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Mark van Bommel Das Herz schlägt immer dort, wo das Gehalt herkommt

 ·  Mark van Bommel hat bei seinem „Lieblingsverein“ einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Schon als Kind sei er Fan der Bayern gewesen, sagte der freundliche Holländer, dessen Herz bis vorgestern noch für Barcelona schlug.

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Der erste Test für Mark van Bommel bei seinem Antrittsbesuch in München war nicht geplant, aber er kam Uli Hoeneß vermutlich gelegen. Der Manager des FC Bayern hat dabei feststellen können, daß sich der Neuzugang auch außerhalb des Fußballplatzes zu helfen weiß. Als der Holländer eine Frage bei seinem ersten öffentlichen Auftritt an der Säbener Straße partout nicht beantworten wollte, wich er ganz diplomatisch aus und erntete dafür den Beifall von Hoeneß.

Überhaupt schien van Bommel der Trubel beim deutschen Meister nicht viel auszumachen. Mit einem Lächeln erfüllte er am Montag beinahe jeden Wunsch, hielt das Trikot mit der Nummer 17, das er zum ersten Mal im Pokalspiel am 9. September beim FC St. Pauli tragen soll, immer wieder in die Kameras. Vermutlich ist van Bommel Schlimmeres gewöhnt. Vom FC Barcelona, dort, wo er in der vergangenen Saison gespielt hat und wo ihn Trainer Frank Rijkaard nun nicht mehr haben wollte.

„Ein sehr, sehr großer Tag für mich“

Am Sonntag nachmittag, einen Tag nachdem sich die Bayern mit den Spaniern über die letzten Details des Transfers geeinigt hatten, ist van Bommel in München angekommen; am Montag mittag hat er nach bestandener sportärztlicher Untersuchung den ausgehandelten Dreijahresvertrag unterschrieben und anschließend brav gesagt: "Es ist ein sehr, sehr großer Tag heute für mich. Ich bin sehr stolz, für den FC Bayern spielen zu können und das Trikot anziehen zu dürfen."

Mark van Bommel hat sich schnell eingestellt auf seinen neuen Arbeitgeber. Er hat ja schon als Kind, als er im deutschen Fernsehen immer die "Sportschau" verfolgte, entdeckt, daß der FC Bayern sein "Lieblingsverein" gewesen sei. Daß er vor einem Jahr, als er seinen Dienst beim FC Barcelona antrat, den Journalisten verriet, früher in der Bettwäsche des spanischen Spitzenklubs geschlafen zu haben, hatten sie bei Bayern vielleicht schon vergessen. Es spielt auch keine große Rolle, denn van Bommel beherrscht eben das Geschäft, und dazu gehört, daß das Herz eben dort schlägt, wo das Gehalt herkommt.

„Ein unangenehmer, garstiger Spieler“

Nur einmal hat er die allgemeine Sprachregelung der Bayern nicht getroffen. Als er nach seinen sportlichen Zielen in München befragt wurde, konzentrierte er sich ganz auf die Champions League, den Wettbewerb, über den die Münchner Verantwortlichen in diesem Jahr gar nicht so gern reden, um keine Hoffnungen zu schüren. Natürlich sei es schwierig, darüber jetzt schon etwas zu sagen, "aber wenn man die Leute auf der Straße vor der Saison fragt, ist der FC Bayern immer eine Mannschaft, die in Europa eine gute Rolle spielen kann", erklärte van Bommel. Wenigstens hat er damit aber keine allzu großen Erwartungen geweckt.

Außerhalb des Platzes wirkt van Bommel freundlich und charmant, auf dem Feld aber gilt er als bissig und giftig. Der Präsident seines ehemaligen Klubs, PSV Eindhoven, Rob Westerhof hat einmal über ihn gesagt: "ein im positiven Sinne unangenehmer, garstiger Spieler". So einen haben sie gesucht beim deutschen Meister, einen, der nicht nur das spielerische Vakuum füllen kann, sondern dank seiner Ausstrahlung und seines Auftretens auch das in der Hierarchie. "Er soll nicht von der Spielweise her Michael Ballack ersetzen, sondern von der Persönlichkeit her", sagt Trainer Felix Magath. Schon der Kumpel aus gemeinsamen Nationalmannschaftszeiten und nun neuer Teamkollege, Roy Makaay, hatte gewarnt, van Bommel nicht mit Ballack zu vergleichen. Magath sieht den Neunundzwanzigjährigen im zentralen oder halbrechten Mittelfeld. "Mit ihm kann unsere Ausrichtung wieder offensiver sein als in den ersten Spielen dieser Saison."

Hoeneß erklärte unterdessen noch einmal, warum Owen Hargreaves trotz van Bommels Verpflichtung nicht zu Manchester United wechseln darf. "Wir sind keine Bank, sondern ein Fußballklub, der vorwärts kommen will." Man wolle sich mit van Bommel verstärken und deshalb "wären wir bescheuert, wenn wir gleichzeitig einen anderen abgeben würden."

Quelle: F.A.Z. vom 29. August 2006
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