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Ralf Rangnick im Gespräch : „Mich schrecken die Gehälter“

Eine sorgenfreie erste Bundesliga-Saison würde Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick gefallen. Bild: dpa

RB Leipzig ist der umstrittenste Verein der Fußball-Bundesliga. Vor dem ersten Spiel bei Hoffenheim spricht Sportdirektor Ralf Rangnick über den Transfermarkt, Abstiegsangst und Joshua Kimmich.

          RB Leipzig ist der umstrittenste Verein der Fußball-Bundesliga. Ein Dortmunder Fan-Bündnis boykottiert bereits das erste Heimspiel. Aber trotz aller Proteste: Der Aufstieg des Klubs, der vor vier Jahren noch in der vierten Liga spielte, scheint unaufhaltsam. Zum ersten Spiel in der Bundesliga geht es an diesem Sonntag zum Spiel bei Hoffenheim (17.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET).

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          RB Leipzig gilt einigen Fußballfans als kaltes, seelenloses Konstrukt. Was bedeutet Ihnen persönlich der Aufstieg als Trainer und Sportdirektor – und mit welchen Gefühlen starten Sie als „Nur-noch-Sportdirektor“ in die Bundesliga?

          Wir haben ein Jahr intensiv auf dieses Ziel hingearbeitet. Der Aufstieg war dann mit einer riesigen Freude verbunden. Und mit einem sehr intensiven Gefühl von tiefer Zufriedenheit. In diesem Aufstieg stecken viele Gespräche, viel Zeit, viel Engagement sowie enorm viel Planung und Arbeit. Und der Aufstieg ist mit einem Stab an meiner Seite gelungen, wie ich ihn in dieser Qualität zuvor noch nicht hatte. Das Team selbst war miteinander außergewöhnlich stark verbunden, so stark, dass sich die Spieler selbst total eingebracht und ihre eigenen Interessen hintangestellt haben. Das war der Schlüssel, mit dem wir uns gegen viele Widerstände durchsetzen konnten. Wir mussten meistens 30 Prozent mehr bringen als unsere Gegner, um zu gewinnen. Deswegen war dieser Aufstieg etwas ganz Besonderes. Und jetzt freuen wir uns natürlich auf die Bundesliga, auf etwas Neues. Wir sind, was die Anzahl der Bundesliga-Einsätze angeht, die unerfahrenste Mannschaft der Bundesliga. Und auch die jüngste.

          Haben Sie keine Angst, keine Abstiegsangst? Stellen Sie sich vor: Das Feindbild einiger Fans stiege direkt wieder ab. Sie würden sich zum Gespött im deutschen Fußball machen.

          Warum sollten wir Angst haben? Wir haben uns auch nach dem Aufstieg in die dritte und zweite Liga diesbezüglich keine Sorgen gemacht – und sind einmal direkt und dann im zweiten Jahr wieder aufgestiegen.

          Abstiegsangst ist für andere Aufsteiger ziemlich normal.

          Wenn es Darmstadt und Ingolstadt in der letzten Saison geschafft haben, in der Bundesliga zu bleiben, dann trauen wir uns das in dieser Spielzeit auch zu.

          Selbst Dortmund hat als Titelkandidat im Februar 2015 in der Rückrunde auf einem Abstiegsplatz gestanden.

          Ja, und wer hatte letzte Saison damit gerechnet, dass Hannover 96 und der VfB Stuttgart absteigen? Die Frage könnte man demnach ja auch anderen Klubs stellen.

          Seit der Gründung von RB Leipzig 2009 hat es 13 Aufsteiger in die Bundesliga gegeben. Sieben davon sind nach ein, zwei Jahren wieder abgestiegen. Wir stellen die Frage, weil Aufsteiger den Abstieg vom ersten Tag an fürchten – RB Leipzig offensichtlich nicht. Es geht um diesen Unterschied.

          Wir sind in diesem Jahr der einzige echte Aufsteiger. Freiburg war schon mehrfach in der Bundesliga, seit 35 Jahren mindestens in der zweiten Liga. Wir waren vor vier Jahren noch in der vierten Liga. Es gibt in unserem Klub kaum jemanden, der Erfahrung in und mit der Bundesliga besitzt. Unser Trainer Ralph Hasenhüttl war bisher genau ein Jahr in der Bundesliga tätig. Wir machen uns deshalb allerdings nicht kleiner, aber auch nicht größer, als wir sind.

          Wie würde es sich für Sie anfühlen, wenn Leipzig am Ende auf Rang 15 landet?

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