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1,65-Meter-Profi de Blasis : „Ich renne den Großen einfach weg“

Der furchtlose Instinktfußballer Pablo de Blasis: „Ich denke nicht und spiele dann, sondern ich spiele“ Bild: AP

Pablo de Blasis von Mainz 05 ist der kleinste Spieler der Bundesliga – und dennoch ein Kopfball-Experte. Im Interview spricht der Argentinier vor dem Spiel gegen Stuttgart über Furchtlosigkeit und Tricks gegen Große.

          Mainz 05 ist ein kleiner Klub, der seit vielen Jahren in der Bundesliga überraschend erfolgreich spielt und vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart (20.30 Uhr / Live auf Sky und im Bundesliga-Ticker auf FAZ.NET) auf Platz sieben abermals sehr gut plaziert ist.

          Sie sind bei 1,65 Meter Körpergröße der kleinste Spieler der gesamten Bundesliga, der überraschend gut zurechtkommt mit den stets deutlich größeren Gegenspielern. Gibt es da Parallelen?

          Ich mag den Vergleich. Mainz 05 ist ein kleiner Klub mit viel Herz. Ich bin ein kleiner Spieler, der ebenfalls viel Herz braucht für sein Spiel.

          Wenn Sie spielen, dann spürt man viele Emotionen. Sie wirken lausbubenhaft. Muss man so sein als der Kleinste auf dem Feld?

          Ich liebe es, das Spiel so anzugehen. Ich musste mir immer meinen Weg suchen, um mich durchzusetzen. Das war schon auf dem Schulhof so, als kleiner Junge im Verein. Ich musste immer besonders heißspornig sein. Und dieses kleine Kind ist immer noch in mir drin: Ich denke nicht und spiele dann, sondern ich spiele.

          Der Mainzer Pablo de Blasis (l., im Duell mit Jerome Boateng) kennt keinen falschen Respekt: „Am liebsten gegen die Großen“

          Ist Ihre Körpergröße prägend für Ihr Sportlerleben?

          Ja, von klein auf. Mein Vater hat mich schon als kleiner Junge dazu angetrieben, nie zu viel Respekt zu haben vor Größeren. Er hat mich immer aufgefordert, besonders zu kämpfen. Dafür bin ich ihm dankbar, er hat dadurch meinen Charakter geprägt.

          Ist Ihr Vater ähnlich groß wie Sie?

          Er ist ein paar Zentimeter größer, er wusste, von was er spricht.

          Sie spielten sich bei Mainz 05 in den Fokus, als Sie den Klub mit dem griechischen Verein Asteras Tripolis in der Qualifikation zur Gruppenphase der Europa League besiegt hatten. Damals waren Triplolis der kleine Klub, der Mainz schockte. Passt das zu Ihrer Geschichte?

          Absolut. Wir waren die Kleinen und wir wollten einen für uns großen Gegner ärgern. Wir haben nach einer 0:1-Niederlage hier in Mainz im Rückspiel geschafft. Sonst wäre ich wohl nicht hier in Mainz in der Bundesliga. Ich liebe diese Konstellationen. Das war auch hier bei meinem ersten Startelfeinsatz so: Es ging gegen Bayern München. Ich liebe das! Am liebsten gegen die Großen.

          Einer der Kleinsten gegen einen der ganz Großen: De Blasis mit Bremens Torwart Wiedwald

          In Deutschland wurden lange Jahre kleinere Spieler eher übersehen in der Talentförderung. In Jugend-Nationalteams sind nachweislich Spieler, die am Ende eines Jahres geboren sind im Nachteil, weil sie körperlich noch nicht so weit sind wie die Ältesten ihres Jahrgangs. Wird Körperlichkeit überbewertet?

          Ich bin zwar im Februar geboren, aber das hat mir in meinem Leben nie Größenvorteile gebracht. (lacht) Aber ernsthaft: Als ich 14 Jahre war, da ging es mir schon so, dass ich Schwierigkeiten hatte, meine Trainer zu überzeugen. Da genügten Technik und Schnelligkeit nicht, weil die Größeren viel stärker waren. Ich habe dann viel im Fitnessstudio gearbeitet, um robuster zu werden. Ich habe gelernt, wie ich mich wehren kann.

          Gibt es in Argentinien wegen Stars wie Messi oder Maradona eine andere Wertschätzung für kleinere Spieler?

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