12.09.2008 · Der Rasen hatte nach dem Madonna-Konzert nicht genug Zeit, um Wurzeln zu schlagen. So kam es zur Absage der Bundesliga-Partie. Frankfurts Trainer Funkel begrüßte die „verantwortungsvolle Entscheidung“, KSC-Kollege Becker sprach von einer „Sauerei“.
Von Ralf Weitbrecht, FrankfurtGenau 57 Minuten hat der Entscheidungsprozess gedauert. Dann haben sich – zwischen zwei komplett verschiedenen Pressemitteilungen der Frankfurter Eintracht – Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer und Holger Hieronymus, Geschäftsführer Spielbetrieb der Deutschen Fußball Liga (DFL), doch noch darauf verständigt, die für Freitagabend geplante Bundesligapartie zwischen der Frankfurter Eintracht und dem Karlsruher SC endgültig abzusagen.
Durch den fehlenden Untergrund, so die Begründung, sei die Gesundheitsgefährdung der Spieler zu groß. Offiziell „schuld“ an der Absage soll die Pop-Ikone Madonna sein. Die hatte am Dienstagabend ein schon lange feststehendes Konzert mit deutlich sichtbaren Folgen gegeben (siehe: Spielabsage in Frankfurt: Spielverderberin Madonna).
Wie auf einem Truppenübungsplatz
Tags darauf nämlich sah der teils zusammengepresste, teils wellblechartig geformte Rasen wie auf einem Truppenübungsplatz aus, und die Macher der Frankfurter Arena hatten schlichtweg keine Chance, innerhalb kürzester Zeit eine regelkonforme Spielfläche herzurichten. Patrik Meyer, der Geschäftsführer der Stadion Frankfurt GmbH, hatte die DFL schon vor Monaten auf die wahrscheinlichen Folgen des Madonna-Auftritts hingewiesen und vergeblich um einen anderen Spieltermin gebeten. Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel begrüßte die „verantwortungsvolle Entscheidung. Es wäre ein Glücksspiel unter freiem Himmel geworden, und das ist in Deutschland verboten.“
Ein Nachholtermin steht noch nicht fest, doch ist es aufgrund der vielfältigen Spielansetzungen im internationalen Fußball durchaus denkbar, dass man sich erst am 12. November wiedersieht, um die ausgefallene Partie nachzuholen (siehe: Bundesliga-Kommentar: Die Liga hat ein Pausenthema).
Für Becker „eine Sauerei“
Dass es am Freitagmorgen nach zwei Platzbegehungen und eingehenden Konsultationen doch noch zu einer Kehrtwende und damit zu einer Absage des Bundesligaspiels zwischen der Eintracht und dem KSC gekommen ist, ist bei Trainer Funkel auf fruchtbaren Boden gefallen. „So, wie die Verhältnisse waren, ist dies in unserem Sinne. Der Rasen hätte bei einem neunzigminütigen Kampfspiel nicht standgehalten. Die Gesundheit der Spieler wurde in den Vordergrund gestellt“, sagte der Coach der Eintracht. Die Absage selbst kommentierte er gewohnt gelassen: „Das ist doch kein Erdbeben. Es fällt einfach nur ein Fußballspiel aus.“
Eine grundsätzlich andere Auffassung vertrat Funkels Karlsruher Kollege Edmund Becker, der im Gegenteil ungehalten auf die Entscheidung reagierte. „Dass die Partie jetzt so kurzfristig abgesagt wurde, ist für uns eine Sauerei. Bereits gestern stand eine Absage im Raum, man hat uns aber versichert, dass auf jeden Fall gespielt wird. So, wie das jetzt abgelaufen ist, ist das für uns nicht nachvollziehbar“, äußerte er sein Unverständnis.
Der Stadionbetreiber konnte nicht zaubern
Zumal Schiedsrichter Kinhöfer nach einer ersten Platzbegehung am Freitagvormittag keine Bedenken gegen die Austragung der Partie angemeldet hatte. Nach dem Madonna-Konzert am Dienstag hatte sich der Rasen in einem erwartet desolaten Zustand befunden und musste weitgehend ausgetauscht werden (siehe: Madonna in Frankfurt: Ungeniert wie immer).
Doch weil das frischverlegte Grün aufgrund der geringen Zeit überhaupt keine Chance hatte, auch nur ansatzweise anzuwachsen und eine Bindung mit dem Boden herzustellen, stufte die Platzkommission das Risiko für die Profis als zu groß ein und entschied sich für die Absage. „Der Stadionbetreiber hat sich alle Mühe gegeben, aber er konnte nicht zaubern. Der neue Rasen liegt ja erst seit zwölf Stunden. Man hat versucht, der ungünstigen Terminkonstellation ein Schnippchen zu schlagen, aber es hat nicht funktioniert“, sagte ein verständnisvoller Funkel.
Heribert Bruchhagen, Vorgänger von Hieronymus in der Geschäftsführerposition Spielbetrieb bei der DFL und seit knapp fünf Jahren Vorstandschef der Frankfurter Eintracht, wurde von den Folgen des Madonna-Auftritts überrascht. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass ein Konzert solche Auswirkungen haben kann. Wir haben die Absage zu respektieren, auch wenn wir darüber nicht erfreut sind. Es ist organisatorisch nicht einfach, 48.000 Menschen darüber zu informieren, dass nicht gespielt wird“, sagte er. „Auch wenn wir dies nicht tun müssten, räumen wir ein Rückgaberecht für alle Eintrittskarten ein.“
Weshalb hat die DFL sich geweigert.....
Richard Capilano (Capilano)
- 13.09.2008, 13:43 Uhr
Gras drüber - aber das Spiel fällt aus
waldemar Kwasniok (ohoeadler)
- 13.09.2008, 17:01 Uhr
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |