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0:0 gegen Leipzig : Stuttgarter Minimalisten sammeln weiter

Ein Spiel für Torhüter: Auch Ron-Robert Zieler (l., gegen Poulsen) behielt die Weiße Weste Bild: dpa

Der VfB bleibt unter Tayfun Korkut ungeschlagen. Das Thema Abstieg dürfte für die Schwaben erstaunlich schnell erledigt sein. Leipzig stottert hingegen im Kampf um die Königsklasse.

          Optimisten mögen von einem Fußballfest geträumt haben, Realisten  aber ahnten schon, dass die Begegnung zwischen dem VfB Stuttgart und RB Leipzig  eher ein Härtetest sein würde. Sie behielten Recht. Das Spiel zwischen dem Tabellenzehnten der Bundesliga und dem Sechsten blühte nie so richtig auf und  ging folgerichtig 0:0 zu Ende. Der VfB verlängerte damit seine Serie ungeschlagener Spiele unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut auf sechs Partien, in denen die Schwaben 14 Punkte einsammelten. Mit nun 34 Zählern dürfte die  größte Abstiegsgefahr für den Wiederaufsteiger gebannt sein.

          Roland Zorn

          Sportredakteur.

          Die Sachsen aber enttäuschten drei Tage nach ihrem respektablen 2:1-Erfolg in der Europa League gegen Zenit Sankt Petersburg. Zu selten spielte RB seine technischen Qualitäten  und läuferischen Vorteile aus. Nach zuletzt vier sieglosen Spielen muten die Leipziger derzeit nicht wie ein Champions-League-Kandidat an.

          Bundesliga

          „Es ist einfach so, dass wir im Moment nicht den letzten Punch vor dem Tor haben“, sagte Trainer Ralph Hesenhüttl. „Wir nehmen den Punkt mit, der VfB hat zuletzt gut gespielt. Jetzt müssen wir am Wochenende gegen die Bayern was holen“, sagte Stürmer Timo Werner bei seiner Rückkehr nach Stuttgart. Für noch mehr Freude bei den Leipziger Fans dürfte jedoch die Ankündigung des umworbenen Nationalspielers sorgen, „auf jeden Fall“ auch in der nächsten Saison für RB zu spielen.

          Vor dem Spiel drehten sich die Diskussionen um ein ganz besonderes Duell  zweier schwäbischer Nationalspieler: Gomez gegen Werner, Heimkehrer gegen  Rückkehrer, alte Mittelstürmer-Ikone gegen Jungstar der Bundesliga. Der 32  Jahre alte Anführer der VfB-Abteilung Attacke hat seit seinem Comeback im  Januar auf dem Cannstatter Wasen schon vier Tore erzielt - allesamt auswärts; sein zehn Jahre jüngerer Kollege, der Gomez als sein Vorbild bezeichnet, wartet  seit Ende Januar auf seinen elften Saisontreffer. Für den gebürtigen Stuttgarter, der erstmals seit seinem Wechsel zu RB wieder in seinem  Heimatstadion spielte, war dies ein ganz besonderer Sonntag. „Ich will zeigen,  was aus mir geworden ist“, sagte einer der schnellsten Bundesligaprofis vor der Sonntagsbegegnung mit seiner Vergangenheit.

          Die Stuttgarter Fans in der  Cannstatter Kurve begrüßten Werner erwartungsgemäß trotzdem reichlich  reserviert mit unüberhörbaren Pfiffen. Ultras kennen keinen Humor, wenn es um  einen Seitenwechsler geht, zumal dann, wenn er beim „Brauseklub“ in Leipzig  anheuert.

          Bilderstrecke

          VfB-Trainer Korkut hatte genug mit seiner eigenen Mannschaft zu tun, um auch noch auf den speziellen Zweikampf zwischen zwei sehr unterschiedlichen Stürmertypen zu achten. Er musste seine Abwehr umbauen, da ihm Innenverteidiger  Baumgartl, der am Wochenende unter heftigen Kopfschmerzen litt, nicht zur  Verfügung stand. So konnte der zuletzt im defensiven Mittelfeld überzeugende  Badstuber wieder zurück auf seine Stammposition rücken. Badstuber und der  Franzose Pavard organisierten in der ersten Hälfte die wie fast immer  betonsichere Stuttgarter Abwehr exzellent. Das hatte auch zur Folge, dass Werner keine einzige Szene hatte, die ihn zum Leipziger Helden hätte machen  können.

          Da sich auf der Gegenseite auch der klassische Strafraumstürmer Gomez nicht durchsetzen konnte, verlief sich das vorher groß annoncierte Duell der  beiden in der Unscheinbarkeit. Faszinierende Angriffszüge und brisante Torszenen blieben vor dem Wechsel  beiderseits aus. Dafür gab es einige Härtefälle und Nickligkeiten in der  emotional aufgeheizten Begegnung. Der Hamburger Schiedsrichter Stieler ging  damit aber stets besonnen um, vor allem, als Badstuber Poulsen gefoult hatte  und anschließend den Dänen beschimpfte, weil die Leipziger zuvor das Spiel  richtigerweise weiterlaufen ließen, als der Stuttgarter Linksverteidiger Insua  leicht verletzt am Boden lag. Viel Lärm um wenig Fußball: So ging die erste  Halbzeit in der Hauptsache Fußball ereignislos zu Ende.

          Werner und Fomez bemüht

          Nach der Pause besserte sich das Niveau, wenn auch nicht dramatisch. Die  Stuttgarter trauten sich etwas häufiger in die Offensive und besaßen durch Ginczeks geblockten Schuss auch eine veritabele Torgelegenheit (63.), die  Leipziger fanden nun häufiger die Räume, die sie für ihre Schnellangriffe  brauchen. Keita hätte früh das 1:0 erzielen können, doch er verzog den Ball,  nachdem er sich zuvor freie Schussbahn verschafft hatte (47.). Und was war mit Gomez und Werner? Der Stuttgarter mühte sich weiter redlich ab und hätte  beinahe noch ein Flugkopfballtor erzielt (80.), als er sein Ziel knapp  verfehlte, während der Leipziger weiter fahrig wirkte und sich nach einem  Disput mit VfB-Kapitän Gentner weiteren Pfiffen ausgesetzt sah.

          Nach 77 Minuten  war sein „Heimspiel“ vorbei, als Augustin für den gebürtigen Stuttgarter  eingewechselt wurde. Rein sportlich gesehen, hinterließ Werner diesmal keinen  großen Eindruck. Damit aber stand er am Ende nicht alleine da.

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