11.02.2007 · Erst die Siegesserie, jetzt zwei Niederlagen. Kickers Offenbach verlor nun auch zu Hause gegen Paderborn mit 0:2. Das Team von Wolfgang Frank steht damit auf Platz elf mit 28 Punkten, weit entfernt von Auf- und Abstiegsrängen.
Von Marc HeinrichDieter Müller hatte sich unmittelbar nach Schlusspfiff, als zu allem Überfluss auch noch ein Platzregen einsetzte, mit Grausen vom Spielfeld abgewandt und zügig in einen hinteren Winkel unmittelbar vor dem Seiteneingang zur Kickers-Geschäftsstelle verzogen. Vor einem Fernseher verfolgte er mit verschränkten Armen und mürrischem Blick die Aufzeichnung der Offenbacher 0:2-Niederlage gegen den SC Paderborn.
Und das, was er von der Partie in neunzig Sekunden zusammengefasst auf einem Flachbildschirm sah, war nicht dazu angetan, seine Laune, die ihm der vorangegangene Stadionbesuch verdorben hatte, wieder zu heben: Der Präsident schüttelte demonstrativ immer wieder mit dem Kopf und bezeichnete die Vorstellung des OFC an diesem trostlosen Sonntagnachmittag deutlich und weithin hörbar als „katastrophal“.
„Nichts lief zusammen“
Die Mannschaft, die bis vor sieben Tagen als Team der Stunde die zweite Liga gehörig aufmischte, habe alles vergessen lassen, was es benötige, um ein kampfbetontes Spiel auf schwer bespielbarem Untergrund zu ihren Gunsten zu entscheiden. „Eine Halbzeit waren wir überhaupt nicht auf dem Platz, und nach dem Seitenwechsel lief trotz der vielen Wechsel auch nichts zusammen.“ Nicht minder kritisch ging Trainer Wolfgang Frank mit seinen Akteuren ins Gericht. „Uns hat Leidenschaft gefehlt, da war keine Laufbereitschaft, kein Kampf, kein Einsatz, keine Freude. Wenn die innere Bereitschaft fehlt, hast du in der zweiten Liga keine Chance. Wir haben verdient verloren“, sagte er enttäuscht. Der Paderborner Kapitän René Müller bedankte sich für die Nachlässigkeiten der Offenbacher Abwehr und sorgte mit seinen Treffern (39. und 45. Minute) für die frühzeitige Entscheidung vor 8500 Zuschauern.
Siehe auch: 2. Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle.
Durch die dritte Heimniederlage der Saison rutschten die Offenbacher auf den elften Tabellenplatz ab, haben aber nach 21 Spieltagen immer noch neun Punkte Vorsprung vor dem ersten Abstiegsrang. Doch die könnten bei ähnlichen Leistungen wie in der ersten Hälfte schnell aufgebraucht sein. Für Frank „völlig unverständlich“ war die Arbeitseinstellung seiner Kicker über weite Strecken. „Drei Tage habe ich geredet, die Spieler aufgerüttelt nach dem unglücklichen 1:2 in Karlsruhe. Geholfen hat es nicht. Wir haben uns nicht gewehrt“, bemängelte der Coach, der sich einige seiner Leute „intern vornehmen“ will, damit sie sich am kommenden Freitag im Auswärtsspiel bei der Spielvereinigung Unterhaching wieder von ihrer besseren Seite zeigen: „Große Sprüche klopfen, große Ansprüche haben und nichts auf dem Platz zeigen - damit ist Schluss“, kündigte er an und ließ durchblicken, dass es kurz vor Karneval mit der Hurrastimmung auf dem Bieberer Berg erst einmal wieder vorbei sein dürfte.
Unerwarteter Rückschritt
Erst ein vermeintliches Foul an Suat Türker weckte die Kickers nach fünfzig Minuten. Andrew Sinkala hatte den Türken mit beiden Händen im Strafraum gestoßen, doch der Fall von Türker war Schiedsrichter Thomas Frank (Hamburg) zu theatralisch für einen Pfiff. Der OFC stürmte, hatte Chancen durch Türker (51.) und dreimal Dino Toppmöller (52., 62. und 70.), über die Linie wollte der Ball aber partout nicht. „Wir haben einfach zu wenig investiert, um auch mal Glück zu haben. So kenne ich meine Mannschaft gar nicht“, kommentierte Frank das erfolglose Powerplay, „die Bereitschaft zum Rennen, Beißen und Fighten fehlte.“
Mit Marco Reich, Thomas Oehrl und Anestis Agritis schickte Frank alle in der Winterpause verpflichteten Zugänge in der zweiten Halbzeit auf dem Platz - Impulse gingen von den Neulingen keine aus. Stattdessen standen sich die drei Offensivkräfte „rund um den Strafraum auf den Füßen“, wie Präsident Müller sarkastisch anmerkte. Von einem unerwarteten Rückschritt sprach auch Markus Happe. Der Kapitän und Verteidiger machte sich und seinen Nebenleuten mit vielen Stockfehlern auf dem aufgeweichten Rasen gegen einen leidenschaftlich verteidigenden Gegner das Leben ungewohnt schwer. Happe hätte sich für seinen 35. Geburtstag sicherlich einen anderen Verlauf gewünscht. Nach Feiern war ihm von 16 Uhr an jedenfalls nicht mehr zumute. Neunzig mitgereiste Paderborn-Fans sahen das anders.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |