Mit einem Schützenfest hat sich Fortuna Düsseldorf im Aufstiegsrennen der zweiten Fußball-Bundesliga eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach sechs Spielen ohne Sieg gewannen die Rheinländer am Samstag beim abstiegsbedrohten Karlsruher SC dank eines Galaauftritts mit 5:0 (2:0) und rückten mit dem ersten „Dreier“ 2012 zumindest vorübergehend auf den Relegationsplatz vor. Im zweiten Spiel bezwang der SC Paderborn die Alemannia aus Aachen mit 3:0 (0:0) und liegt damit auf dem zweiten Platz.
Oliver Fink (10.) und Maximilian Beister (16.) brachten die Fortuna früh in Führung. Ken Ilsö (49.), Sascha Rösler mit seinem 12. Saisontor (54.) und Kapitän Andreas Lambertz (76.) machten den Erfolg vor 16.419 Zuschauern perfekt. Der KSC verpasste die Wiedergutmachung für das 1:2 beim FSV Frankfurt und steckt nach der hilflosen Vorstellung auf dem vorletzten Tabellenplatz fest.
Starke Fortunen
Die Gastgeber begannen zwar stärker als die Fortuna, doch die nutzte gleich ihre erste Chance zum frühen 0:1, als Fink aus kurzer Distanz einschoss. Vor der Pause kam Karlsruhe trotz Beisters 0:2 noch einmal besser ins Spiel. Doch Ilsö und Rösler zogen den Badenern in der zweiten Hälfte endgültig den Zahn. Lambertz’ herrlicher Fernschuss zum 0:5 krönte die starke Leistung der Fortuna.
In Aachen vor 15.071 Zuschauern waren Matthew Taylor (55./61.) mit einem Doppelpack und Enis Alushi (89.) für Paderborn erfolgreich. Die Aachener Gastgeber mussten die Partie nach Platzverweisen gegen Albert Streit (Gelb-Rot/74.) und Seyi Olajengbesi (Rot/78.) dezimiert beenden.
Aachen bestimmte zunächst das Tempo, die besseren Chancen erarbeiteten sich aber die Gäste. Ein Freistoß von Alban Meha (6.) strich jedoch über die Torlatte. Besser machte es Taylor, der den wegen einer Jochbeinverletzung ausgeschiedenen Torjäger Nick Proschwitz frühzeitig ersetzte. Nachdem Alemannia-Keeper Boy Waterman einen Schuss von Mehmet Kara nicht festhalten konnte, nutzte Taylor den Abpraller zum 1:0.
Auch beim 2:0 profitierte der Amerikaner von einer Vorarbeit Karas. In Unterzahl konnte Aachen den ersten Rückschlag nach acht Spielen in Serie ohne Niederlage nicht verhindern. Stattdessen setzte Alushi den Schlusspunkt.
Reck erhält Gnadenfrist
Unterdessen gab der MSV Duisburg bekannt, dass Trainer Oliver Reck trotz der fünften Niederlage in Folge noch eine Chance erhält. „Unser Team hat gegen Fürth eine engagierte Leistung gezeigt. Wir erwarten deutlich von unserer Mannschaft, dass sie diese engagierte Leistung gemeinsam mit unserem Trainerteam auch bei Union Berlin und in den kommenden Wochen zeigen“, sagte Sportdirektor Ivica Grlic nach dem 0:2 (0:0) des MSV gegen Aufstiegskandidat Spielvereinigung Greuther Fürth und verlängerte damit das unter der Woche gestellte Ultimatum bis zur nächsten Woche.
Der DFB-Pokalfinalist der vergangenen Saison befindet sich mit nur 20 Punkten in Abstiegsgefahr. Reck hatte erst am 28. Oktober vergangenen Jahres die Nachfolge von Milan Sasic angetreten, eine Wende bislang aber nicht herbeiführen können. „Wenn wir so wie gegen Fürth in den letzten drei Spielen gespielt hätten, dann wären wir nicht dort, wo wir jetzt sind“, ergänzte Grlic und Geschäftsführer Roland Kentsch meinte, dass er „so eine gute Leistung wie in der ersten Hälfte in dieser Saison“ noch nicht gesehen habe. Als möglicher Reck-Nachfolger war zuletzt Uwe Rapolder gehandelt worden.