18.02.2012 · Nun soll Otto Rehhagel den taumelnden Hauptstadt-Club retten. Der 73-Jährige kehrt nach über einem Jahrzehnt ins deutsche Oberhaus zurück. Ist den Berlinern damit tatsächlich ein Coup gelungen?
Der 73 Jahre alte Otto Rehhagel wird neuer Trainer von Hertha BSC und soll den angeschlagenen Hauptstadtclub vor dem erneuten Abstieg bewahren. Unmittelbar vor Beginn des 1000. Bundesliga-Spiels der Hertha bestätigte Manager Michael Preetz am Samstag die Rückkehr des Trainer-Rentners ins deutsche Fußball-Oberhaus nach über einem Jahrzehnt Abstinenz. „Otto Rehhagel hat uns seine Zusage gegeben, uns in dieser Situation zu helfen und bis zum Saisonende zu uns zu kommen“, sagte Preetz im Berliner Olympiastadion dem Sender Sky: „Ich bin sicher, dass das die richtige Maßnahme ist.“
Beim Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg in der kommenden Woche soll er nach fast zwölfjähriger Abstinenz sein Comeback auf der Trainerbank in der Fußball-Bundesliga geben.
In der Partie an diesem Samstag (15.30 Uhr im Bundesliga-Live-Ticker) im Berliner Olympiastadion gegen Spitzenreiter und Titelverteidiger Borussia Dortmund wird noch das Interimsgespann René Tretschok und Ante Covic die Mannschaft betreuen.
Das Duo soll Rehhagel auch bei der Rettungsmission helfen. Bis zum Saisonende werden sie Assistenten des Nothelfers sein. „Otto Rehhagel ist eine Ikone, wir freuen uns auf ihn. Wir brauchen hier jemanden, der die Ruhe und die Erfahrung hat“, sagte Tretschok dem Sender Liga total.
Tretschok und Covic hatten das Team nach dem Rauswurf vom erfolglosen Coach Michael Skibbe übernommen. Der war wiederum geholt worden, nachdem die lange Zeit erfolgreiche Zusammenarbeit mit Markus Babbel äußerst geräuschvoll beendet worden war. Rehhagel wird damit der vierte Verantwortliche für das Team in einer Saison sein.
Otto Rehhagel ist ein Herthaner der ersten Bundesliga-Stunde. Am 24. August 1963 stand der gebürtige Essener als Verteidiger in der Berliner Mannschaft, die bei der Premiere im neu gegründeten Oberhaus gegen den 1. FC Nürnberg ein 1:1 erzielte. Der mittlerweile 73-Jährige absolvierte in seiner Zeit in der Hauptstadt von 1963 bis 1966 insgesamt 53 Bundesligaspiele für Hertha BSC. Nach dem 1000. Meisterschaftsmatch des Clubs in der höchsten Spielklasse wird Rehhagel nun als Trainer zum Verein zurückkehren.
Die Frage ist nur wie? Rehhagel gibt sich gern unantastbar, Rehhagel referiert. Und Rehhagel schreckt auch vor traditioneller Taktik nicht zurück. Beim EM-Triumph 2004 mit den personell sicherlich nicht top-besetzten Griechen ließ er seine Hellenen mit einer für viele Experten antiquierten Ausrichtung und einem Libero antreten. Aber: Der Erfolg gab Rehhagel recht.
Die Liste seiner Meriten ist lang. Dreimal wurde Rehhagel als Trainer deutscher Meister. Mit dem 1. FC Kaiserslautern gelang ihm dabei sogar Historisches: Er stieg erst mit den Pfälzern auf und schnappte sich dann den Titel. Mit seinem langjährigen Arbeitgeber Werder Bremen gewann Rehhagel zudem den Europapokal der Pokalsieger. Drei DFB-Pokalsiege kann er ebenfalls verbuchen.
Bei der Hertha geht es indes ums Überleben. Ein erneuter Abstieg wäre verheerend. Für den Verein und vor allem auch für Manager Michael Preetz, der zusammen mit Präsident Werner Gegenbauer die Verhandlungen geführt haben soll. Ein weiterer Fehlgriff wäre für Preetz fatal. Der ehemalige Profi und aktuelle Geschäftsführer Sport steht nach dem schwungvollen Trainerrochaden in der Hauptstadt schwer in der Kritik. Doch auch er dürfte im Hofstaat von „König Otto“ etwas durchatmen können. Zumindest vorübergehend.
„Das ist grandios“, kommentierte der von Preetz entlassene und gerade erst in Hoffenheim angekommene Markus Babbel bei Sky die Entwicklung in Berlin. „Ich habe unter ihm trainiert. Das war sehr lehrreich.“
Laut „sportbild.de“ hat Preetz am Freitagabend die Mannschaft informiert, dass Rehhagel das Team bis zum Saisonende betreut. Preetz hatte eigentlich eine längerfristige Trainerlösung angestrebt. Die Rehhagel-Variante könnte darauf hindeuten, dass seine Wunschkandidaten nicht zur Verfügung stehen. Bisher waren Krassimir Balakow und Christian Gross als Skibbe-Nachfolger im Gespräch.
Rehhagel hatte sich nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2010 als Nationaltrainer Griechenlands verabschiedet, wollte aber von der „Fußball-Rente“ selbst nichts wissen. In Griechenland hatten sie dem Coach 2004 nach dem sensationellen EM-Titel sogar ein Denkmal gebaut.
finds eine super Entscheidung
Jim Greek (Jos_Vik)
- 18.02.2012, 16:40 Uhr
ein zweites blau-weißes Wunder?
Faruk Yalcin Dinc (fereli)
- 18.02.2012, 13:41 Uhr
Preetz' Ende naht
Christoph Rohde (prediger1)
- 18.02.2012, 10:06 Uhr
König Otto, tun Sie es nicht, lassen Sie sich nicht lumpen !!!!!!!!!!
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 18.02.2012, 00:47 Uhr
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |