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Werder Bremen Marin sichert die Mindestausbeute

Werder Bremen rettet mal wieder ein fast verlorenes Spiel. Beim 2:2 gegen Tottenham Hotspur wachen die Norddeutschen erst nach einem frühen Zwei-Tore-Rückstand auf. Hugo Almeida und Marko Marin treffen zum Punktgewinn.

© dpa Vergrößern Dribbelkönig Marin bringt BRemen zurück ins Spiel

Für den vollen Ertrag hat es nicht gereicht, aber es war alle Mal unterhaltsam, was Werder Bremen am Dienstagabend im ersten Spiel der Champions-League-Gruppe A zeigte - und mit einem Punkt wurde die muntere Aufholjagd ja auch belohnt. 2:2 spielte die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf gegen Tottenham Hotspur. Dabei hatten die Engländer nach 18 Minuten durch ein Eigentor Pasanens und einen Kopfballtreffer von Peter Crouch schon 2:0 geführt, ehe Werder ab der 30. Minute besser ins Spiel fand.

Vor allem dem Champions-League-Neuling Marko Marin war es zu verdanken, dass Werder den Heimauftakt nicht verpatzte: Marin dribbelte und schoss, dass es eine Freude war und belohnte sich auch, als er in der 47. Minute zum 2:2-Endstand traf. Den wichtigen Anschlusstreffer kurz vor der Pause hatte Hugo Almeida besorgt (43.). Der Vorjahres-Vierte der englischen Premier League konnte nur eine Halbzeit überzeugen und hatte etwas Glück, dass Werder die Überlegenheit des zweiten Durchgangs nicht für einen Sieg nutzte.

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643 Tage Pause - die Vorfreude war riesig in Bremen auf den ersten Auftritt in der Champions League nach längerer Absenz; am 8. Dezember 2008 hatte Werder zuletzt gegen die Großen Europas gespielt. Danach war es nur die Europa League, in der Werder antreten durfte. Der namhafte Gegner von der britischen Insel brachte nicht nur viele sangesfreudige Fans mit an die Weser, sondern auch ein Team, in dem ein alter Bekannter stand: Raphael van der Vaart, erst vor zwei Wochen von Real Madrid nach London gewechselt. Van der Vaart ist den Bremer Fans durch einige starke Auftritte in den Nordderbys der jüngeren Vergangenheit im HSV-Trikot in Erinnerung.

Tottenham Hotspur''s Crouch celebrates after scoring against Werder Bremen during their Champions League Group A soccer match in the northern German city of Bremen © REUTERS Vergrößern Zu groß für Werder und vor allem zu torgefährlich: Peter Crouch und Tottenham führen zwischenzeitlich 2:0 in Bremen

Tottenham beginnt stark

Wie gut der Niederländer noch ist, konnte man nach kurzem Abtasten beider Teams schnell sehen. Von jeglicher Defensivarbeit befreit, war van der Vaart als Mann hinter der einzigen Spitze Peter Crouch immer in Bewegung, anspielbar und befruchtete das Spiel Tottenhams durch seine Spielintelligenz und Ballsicherheit. Viel offensiver, als es Werder lieb sein konnte, eröffnete Tottenham die Partie - die Bremer wirkten in der ersten Viertelstunde fast abwesend und schauten zu, wie der Ball durch Tottenhams Reihen wanderte. Ohne Naldo, Mertesacker und Pizarro (alle verletzt) und den auf der Bank sitzenden Hunt bekam Werder das Spiel gar nicht in den Griff.

So war es keine große Überraschung, dass Tottenham rasch 2:0 führte: der starke Bale auf der linken Außenbahn lief Clemens Fritz weg und passte scharf nach innen. Dort stand Crouch einschussbereit, doch Bremens Pasanen nahm ihm die Arbeit weg: die Londoner führten 1:0 (12. Minute). Als van der Vaarts sechs Minuten später millimetergenau auf Crouchs Kopf flankte, flog der Ball zum 2:0 ins Netz - ein Kopfballtor des englischen Hünen, wie aus dem Lehrbuch. Pasanen mühte sich ein Stockwerk tiefer vergebens. Wiederum Bale häte in der 30. und 36. Minute für eine noch deutlichere Führung Tottenhams sorgen können, wäre Tim Wiese im Bremer Tor nicht gewesen.

Ein 0:2 ist nie eine Entscheidung

Nie sind Bremer Spiele nach einem 0:2 schon verloren, das weiß man in Fußball-Europa, und darauf hofften auch die Bremer Fans auf der Baustelle Weserstadion. Als Schaaf in der 37. Minute Hunt für Bargfrede brachte, kam gleich mehr Zug und Passgenauigkeit ins Bremer Spiel. Wesley, der neue Brasilianer, und Marin hatten schon vorher einige gute Szenen, kamen jetzt aber erst richtig in Fahrt. Werder hatte sich vom Rückstand erholt und gewann endlich auch mal ein paar Zweikämpfe im Mittelfeld. Vor dem Anschlusstreffer war es allerdings ein Querschläger Assou-Ekottos, der Werder einen Einwurf schenkte. Der Ball fand den Weg zu Wesley, und dessen lange Flanke köpfte Hugo Almeida ins Tor der „Spurs“.

Das 2:1 in der 43. Minute ließ Werder Bremen alle Hoffnungen, zum ersten Mal eine Auftaktpartie der Champions League zuhause zu gewinnen. Gleich nach der Pause wurde Marin für sein starkes Spiel belohnt. Er war schon vorher immer wieder mutig genug gewesen, im Dribbling etwas zu riskieren - so auch in der 47. Minute: zwei Gegenspieler genarrt, aus 20 Metern trocken abgezogen und getroffen. So war der Rückstand ausgeglichen.

Das Spiel nahm jetzt an Fahrt auf und hatte echtes Champions-League-Format. Marins Aktionen blieben dabei die Hingucker des Abends - wie sein Schuss in der 67. Minute, der nur knapp am Tor vorbei ging. Werder blieb bis zum Ende bemüht, doch es fehlte an Präzision und Kraft, um den Ball noch einmal in Tottenhams Tor unterzubringen.

Werder Bremen - Tottenham Hotspur 2:2 (1:2)

Werder Bremen: Wiese - Fritz, Prödl, Pasanen, Silvestre - Frings
- Bargfrede (37. Hunt), Wesley (67. Borowski) - Marin - Arnautovic,
Hugo Almeida (79. Wagner)
Tottenham Hotspur: Cudicini - Corluka, Kaboul, King, Assou-Ekotto
- Huddlestone - Lennon (75. Palacios), Jenas, Bale - van der Vaart
(49. Keane) - Crouch
Schiedsrichter: Busacca (Schweiz) - Zuschauer: 30.344
Tore: 0:1 Pasanen (12./Eigentor), 0:2 Crouch (18.), 1:2 Hugo
Almeida (43.), 2:2 Marin (47.)
Gelbe Karten: Borowski / Huddlestone, Jenas

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 14.09.2010, 20:36 Uhr

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