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Mario Gomez Dampf für 69 Minuten

26.08.2007 ·  Für ein ganzes Spiel reichte die Kraft noch nicht - und doch war die Rückkehr von Mario Gomez für den VfB Stuttgart Gold wert. „Es war nervig, draußen zu sitzen und nicht helfen zu können“, sagte der junge Nationalstürmer.

Von Oliver Trust, Stuttgart
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Später sah Mario Gomez aus wie ein Foto-Modell für den Sanitätshandel. Dicker Verband am Oberschenkel, leicht schiefer Gang und ein Blick, der Halt in der Ferne suchte. Keine Spur davon, dass sich dort der „Held des Tages“ aufhielt. Aber er war es. Und er war müde.

„Nach fünf Wochen ist vieles noch eingerostet“, sagte er. Das stellte er bereits vergangenen Donnerstag fest, als er das erste Mal wieder mit seiner Mannschaft trainierte und von Trainer Armin Veh erste Einsatzsignale bekam. Veh machte ihm Mut, indem er ihn mit dem Münchner Luca Toni verglich. „Wenn Luca Toni einmal trainiert und spielt, kann Gomez das auch, zumal er vorher zweimal trainieren konnte“, meinte Veh schelmisch und räumte dennoch ein, ein „gewisses Risiko“ eingegangen zu sein.

„Der hatte eine harte Zeit mit wenig Schlaf“

Wie am vorletzten Spieltag der Meistersaison in Bochum (3:2) als der Rekonvaleszent Gomez spielte oder spielen musste, um in einer Notsituation ein Zeichen zu setzen. In Bochum traf er (zum 2:2), diesmal zum entscheidenden 1:0. Anschließend sprang Gomez Physiotherapeut Gerhard Wörn mit Schwung in die Arme. Aus Dankbarkeit. „Der hatte eine harte Zeit mit wenig Schlaf. Acht Stunden lag ich auf der Massagebank. Acht Stunden lang hab' ich den Boden unter der Bank sehen dürfen, er musste schuften und hat Druck vom Trainer gekriegt.“

Der Boden im Behandlungsraum war übrigens grün - Farbe der Hoffnung. Die Künste des Therapeuten machten den 22 Jahre alten „Fußballer des Jahres“ fit für 69 Minuten. Das reichte für ersten Saisonsieg - und verbreitete neue Hoffnung. Gegen Duisburg war Gomez wieder Motivator und Lebensversicherung für den VfB. „Die Mannschaft war vorher relativ verunsichert“, stellte er fest. „Es war nervig, draußen zu sitzen und nicht helfen zu können“, sagte Gomez. Veh lobte ihn für die Fähigkeit, „Spiele zu entscheiden, obwohl er noch nicht den nötigen Dampf für 90 Minuten hat“.

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