ZDF darf in der kommenden Saison keine Spiele mehr zeigen. Die Übertragung des Finals von Kiew wird der letzte öffentlich-rechtliche Auftritt in der Champions League sein.

          Madrid ist kein gutes Omen für Real und Atlético

          Ziel des langen Weges über die europäischen Fußballplätze wird Madrid sein, denn die Austragung des Finales 2019 wurde in das neu errichtete Estadio Metropolitana vergeben, Spielstätte von Atlético Madrid. Für die Heimmannschaft oder ihren lokalen Rivalen Real bedeutet dies allerdings kein gutes Omen.

          In den bislang 26 Champions-League-Spielzeiten hat noch keine potentielle Heimmannschaft ein Endspiel gewonnen – und überhaupt erst einmal ein Finale dahoam überhaupt erreicht. Es waren die Bayern 2012 – mit unglücklichem Ausgang gegen Chelsea. Real Madrid hat dagegen schon sechsmal triumphiert, in Amsterdam, Paris, Glasgow, Lissabon, Mailand und Cardiff, war allerdings auf dem bislang einmaligen Weg zum möglichen Finale à la Casa 2010 bereits im Achtelfinale gescheitert.

          Verteilung der Champions-League-Teilnehmer 2018/19

          Spanische Primera Division (4): FC Barcelona, Atlético Madrid, Real Madrid, FC Valencia
          Deutsche Bundesliga (4): Bayern München, FC Schalke 04, TSG Hoffenheim, Borussia Dortmund
          Englische Premier League (4): Manchester City, Manchester United, Tottenham Hotspurs, FC Liverpool
          Italienische Serie A (4): Juventus Turin , SSC Neapel, AS Rom, Inter Mailand
          Französische Lique 1 (3): Paris Saint-Germain, AS Monaco, Olympique Lyon
          Russische Premjer-Liga (2): Lokomotive Moskau, ZSKA Moskva
          Portugiesische Primeira Liga (1): FC Porto
          Ukrainische Premjer-Liha (1): Schachtar Donetzk
          Belgische Pro League (1): FC Brügge
          Türkische Süper Lig (1): Galatasaray Istanbul
          Tschechische HET Liga (1): Viktoria Pilzeň

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