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Uli Hoeneß „Nastrowje, auf Wiedersehen Fußball“

04.09.2006 ·  Uli Hoeneß macht sich Sorgen um die Zukunft des Fußballs. „Wenn diese Rußlandisierung anhält, dann werden wir in zehn Jahren sagen können: auf Wiedersehen, Fußball“, kritisierte der Manager des FC Bayern.

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Bayern-Manager Uli Hoeneß warnte am Montag mit Nachdruck vor dem wachsenden Einfluß russischer Geldgeber auf den internationalen Fußball. So kritisierte der Manager heftig, daß der argentinische Verband die Rechte an seinem Nationalteam an einen russischen Investor verkauft hat: „Ich halte das für Wahnsinn. Das ist für mich der Anfang vom Ende des Fußballs.“

Mit Unbehagen verfolgt Hoeneß die Einflußnahme von Geldgebern wie Roman Abramowitsch beim FC Chelsea London oder Viktor Felixowitsch Wexelberg. Der Multimilliardär hat sich für 14 Millionen Euro das Recht erkauft, zu bestimmen, welche Spieler in die argentinische Auswahl berufen werden. „Wenn diese Rußlandisierung sich fortsetzt, dann werden wir in zehn Jahren sagen können: Nastrowje, auf Wiedersehen Fußball.“

„Spielchen beenden“

Diese Entwicklung wird laut Hoeneß erst dann zu stoppen sein, „wenn wir endlich dazu übergehen, daß die Ölkonzerne ihre Mafia mit den Russen und den Arabern beenden und wir genug alternative Energien entwickeln, damit die ihre Spielchen beenden und irgendwann ihr Öl selber trinken müssen.“

Mangels derartiger Investoren und wegen der im europäischen Vergleich geringeren Fernseh-Einnahmen sieht er vorerst für die Bayern keine Chance auf einen internationalen Titel. „Da wir im Schnitt jährlich 80 Millionen Euro weniger TV-Einnahmen haben als die europäischen Spitzenclubs, ist es aus meiner Sicht grundsätzlich nicht möglich, die Champions League zu gewinnen.“

Hoeneß erwartet wieder „großes Gejammer“

Der Welt- und Europameister will deswegen aber seine Politik der wirtschaftlichen Vernunft nicht ändern. „Ich wäre nicht stolz darauf, die Champions League zu gewinnen, wenn ich dafür wie der FC Chelsea letztes Jahr 204 Millionen Euro Verlust machen würde“, sagte Hoeneß. National hält der Manager seinen Klub für nahezu konkurrenzlos. Er sei nicht bereit, „mich diesem Affentheater anzuschließen, das um die angeblich schlechten Leistungen unserer Mannschaft gemacht wird, nachdem erst drei Spieltage absolviert sind. Am 34. Spieltag können alle Kritiker sagen, was wir richtig und was wir falsch gemacht haben. Womöglich gibt es dann wieder ein großes Gejammer, weil der FC Bayern mit zehn Punkten Vorsprung Meister geworden ist.“

Seine Zeit als Bayern-Manager neigt sich unterdessen dem Ende entgegen. „Mein Vertrag läuft noch drei Jahre. Wenn alles normal läuft, wird Franz Beckenbauer dann als Präsident aufhören und ich werde sein Nachfolger“, sagte der 54jährige, der seit 1979 für den Profibetrieb beim deutschen Fußball- Rekordmeisters verantwortlich ist.

Anfang vom Ende der Nachwuchsarbeit

Hoeneß wehrte sich gegen die Überlegungen, im Zuge der geplanten Regionalliga-Reform die Bundesliga-Reserveteams weitgehend aus der Dritten Liga auszuschließen. „Wenn sie nicht mehr mitspielen dürfen, ist das der Anfang vom Ende unserer Nachwuchsarbeit“, meinte der Bayern-Manager, „das gesamte Jugendförderungskonzept des DFB und der Profivereine kann man auf die Müllhalde schmeißen, wenn die zweiten Mannschaften nicht mehr die Chance haben, drittklassig zu spielen.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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