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Donnerstag, 23. Februar 2012
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Wirtschaftfaktor Fußball Jeder fünfhundertste Euro

13.04.2010 ·  Der deutsche Fußball sieht sich durch ein Gutachten bestätigt: Die Wirtschaftskraft des Sports ist bemerkenswert hoch. Polizeieinsätze würden deshalb zurecht aus Steuermitteln bezahlt.

Von Roland Zorn, Frankfurt
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Der starke „Wirtschaftsfaktor Bundesliga“ ist am Dienstag in einer gleichnamigen Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey mit Zahlen und Daten belegt worden. Die am Sitz der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt vorgestellte Studie hebt den volkswirtschaftlichen Nutzen des Profifußballs in Deutschland hervor. Die Bundesliga erzielt aus direkten und indirekten Effekten eine jährliche Wertschöpfung von 5,1 Milliarden Euro, das sind 0,2 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Zwei Drittel dieses Betrags werden außerhalb des unmittelbaren Fußballgeschäfts generiert.

Dazu schafft der Fußball nebst den Industrien und Dienstleistungsbetrieben um ihn herum 110.000 Beschäftigungsverhältnisse; schließlich fließt aus dem Geschäft mit dem Profifußball jährlich ein Nettosteuerbetrag von 1,5 Milliarden Euro an den Staat. „Der Fußabdruck, den die Bundesliga hinterlässt, ist größer als erwartet und bemerkenswert.“ So fasste Christian Seifert, der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, die Ergebnisse der Untersuchung zusammen. „Stolz“ ist er auch darauf, dass der professionelle Fußball in Deutschland zu jedem fünfhundertsten Euro des Bruttoinlandsprodukts beiträgt.

Die Studie wird Seifert bei Gelegenheit auch eine Argumentationshilfe im Dialog zwischen Liga und Politik sein – so vermutlich schon am Donnerstag der kommenden Woche in Berlin, wo die DFL und Spitzenrepräsentanten des Deutschen Fußball-Bundes an einem Runden Tisch mit den Innenministern und der Polizei über das aktuell besorgniserregende Thema Fanausschreitungen und Sicherheit rund um die Bundesligastadien diskutieren werden. Wiederholten Forderungen der Deutschen Polizeigewerkschaft nach Kostenbeteiligung des Profifußballs an den Polizeieinsätzen erteilte Seifert am Dienstag von Neuem eine Absage. „Dafür sehen wir schon verfassungsrechtlich überhaupt keine Grundlage, diese Diskussion lassen wir uns nicht länger überstülpen.“

Wem soeben attestiert worden ist, dass er netto 1,5 Milliarden Euro an Steuern abführt und in diese Zahl rund 200 Millionen Euro nicht einrechnet, die der Staat dem Fußball an jährlichen Serviceleistungen erbringt (vor allem in Form von Kosten für Polizeieinsätzen), hat eine solide Argumentationsgrundlage für mögliche Streitgespräche. „Für die Polizeieinsätze“, sagte Seifert, „wurden in der Untersuchung – die auf den Bundesligaeckdaten der Saison 2007/08 fußt – 150 Millionen Euro zugrundegelegt. Wir haben uns dabei an der von der Polizei höchstgenannten Summe orientiert. Das ist aber keine Anerkennung dieser Zahl.“

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