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TSG 1899 Hoffenheim Neue Eliteschule des Fußballs

19.05.2008 ·  Der kleine Klub aus dem Kraichgau ist erstaunlich schnell in die Bundesliga aufgestiegen. Doch ohne Milliardär und Mäzen Dietmar Hopp und sein Geld wäre das nicht möglich gewesen. Nun will er eine Eliteschule des Fußballs errichten.

Von Daniel Meuren
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Man kann die Geschichte der TSG 1899 Hoffenheim lesen wie ein Fußballmärchen: Dorfverein, 1991 noch in der Kreisliga A, 17 Jahre und sieben Aufstiege später in einer Spielklasse mit dem großen FC Bayern. Der Verein aus dem lediglich 3263 Einwohner zählenden Heimatort von Milliardär und Mäzen Dietmar Hopp bietet aber auch Stoff für eine nüchterne Lesart: Geld schießt Tore – und zwar noch viel mehr und schneller als selbst von den Entwicklern des Business-Plans für das Projekt Hoffenheim erwartet. Nach nur zwei Jahren hat der in der Drittklassigkeit angetretene Chefentwickler Ralf Rangnick das für 2011 angestrebte Etappenziel Bundesligaaufstieg erreicht.

Der sportliche Erfolg ist auch das Ergebnis guter Arbeit. Die hat der einst in Schalke in der Champions League tätige Fußballtrainer mit einem von ihm selbst ausgewählten Kompetenzteam vom ehemaligen Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters bis hin zum Sportpsychologen Hans-Dieter Hermann geleistet. Aber ein solches Team von Experten kann eben kein normaler Zweitliga-Klub anheuern. Erst recht sind andernorts keine Transfers möglich, wie sie der Klub in dieser Saison tätigte. Er lockte für rund 20 Millionen Euro vier großartige Talente mit brasilianischen und afrikanischen Wurzeln nach Hoffenheim. Im beschaulichen Kraichgau-Dorf ist das alles machbar, weil Hopp vor einigen Jahren sein Herz für den Klub wiederentdeckt hat, bei dem er einst selbst die Fußballschuhe geschnürt hatte.

Etwas Neues aufbauen

Anders als Roman Abramowitsch hat sich der Gründer des Softwareentwicklers SAP nicht eine etablierte Fußballmarke ausgesucht, um seinem Hobby zu frönen und kurzfristig große Erfolge feiern zu können. Stattdessen hat der heute 68 Jahre alte Unternehmer den sportlich Verantwortlichen mit auf den Weg gegeben, dass sie langfristig mit Nachwuchsspielern, wenn möglich aus der Rhein-Neckar-Region, etwas aufbauen sollen, was es im deutschen Fußball noch nicht gab: eine Eliteschule des Ballspiels, eine Entwicklungsabteilung für Konzeptfußball, von der bald auch die Frauen-Bundesliga profitieren soll.

Video: Hallo Hoffenheim!

Deshalb werden in der kommenden Saison auch keine Ronaldinhos oder Kuranyis im hochmodernen Trainingszentrum im Nachbardorf Zuzenhausen das taktische Einmaleins von „Professor“ Rangnick erlernen. Der Klub wird stattdessen mit hochbegabten Auszubildenden sehr schnell zum Spitzenteam wachsen, so wie es der Freiburger Trainer Robin Dutt schon vor geraumer Zeit prophezeite: „Hoffenheim ist der einzige Verein, der Bayern irgendwann gefährlich werden könnte.“ Vermutlich werden die Hoffenheimer auch dieses „irgendwann“ in ein „bald“ verkürzen. Den Beweis, dass der Klub tatsächlich eine Bereicherung für die deutsche Fußballkultur und eben kein Retortenverein ist, müssen Hopp, Rangnick und Co. indes noch antreten.

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Jahrgang 1973, Sportredakteur.

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