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Michael Ballack Scheiden tut gut

29.01.2012 ·  Ein großer Sympathieträger oder gar eine Integrationsfigur war Michael Ballack in all den Monaten bei Bayer Leverkusen nicht. Vielleicht sollte er besser gehen.

Von Peter Heß
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© dapd Der Mann von der Ersatzbank: Michael Ballack

Michael Ballack schweigt. Das ist nicht das Beste, was er tun könnte, aber immer noch besser als das, was Wolfgang Holzhäuser zuletzt so von sich gegeben hat. Der Geschäftsführer von Bayer Leverkusen hat seit vergangenem Donnerstag fast täglich - mit unterschiedlichen Härtegraden in der Formulierung - das Projekt Ballack bei Leverkusen für gescheitert erklärt und den ehemaligen Nationalmannschaftskapitän zum Verkauf freigegeben. Holzhäuser machte damit aufgestautem Ärger Luft. Denn einerseits konnte Ballack wegen vieler Verletzungspausen niemals einen reellen sportlichen Gegenwert für geschätzte sieben Millionen Euro Jahresgage bieten, zum anderen hat sich der Altstar als schwierig im Umgang herausgestellt. Ein großer Sympathieträger oder eine Integrationsfigur - wie erhofft - wurde er in den 20 Monaten nicht.

Nun erwartete der Werksklub so etwas wie Dankbarkeit von Ballack, weil er immer geduldig hinter ihm gestanden hatte - während dessen Rehabilitation, während dessen Auseinandersetzung mit dem Deutschen Fußball-Bund wegen des leidigen Themas Abschiedsspiel. Aber der 35 Jahre alte Sachse hatte offensichtlich niemals das Gefühl, irgendetwas zurückgeben zu müssen, über seine Basisarbeit als Fußballprofi hinaus - schon gar nicht - wie erbeten - öffentlich den umstrittenen Leverkusener Trainer Robin Dutt mit netten Aussagen zu stützen. Zumal Dutt nicht Ballacks Selbstverständnis teilt, dass er spielen müsse, sobald er fit sei. Ballack hat es seinem Arbeitgeber in den vergangenen Monaten nicht leichtgemacht.

Dass Holzhäuser die Contenance verloren hat, ist nachvollziehbar, aber nicht zielführend. Was nun? Alle Beteiligten tun zwar so, als wäre es kein Problem, das Vertragsverhältnis bis zum 30. 6. professionell abzuwickeln. Aber besser wäre es für alle, wenn Ballack eine Offerte aus der nordamerikanischen Fußball-Liga annehmen würde. Dann wäre die Gefahr geringer, dass Leverkusen und Ballack weiter an Ansehen verlieren.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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