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TV-Fußballexperte : Harte Kritik von Scholl an „Laptop-Trainern“

  • Aktualisiert am

„Ich bin leidensschaftlich gern Trainer, aber ich akzeptiere die Bedingungen des Geschäfts zurzeit auch nicht“: Mehmet Scholl. Bild: dpa

Seit sieben Jahren ist Mehmet Scholl TV-Experte der ARD. Der frühere Fußball-Nationalspieler möchte in Zukunft wieder als Trainer arbeiten. Zuvor aber übt er deutliche Kritik – auch am DFB.

          Der frühere Fußball-Nationalspieler Mehmet Scholl will nach seiner Karriere als TV-Experte noch einmal als Trainer arbeiten. „Ich brenne wieder darauf“, sagte der 44-Jährige in einem Interview des Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Der frühere U-23-Trainer des FC Bayern München ist seit sieben Jahren TV-Experte der ARD, sein Vertrag läuft noch bis 2018, enthält aber Ausstiegsoptionen.

          „Ja, der Vertrag könnte bei einem möglichen Interessenkonflikt mit einem Trainerjob beendet werden“, erklärte Scholl. Für ihn sei klar, „dass ich spätestens nach Ende der TV-Tätigkeit meiner Leidenschaft als Trainer nachgehen werde. Auf welchem Niveau auch immer.“

          Er habe Respekt davor, „wie sehr das Trainerdasein ins Leben eingreift“, meinte der ehemalige Profi des Karlsruher SC und von Bayern München. „Man hat dann nicht mehr, wie ich, drei Kinder, sondern 26, und geht mit den Sorgen ins Bett.“

          Mit Gerd Müller (links) als Assistent trainierte Scholl einst die zweite Bayern-Mannschaft.
          Mit Gerd Müller (links) als Assistent trainierte Scholl einst die zweite Bayern-Mannschaft. : Bild: Imago

          Mit seiner früheren Zunft geht Scholl hart ins Gericht. „Ich bin leidensschaftlich gern Trainer, aber ich akzeptiere die Bedingungen des Geschäfts zurzeit auch nicht, das geht in die völlig falsche Richtung.“ Derzeit komme eine Trainerschwemme auf den Markt, „immer der gleiche Typus, der alles anders macht, als ich es machen würde. Die haben nie selbst oben gespielt“, kritisierte Scholl, „und auch keine Ahnung, wie ein Profi auf höchstem Niveau tickt.“

          Eine Ursache dafür sieht Scholl in der Fußballlehrer-Ausbildung des DFB. „Je mehr ich die Kandidaten beobachtet habe, die mit Bestnoten abschließen , die dieses typische Kursbestergesicht haben und die Kursinhalte aufgesogen haben, desto mehr sträubten sich mir die Nackenhaare“, sagte der frühere Profi und Trainer. „Bei denen ist Taktik oberstes Gebot, das sind Laptop-Trainer.“

          2007 beendete Scholl seine erfolgreiche Karriere als Fußballspieler.
          2007 beendete Scholl seine erfolgreiche Karriere als Fußballspieler. : Bild: AP

          Quelle: dpa

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