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Veröffentlicht: 16.03.2017, 06:32 Uhr

Korruption im Fußball Angriff auf den Kaiser von Afrika

In Afrika gibt es ein absurdes Schauspiel aus der Schein-Welt der Fußball-Funktionäre. Dabei zeigt sich, ob die Macht von Fifa-Präsident Infantino so groß ist wie einst von Sonnenkönig Blatter. Ein Kommentar.

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© AFP Issa Hayatou ist seit 1988 Präsident der afrikanischen Fußball-Konföderation Caf.

Den „letzten Kaiser“ hat ihn „Le Monde“ aus Paris vor ein paar Wochen genannt. Das passt. Bestens sogar, Issa Hayatou will sich an diesem Donnerstag in Addis Abeba wiederwählen lassen, wo bis 1974 der vorletzte Kaiser auf afrikanischem Boden regierte. Issa Hayatou aus Kamerun ist Präsident der afrikanischen Fußball-Konföderation Caf. Seit 1988. In Äthiopiens Hauptstadt will er seine achte Amtszeit antreten.

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Schon die simplen Tatsachen machen es schwierig, sich nicht umgehend abzuwenden von diesem absurden Schauspiel, das die Schein-Welt der Fußball-Funktionäre auch im Jahr 2017 bietet. In Hayatous Reich ist alles wie gehabt, die Betonung liegt auf Haben. 29 Jahre Amtszeit, da kommt einiges zusammen an Korruptionsvorwürfen, die dem Bruder des einstigen kamerunischen Ministerpräsidenten aber allesamt nicht allzu viel anhaben konnten.

Das Internationale Olympische Komitee erteilte vor ein paar Jahren einen Verweis, vergangenes Jahr dann schied Hayatou aus dem Kreis der Mitglieder aus und stieg auf in den Zirkel der IOC-Ehrenmitglieder. Auf seinem Terrain aber, im afrikanischen Fußball, musste man Hayatou nie mit albernen neumodischen Ideen wie Amtszeitbegrenzung oder Altersgrenzen kommen. Die „Sunday Times“ warf ihm vor Jahren vor, für 1,5 Millionen Dollar für Qatar als Ausrichter der WM 2022 gestimmt zu haben, was Hayatou bestreitet.

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Zurzeit untersucht die ägyptische Wettbewerbsbehörde einen Deal mit dem französischen Sportrechtehändler Lagardère, der bis zu einer Milliarde Dollar schwer und ohne ordnungsgemäße Ausschreibung geschlossen worden sein soll. Hayatou und seinem Generalsekretär Hicham El Amrani soll der Prozess gemacht werden, Hayatou sieht darin unverschämte Wahlkampfhilfe für den Gegenkandidaten, der sich ihm entgegenstellt in Addis Abeba: Ahmad Ahmad.

Denn eines hat sich doch geändert in Hayatous Welt, und zwar im vergangenen Jahr: sein Verhältnis zum Fifa-Präsidenten. Als Joseph Blatter den Internationalen Fußballverband noch führte, war Hayatou, spätestens nachdem er 2002 erfolglos versucht hatte, den Schweizer zu stürzen, treuer Stimmenbeschaffer. Blatters Liebe zu Afrika führte nicht durch den Magen, sondern durch Hayatous Büro.

45325827 © dpa Vergrößern Ahmad Ahmad möchte gern Nachfolger von Issa Hayatou werden.

Gianni Infantino aber, der neue Schweizer an der Spitze der Fifa, will Hayatou loswerden und hat seine Zuneigung zu Ahmad Ahmad entdeckt. Infantino traf vor knapp drei Wochen Menschenfeind Robert Mugabe in Harare, tags zuvor war er auf der Geburtstagssause von Philip Chiyangwa, dem Präsidenten des Fußballverbandes von Zimbabwe, der für Ahmad Ahmad Wahlkampf macht. „Ich fühle mich wie zu Hause“, zitierte die Agentur AFP Infantino, Chiyangwa sei sein „lieber Freund und Bruder“.

So klang es einst auch bei Sepp und Issa, Blatter und Hayatou. Es war in den Tagen vor der Wahl nicht klar, wer sich durchsetzen wird, Hayatou oder Ahmad. Wird der Kameruner wiedergewählt, wäre dies ein deutliches Zeichen, dass es mit Infantinos Macht längst nicht so weit her ist wie einst bei Sonnenkönig Blatter. Was sich ändert, wenn Ahmad Ahmad gewinnt? Er wäre kein kleines Licht mehr. Zwischen 30.000 und 100.000 Dollar soll er laut „Sunday Times“ für seine Stimme für Qatar 2022 erhalten haben. Auch er bestreitet.

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