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Rassismus im Fußball Das einzig richtige Signal

Fußballspielern wird gerne ein eher schlichtes Gemüt nachgesagt. Manchmal sagen Fußballspieler aber auch schlicht die Wahrheit. Ralph Gunesch, zum Beispiel, zu den rassistischen Ausfällen im Münchner Zweitligaspiel.

© dpa Vergrößern Spielszene zwischen 1860 und Ingolstadt mit da Costa (hinten): Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel nach rassistischen Rufen

Fußballspielern wird gerne ein eher schlichtes Gemüt nachgesagt. Manchmal sagen Fußballspieler aber auch schlicht die Wahrheit. „Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“, schrieb Ralph Gunesch nach dem Zweitligaspiel des FC Ingolstadt bei 1860 München am Sonntag in einem Facebook-Eintrag: „Verschont uns mit dem Gedankengut.“ Gunesch hatte gehört, wie sein Teamkollege Danny da Costa von einem Münchner Zuschauer während der gesamten Partie rassistisch beleidigt wurde. Es war eine neue Erfahrung für da Costa, der sagte, so etwas habe er in seiner Karriere, die den Neusser bis in die U-21-Nationalmannschaft geführt hat, noch nie erlebt. 1860 meint, den Täter erkannt zu haben, erstattete Anzeige, will ein Stadionverbot verhängen und geht von einem Einzelfall aus.

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Tatsächlich: Vor zwanzig Jahren gab es noch weit häufiger offen rassistische Ausfälle auf den Tribünen der Bundesliga. Und doch gehört der Rassismus in Deutschland nach wie vor zum Alltag, also auch zum Alltag des Fußballs, von der Kreisliga bis in die Bundesliga. In der Nacht zum Freitag wurde in Luckenwalde ein Brandsatz über die Toreinfahrt eines Asylbewerberheims geschleudert, in der Nacht zu Samstag ein junger Afghane in Schwerin überfallen, rassistisch beleidigt und schwer verletzt. Und am Sonntag wurde in München ein junger Fußballprofi wegen seiner Hautfarbe beschimpft.

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Deshalb ist es wichtig, dass Profis wie Kevin Prince Boateng, der im vergangenen Winter bei einem Testspiel mit dem AC Mailand in Italien wegen beleidigender Zwischenrufe den Platz verließ und einen Abbruch der Partie bewirkte, sich in der „Task Force“ des Internationalen Fußball-Verbandes gegen Rassismus engagiert. Deshalb ist es wichtig, dass sich Vereine gegen rechtsradikale Fangruppen auf ihren Tribünen wehren. Deshalb ist es wichtig, dass der Deutsche Fußball-Bund seine integrative Kraft betont, nicht nur in Werbespots vor Länderspielen. Und deshalb ist es wichtig, dass Fußballspieler wie Gunesch den Mund aufmachen, wenn sie Zeuge rassistischer Beleidigungen werden. Sie haben dazu, Stichwort soziale Netzwerke, bessere Möglichkeiten denn je. Sie müssen sie nur nutzen, immer wieder, bis es im Stadion nicht mal mehr Einzelfälle gibt.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 19.08.2013, 17:30 Uhr

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