http://www.faz.net/-gtm-8uuta

Sparkurs für Bundesliga : VW streicht VfL Wolfsburg 20 Millionen Euro

  • Aktualisiert am

Gegen Hoffenheim gelang den Wolfsburgern am Sonntag ein wichtiger Sieg. Bild: dpa

Sportlich taumelt der Klub in der unteren Hälfte der Tabelle. Nun gibt es auch noch deutliche finanzielle Einschnitte in Wolfsburg. Der VfL erhält künftig weniger Geld von VW – und ändert seine Strategie.

          Rund 20 Millionen Euro weniger und keine teuren Stars mehr: Volkswagen zwingt auch seinen Fußball-Bundesligaverein VfL Wolfsburg zum Sparen. Anstatt aktuell 80 bis 90 Millionen Euro pro Jahr, soll der Bundesliga-Vierzehnten künftig „nur“ noch rund 60 bis 70 Millionen Euro jährlich bekommen. „Es gibt das Ziel, die Aufwendungen für den VfL Wolfsburg zu reduzieren“, hieß es dazu am Montag aus dem von VW dominierten Aufsichtsrat. „Der Verein wird mit der Größenordnung von 60 bis 70 Millionen Euro immer noch eine auskömmliche Summe zur Verfügung haben.“ Damit wurden entsprechende Medienberichte vom Montag bestätigt.

          Offenbar bekam der VfL bereits einen Hinweis, ab Ende März reduzierte VW-Bezüge als Grundlage für das Lizenzierungsverfahren bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) zugrunde zu legen. „Fakt ist jedenfalls, dass wir als VfL Wolfsburg unseren Beitrag für Volkswagen leisten und dies auch zukünftig tun werden“, sagte Klubchef Wolfgang Hotze, ein ehemaliger Topmanager bei dem Autobauer, der im Zuge der immensen Kosten für den Abgasskandal zum Sparen gezwungen worden ist.

          Auch Hotze verweist richtigerweise darauf, mit dem reduzierten Budget immer noch privilegiert zu sein: „Selbst wenn es dabei zu einer Anpassung des Engagements von Volkswagen käme, wäre der VfL Wolfsburg weiterhin sehr gut aufgestellt.“ Spekulativ ist das Ganze aber wohl schon nicht mehr. „Der Verein muss, ähnlich wie alle anderen Unternehmensteile auch seinen Beitrag zur Steigerung der Effizienz leisten“, hieß es aus dem Aufsichtsrat. Im Konzern soll die Ertragskraft der Kernmarke VW gesteigert werden. Der Umbau sieht auch einen Stellenabbau vor, der aber ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen soll.

          Die Budgetkürzung beim VfL ist allerdings eher mittelfristig zu verstehen: Die Finanzplanungen bei VW werden immer für ein Kalenderjahr gemacht, das Geschäftsjahr bei den Profiklubs läuft aber immer pro Saison. Die tatsächliche Kürzung des Budgets würde theoretisch also erst im kommenden Jahr greifen.

          Unabhängig davon ist der propagierte Strategiewechsel bereits im Gange. Unter dem jungen neuen Sportchef Olaf Rebbe sollen Millionen-(Flop)-Transfers wie Julian Draxler (35 Millionen Euro) oder André Schürrle (32 Millionen) der Vergangenheit angehören. Zudem wurden demonstrativ mehrere Verträge von Talenten verlängert. „Damit kann der Verein zeigen, dass die geänderte Ausrichtung auch erfolgreich sein kann“, hieß es aus dem Aufsichtsrat.

          Insofern dürfte sich also gar nicht so viel ändern. Trotz der neuen Strategie investierte auch Rebbe im Winter nach dem Verkauf von Problemfall Draxler nach Paris für mindestens 42 Millionen Euro kräftig: Rund 30 Millionen Euro für fünf neue Spieler bedeutete im Winter Liga-Rekord. Allerdings waren die einzelnen Ablösen schon nicht mehr ganz so hoch wie in der Vergangenheit, jedoch immer noch deutlich höher als das Budget vieler anderer Bundesligavereine.

          Die digitale F.A.Z. PLUS
          Die digitale F.A.Z. PLUS

          Die F.A.Z. stets aktuell, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken.

          Mehr erfahren

          Weitere Themen

          Historisches Doppel Video-Seite öffnen

          Nord- und Südkorea vereint : Historisches Doppel

          Yoo Eun-Chong aus Nordkorea beschreibt ihre Gefühle nach dem Doppelsieg mit dem Südkoreaner Choi Hae-Sun. Seit dem Korea-Gipfel im April nähern sich beide Nationen auch im Sport an.

          Topmeldungen

          Auch an dem spektakulären Bankraub in Berlin soll ein Mitglied des Clans beteiligt gewesen sein.

          Razzia in Berlin : Münzraub, Bankraub, Geldwäsche

          In Berlin geht die Polizei gegen eine arabische Großfamilie vor. Den Mitgliedern wird eine ganze Bandbreite von Straftaten zur Last gelegt. Auf die Schliche kamen ihr die Ermittler durch eine unvorsichtige Handlung.

          Putin vs. Trump : Russland stößt amerikanische Staatsanleihen ab

          Das dürfte Donald Trump nicht gefallen: Russland wirft seit einiger Zeit seine amerikanischen Staatsanleihen auf den Markt. Damit will Putin vom Dollar unabhängiger werden – und Trump unter Druck setzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.