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Premiere Kofler und der Glanz der Bundesliga

02.08.2007 ·  Mit viel Stolz hat sich der Bezahlsender Premiere auf der Bühne Fußball-Bundesliga zurückgemeldet und sich frühzeitig für die nächste Verhandlungsrunde um die Fernseh-Rechte in Position gebracht.

Von Marcus Theurer
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Die beiden braungebrannten Herren vorne auf dem Podium sind ein Herz und eine Seele. „Ich kenne kein vergleichbares Fernsehstudio wie das von Premiere und ich kenne viele Studien“, lobt Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer. Er sagt wirklich Studien, nicht Studios.

Zwei Stühle weiter wird das Lächeln von Premiere-Vorstandschef Georg Kofler noch etwas breiter. Soll die frei empfangbare „Sportschau“ der ARD weichen, um dem Fußball-Bezahlprogramm von Premiere neue Kunden zu verschaffen? „Ich kann die Unzufriedenheit von Dr. Kofler über die Situation verstehen“, lässt Beckenbauer wissen. Außerdem sei „der Mensch flexibel und kann sich umstellen“ – also Premiere-Abonnent werden, wenn es vielleicht schon in zwei Jahren samstags um kurz nach 18 Uhr keine Bundesliga-Zusammenfassungen mehr im frei empfangbaren Fernsehen gebe.

Feier der Bundesliga-Rückkehr

Donnerstag Mittag in der Premiere-Zentrale im Münchner Vorort Unterföhring. Senderchef Kofler und sein Teilzeitmitarbeiter Beckenbauer, der sich bei ihm als Bundesliga-Kommentator verdingt, feiern die Rückkehr der Bundesliga zu Premiere. Vor zwei Wochen hat Kofler die essentiellen Live-Übertragungsrechte dem mittlerweile bereits eingestampften Kurzzeit-Konkurrenten Arena entwunden. Jetzt präsentiert Premiere der Öffentlichkeit sein Bundesliga-Programm für die nächste Saison.

Es klingt nicht so, als ob Fußball-Fans, die das Premiere-Programm noch von früher kennen, viel Neues entdecken werden. Von Arena, das die Spiele in der abgelaufenen Saison übertrug, hat Premiere weder Moderatoren noch Programmelemente übernommen. Während Oliver Welke, der Chef-Präsentator von Arena, die Zuschauer vom mobilen Studio aus direkt aus den Stadien der Republik begrüßte, gibt es bei Premiere wieder eine feste Basisstation – des Kaisers liebstes Fernsehstudio eben.

Woanders ist Geld zu sparen

Kofler schwärmt dann noch vom „ausgesprochen erfreulichen“ Vorverkauf, der Premiere bis Monatsende 200.000 neue Bundesliga-Abonnenten bringen werde. Die Heimkehrer zahlen dafür 19,99 Euro im Monat und damit zumindest im Kabelfernsehen fünf Euro mehr als bei Arena. Was Kofler naturgemäß nicht sagt: Kabelkunden in Nordrhein-Westfalen und Hessen sparen Geld, wenn sie die Premiere-Bundesliga nicht beim Sender, sondern beim Netzbetreiber Unity Media ordern. Für diese Merkwürdigkeit hat das Bundeskartellamt gesorgt, das beim Ringen zwischen Arena und Premiere um die Bundesliga gehörig dazwischenfunkte.

Doch Kartellamt hin, Wettbewerb her – mittelfristig, daran lässt Kofler wenig Zweifel, wird die Bundesliga wohl in jedem Fall teurer. „Preisgarantien gehören nicht zu unserer Geschäftspolitik“, sagt der Fernsehmanager. Preiserhöhungen schon zur Saison 2008/2009 schließt er nicht aus. Von Mitte 2009 an, wenn die laufende Vergabeperiode für die Bundesliga-Rechte endet, werden die Karten ohnehin neu gemischt. Dann könnte auch die „Sportschau“ wegfallen.

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Jahrgang 1972, Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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