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Mats Hummels im Gespräch „Wir können Spiele verlieren, aber nicht verschenken“

 ·  Ein neuer Angriff auf den FC Bayern: Der Dortmunder Mats Hummels spricht im FAZ.NET-Interview vor dem Supercup am Samstag über „unnötige“ Patzer, die emotionale Bindung zu den Münchnern und seine Zurückhaltung bei Social Media.

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© dpa Vergrößern „Letzte Saison haben wir es den Gegnern zu leicht gemacht“: Mats Hummels

Es ist das erste große Duell der neuen Saison. 63 Tage nach dem Champions-League-Finale von Wembley kämpfen Bayern München und Borussia Dortmund beim Supercup am Samstag um den ersten offiziellen Titel der Spielzeit 2013/2014. Der feierliche Rahmen passt, das Interesse ist riesig. In 195 Ländern wird der Gipfel (20.30 Uhr / Live bei ZDF und Sky) übertragen, mehr als 80.000 Fans werden beim nächsten Kräftemessen der Dauer-Konkurrenten - diesmal in Dortmund - mitfiebern.

Die vergangene Saison war die erste für Sie und den BVB, in der es nicht aufwärtsging. Wo sehen Sie Korrekturbedarf?

Wir haben zu viele Tore kassiert in der Bundesliga, weil die Bereitschaft, nach hinten zu arbeiten, nicht so vorhanden war wie in der Champions League.

Wie arbeitet man daran? Dieses Defensivverhalten war ja schon mal da, es ist nichts, was man neu lernen müsste.

Es muss noch mehr automatisiert werden. Damit das gar nicht über den Willen kommt, sondern über das Wissen, dass es absolute Pflicht ist.

Das Ziel ist wieder die Borussia der Double-Saison 2012?

Das ist die Idee. Letzte Saison haben wir es den Gegnern zu leicht gemacht. Wir können ruhig Spiele verlieren, aber nicht verschenken.

Wie sehen Sie Ihre eigene Leistung?

Ich war auf keinen Fall zufrieden mit dem letzten Jahr. Es gab viel zu viele Ausreißer nach unten. Ich muss wieder die Sicherheit zeigen wie in den Jahren zuvor, ohne die unnötigen Patzer der vergangenen Saison.

Fühlen Sie sich bereit dafür, frischer als vor einem Jahr nach der Europameisterschaft und sehr kurzen Sommerferien?

Das sind Welten Unterschied. Sowohl körperlich als auch von der Begeisterung und Leidenschaft. Die Lust auf Fußball, aufs Training ist wieder da.

Wie sehr müssen Ihnen bei Ihrer Arbeit die Offensivkollegen helfen?

Die Jungs vorn können uns hinten das Leben in einem unvorstellbaren Maße erleichtern. Umgekehrt wird es aber für uns unglaublich schwierig, wenn diese Arbeit vernachlässigt wird. Dann kommt man in Situationen, in denen man schlecht aussieht. Und die man manchmal auch gar nicht mehr verteidigen kann.

Muss auch der neue Spielmacher Henrich Mchitarjan noch lernen, wie man nach vorn verteidigt?

Das wird er sehr schnell verinnerlicht haben. Micky hat uns alle sehr überrascht. Sehr, sehr fröhlich und ein wenig extrovertierter als erwartet. Wir lachen uns den ganzen Tag kaputt über ihn.

Warum?

Weil er so erstaunliche Fortschritte im Deutschen macht. Und sehr schnell auch den ganzen Mist lernt, den wir ihm beibringen.

Was für Mist?

Lieder, Sprüche, Dinge, mit denen man erst mal in der deutschen Sprache nicht sehr viel weiter kommt. Das Wort „Schmutzwäsche“ hat er zum Beispiel sofort gelernt.

Auch der FC Bayern hat mit Thiago Alcántara noch einen neuen Spieler präsentiert. Beobachten Sie das mit Interesse?

Das interessiert mich schon. Andererseits: Sie hatten vorher schon neun herausragende Mittelfeldspieler, jetzt haben sie halt zehn.

Finden Sie es richtig, dass man in Dortmund trotz der zuletzt hohen Einnahmen nicht um arrivierte Stars mitgeboten hat?

Das ist der richtige Weg. Und es ist realistisch. Wenn ein Spieler Angebote von Bayern, Barça, Real und von Borussia Dortmund hat, dann sind die Chancen für uns immer noch am kleinsten. Aber ich glaube, unsere neuen Spieler, wie Sokratis in der Verteidigung, können sehr viele Leute überraschen. Wir haben auf dem Transfermarkt wieder einen sehr guten Job gemacht.

Vor dem Champions-League-Finale gab es Verstimmungen mit den Bayern durch den Götze-Transfer und den Lewandowski-Poker. Hat sich das Klima zwischen Dortmund und München verschärft?

Ja, in diesem Zeitraum auf jeden Fall. Aber ich glaube, dass sich das schnell wieder legen wird. In der Sommerpause wurde jede Aussage aufgebauscht, weil es wenig Sportliches zu berichten gab. Aber mit Saisonbeginn wird das relativ schnell wieder abflauen.

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