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VfB Stuttgart Heulender Held, perfektes Comeback

13.05.2007 ·  Cacau und Gomez haben den VfB Stuttgart für die zweite Meisterschaft nach 1992 in Position gebracht. Nach dem 3:2 in Bochum träumen die Schwaben vom Titel. Großen Anteil am Erfolg hatte auch ein „Teufelskerl“. Mit FAZ.NET-Bildergalerie.

Von Richard Leipold, Bochum
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Als es für Cacau dreizehn schlug, war er zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Beim 3:2 in Bochum gelang dem Stürmer des VfB Stuttgart der Siegtreffer über den VfL, der zeitweise den Eindruck machte, als könnte er nach Schalke auch Stuttgart in Schrecken versetzen. Mit seinem dreizehnten Treffer in dieser Saison hat Cacau das Tor zur deutschen Meisterschaft für seine Mannschaft weit aufgestoßen.

Nach dem Schlusspfiff hatte der 26 Jahre alte Brasilianer nicht nur den Titel vor und Tränen in den Augen. Unter dem Eindruck eines hart erarbeiteten Tageserfolges, der beste Perspektiven eröffnet, wurde er von seinen Gefühlen übermannt. Vor allem der wechselvolle Spielverlauf im Bochumer Stadion setzte Emotionen frei. „Ich konnte nicht glauben, dass wir das Spiel noch gedreht haben“, sagte Cacau, „deswegen habe ich geweint.“

Cacaus Aufstieg zum Teamplayer

Eine Stunde lang war es zum Heulen gewesen für die Stuttgarter. Gegen eine eifrig kämpfende Bochumer Elf gerieten sie zweimal in Rückstand - ohne die Nerven zu verlieren, die Zuversicht oder gar das Spiel. Cacau nutzte in der 72. Minute seine große Chance und eröffnete so seiner Mannschaft die große Chance, zum ersten Mal nach 1992 wieder die deutsche Fußballmeisterschaft nach Stuttgart zu holen. Im Vergleich zu jenem Meisterjahr sind die Schwaben sogar früh dran. Vor fünfzehn Jahren übernahmen sie erst in der letzten Runde die Tabellenspitze.

3:2 in Bochum: Cacau und Gomez lassen Stuttgart feiern

Für Cacau scheint das vierte Jahr beim VfB sein bestes zu werden. Er verkörpert nicht mehr bloß individuelle Klasse, er weiß sie auch wirkungsvoll in den Dienst der Mannschaft zu stellen. In ihm spiegelt sich eine Entwicklung, die den Klub nicht nur seiner zwei Punkte Vorsprung wegen zum Favoriten macht. „Früher hat Cacau ein bisschen eigensinnig gespielt“, sagt VfB-Trainer Armin Veh, „aber jetzt arbeitet er viel für die Mannschaft.“ Cacaus Aufstieg zum Teamplayer kommt zur rechten Zeit - ebenso wie das Comeback seines Sturmpartners: In der 55. Minute betrat Mario Gomez die große Bühne, zum ersten Mal nach zwei Monaten Zwangspause.

„Wir haben wir ja noch einen Teufelskerl“

Wegen einer Knieverletzung und einer gebrochenen Hand konnte der Nationalspieler nur als Beobachter erleben, wie aus einer ambitionierten Mannschaft ein ernst zu nehmender Titelkandidat wurde. Bei seiner Rückkehr war es Gomez vorbehalten, den neuen Anspruch als Torschütze zu untermauern. Er war gerade fünf Minuten auf dem Platz, da nutzte er seinen ersten Ballkontakt zum 2:2; zuvor hatte schon Thomas Hitzlsperger einen Bochumer Führungstreffer ausgeglichen. Gomez' vierzehntes Saisontor war sein wohl wichtigstes. Während die meisten Stuttgarter Profis sich vorsichtig äußerten, zeigte Gomez auch verbal große Entschlossenheit. „Wenn wir so spielen wie in Bochum, kann eigentlich nichts mehr passieren. Außerdem haben wir ja noch einen Teufelskerl“, sagte er.

Gemeint war Torhüter Timo Hildebrand, der erst einen höheren Rückstand verhinderte und später dem Bochumer Ausgleich im Wege stand (Siehe auch: Timo Hildebrand: Titanisches Gebrüll). Statt sich selbst oder seinen kongenialen Partner Cacau zu loben, erklärte Gomez den Schlussmann, der auch von den Fans gefeiert wurde, zum Matchwinner. „Wir müssen uns alle bei Timo bedanken. „Er war uns ein großer Rückhalt, das gilt nicht nur für diesen Tag“, sagte der Torjäger über den Torhüter. „Wir haben vielleicht die Möglichkeit deutscher Meister zu werden, vor allem seinetwegen.“

VfL Bochum - VfB Stuttgart 2:3 (2:1)
Bochum: Drobny - Schröder, Maltritz, Yahia (46. Drsek), Butscher (78. Ilicevic) - Misimovic, Dabrowski, Zdebel, Grote (65. Bönig) - Epalle, Gekas
Stuttgart: Hildebrand - Osorio (55. Gomez), Tasci, Delpierre, Magnin - Khedira, Pardo, Hitzlsperger - Hilbert, Cacau (88. Streller), Lauth (55. da Silva)
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 31.328 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Schröder (4.), 1:1 Hitzlsperger (24.), 2:1 Maltritz (42.), 2:2 Gomez (61.), 2:3 Cacau (72.)

Quelle: F.A.Z.
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