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Rafinha Ruft mich an!

30.08.2009 ·  Am Montag schließt die Transferperiode: Der derzeit heißeste Kandidat für den letzten spektakulären Coup heißt nicht mehr Ribéry. Plötzlich könnte Rafinha die große Nummer des Montags sein.

Von Richard Leipold, Gelsenkirchen
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Heißa, es ist Montag! Oft ist der Montag im Fußball ja ein eher grauer Tag, zuweilen aufgehellt von einem mehr oder weniger interessanten Zweitligaspiel. Aber dieser Montag ist ein guter Montag. Die Transferliste schließt; die Spekulanten der Ligen können sich abkühlen, bis im Winter das nächste Fenster für Wechselwillige geöffnet wird. Welch seltsame Blüten die Nervosität kurz vor Toresschluss treiben kann, hat sich zuletzt in Schalke gezeigt. Der Revierklub scheint durchaus daran interessiert, Rafinha, den vermutlich besten Rechtsverteidiger der Liga, abzugeben, aber natürlich nur, wenn die Ablöse stimmt, also eine zweistellige Millionensumme in Euro geboten wird. Der Revierklub braucht nach eigenem Bekunden kein Geld, wie Schalke den Meldungen über wirtschaftliche Turbulenzen tapfer und (nach Meinung von Skeptikern) dreist entgegenhält.

Ob Schalke das Geld sofort benötigt oder erst im Laufe dieses Geschäftsjahrs frei von europäischen Verpflichtungen und Einnahmen: Rafinha ist keineswegs unverkäuflich. Im Gegenteil: Er ist der erste Verkaufskandidat, nicht nur weil er seit langem „weg will“, wie Sportdirektor Felix Magath betont, sondern auch weil die vielen Ladenhüter keinen Abnehmer finden, die der vorherige Manager Andreas Müller überteuert und ohne ersichtlichen Verwendungszweck eingekauft hat.

Magath bezeichnet Rafinha als seinen „besten Feldspieler“, hängt ihm aber zugleich das Schild „For Sale“ um. Gelsenkirchen hängt nicht an Rafinha, Bayern kann einen Rechtsverteidiger gut gebrauchen. Ein scheinbar ideales Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, wie auch der „Kicker“ mit Blick auf sichere Quellen berichtete. Eine Konstellation, die nach den Aussagen der Entscheidungsträger aber nicht zum Vertragsabschluss führt.

Weil hernach von allen Beteiligten mit Ausnahme Rafinhas (der gar nichts sagte) energische, ja „definitive“ Dementis kamen, scheint zumindest der Transfer nach München geplatzt. Das heißt aber nicht, dass Schalke einen Verkauf grundsätzlich ablehnt. Im Gegenteil: Magath hat, wie wer selbst sagt, stets „die Hand am Telefon“, um Offerten so rasch wie möglich entgegennehmen zu können, „falls jemand anruft, um ein Angebot zu machen“. Bis Montag könne noch einiges passieren.

Magaths Hand bleibt am Handy

Frei übersetzt heißt das: Wer Interesse hat, möge sich bitte melden. Was Rafinha kosten soll? Auf diese Frage wollte Magath keine Antwort geben. „Keine Ahnung. Woher soll ich das wissen?“ Ein paar Stunden hat er noch Zeit, sich einen Kaufpreis zu überlegen. Aber das ist wohl theoretischer Natur. Nach dem Sonntagstraining sagte der Trainer, sein Mobiltelefon habe nicht geklingelt.

Auch er ist froh, wenn das Transferfenster endlich geschlossen ist und der Unterhaltungsteil im Ressort Fußball wieder von den Spielern beherrscht wird, die zeitig den Verein gewechselt haben oder dort bleiben, wo sie sind. „Mir wäre es lieber, die Transferliste hätte schon am Freitag geschlossen.“ Dennoch dürfte Magath auch am Montag noch die Hand am Handy haben.

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