http://www.faz.net/-gtm-95spt

Tipp von Hoffenheim-Trainer : Nagelsmann empfiehlt Spieler eine Freundin

  • Aktualisiert am

„Ich kann ihm da ein paar Tipps geben“: Trainer Julian Nagelsmann mit Single-Spieler Nadiem Amiri (rechts). Bild: Picture-Alliance

Kein Alkohol, keine Disco – und keine Freundin. Hoffenheim-Spieler Nadiem Amiri will sich nur auf Fußball konzentrieren. Sein Trainer aber sieht vor allem im Single-Leben nicht nur Vorteile.

          Trainer Julian Nagelsmann ist nicht richtig überzeugt vom Single-Leben seines Toptalents Nadiem Amiri. Der U-21-Europameister von 1899 Hoffenheim hatte in einem „Sportbuzzer“-Interview betont, dass er sich ganz auf den Fußball konzentriere. „Kein Alkohol, nicht in die Disco, das ist nicht so schlecht. Dass er jetzt nie eine Freundin hat, also keine feste...“, sagte Nagelsmann bei der Pressekonferenz am Donnerstag grinsend. „Es ist sicher auch nicht schlecht, wenn man sich mal ablenkt, jemand zum Kuscheln hat.“ Aber das dürfe Amiri selbst entscheiden.

          Der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte erklärt: „Ich gehe nicht in Discos, rauche nicht, trinke keinen Alkohol. Ich habe keine Freundin. Ich ordne dem Fußball alles unter. Und ich glaube, ein bisschen so musst du drauf sein, um Bundesligaspieler zu werden.“ Sein 30 Jahre alter Chefcoach findet es grundsätzlich sehr gut, wenn der Fokus auf dem Fußball liegt. „Vielleicht hat er die richtig verständnisvolle Freundin noch nicht gefunden. Ich kann ihm da ein paar Tipps geben“, sagte Nagelsmann, schränkte aber ein: „Ich bin jetzt auch nicht der Mega-Reißer gewesen in meinen jüngeren Jahren.“ Amiri gilt als eines der am meisten umworbenen deutschen Bundesliga-Talente: Der gebürtige Ludwigshafener steht in Hoffenheim bis 2020 unter Vertrag; er soll laut Medienberichten aber eine Ausstiegsklausel bei einer Ablöse von 17 Millionen Euro haben.

          Zum Rückrundenstart könnte Amiri aber fehlen. Hoffenheim bricht vor dem Spiel bei Werder Bremen ein Großteil des Mittelfelds weg. „Stand jetzt“, sagte Trainer Nagelsmann, fallen Nationalspieler Kerem Demirbay und Amiri aus: „Kerem ganz sicher, Nadiem zu 90 Prozent.“ Demirbay habe eine Verletzung der Oberschenkelmuskulatur und werde etwas länger fehlen. Amiri leidet unter einer Fußprellung, „die nicht so schnell verheilt“. Zudem werden Dennis Geiger und Lukas Rupp von muskulären Problemen geplagt. „Das sind alles ein bisschen Altlasten vom letzten Jahr und auch dem geschuldet, dass der Urlaub so kurz war“, erklärte Nagelsmann. In Bremen an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) hoffen die Hoffenheimer auf eine Revanche für das DFB-Pokal-Aus im Dezember. Eine Alternative im Mittelfeld wäre der frühere Bremer Florian Grillitsch.

          Das ewige Lamentieren, Diskutieren und Zeit schinden in der Bundesliga muss nach Ansicht derweil nach Ansicht von Nagelsmann nicht sein. „Ich glaube: Ab und zu mal mehr den harten Hund mimen, ist nicht so schlecht“, sagte der „Trainer des Jahres 2016“. Nagelsmann findet auch nachträgliche Sperren für Schwalben, wie sie in England ausgesprochen werden können, klasse. In der Premier League gebe es schon einen großen Unterschied, „wie die Spieler mit Situationen, mit Körpereinsatz, mit Fouls, mit Schiedsrichterentscheidungen umgehen“, erklärte der 30-Jährige. „Da gibt’s auch die sehr interessante Regel, dass man für eine Schwalbe hinterher gesperrt werden kann. Das finde ich super! Das ist eine tolle Regel, mit der man ein bissschen mehr Fairness reinkriegt.“

          Die Spiele in Spanien und Italien sind nach Nagelsmanns Ansicht auch nicht besser als die in Deutschland. „Ich schaue ab und zu mal den Clásico, und die spielen da maximal 40 Minuten. Wenn Clásico ist, da wird nur diskutiert“, sagte er mit Blick auf die prestigeträchtigen Spiele zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. „Wir tun alle gut daran, wenn man ein bisschen weniger diskutiert, ein bisschen weniger am Boden liegt und ein bisschen mehr spielt“, betonte Nagelsmann: Die Stadion-Tickets würden ja Geld kosten, ebenso wie Sky-Abos oder ein Eurosport Player. „Je mehr Spielminuten man hat, desto günstiger wird dann jede auch für jeden Einzelnen, wenn man es umrechnet.“ Von seiner Kritik am Verhalten der Profis nahm er seine Mannschaft nicht aus: „Wir haben auch zwei, drei Spieler, die sehr gern mal diskutieren mit dem Schiedsrichter.“

          Quelle: tora./dpa

          Weitere Themen

          Ein gesamt-koreanisches Team Video-Seite öffnen

          Olympische Winterspiele : Ein gesamt-koreanisches Team

          „Es ist hart, dass unser Team für politische Zwecke genutzt wird“, so die Trainerin der Eishockey-Frauenmannschaft. Das Team soll gesamt-koreanisch aufgestellt sein: So sollen 23 Spielerinnen aus Südkorea und 12 aus Nordkorea mitspielen.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Geschickter Händler: AfD-Abgeordneter Peter Boehringer

          Peter Boehringer : Goldjunge der AfD

          Peter Boehringer soll Vorsitzender des Haushaltsausschusses werden. Der Abgeordnete gilt als geschickter Finanzfachmann – besonders wenn es um Gold geht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.