http://www.faz.net/-gtm-6w6sp

Mario Götze : „Es ist nicht einfach, normal zu bleiben“

  • Aktualisiert am

Alles wie erträumt: Meister, Nationalspieler, Großverdiener - Fußballprofi Mario Götze ist der Aufsteiger des Jahres Bild: dpa

Mario Götze hat einen rasanten Aufstieg hinter sich. Der Dortmunder gilt als eine der großen Entdeckungen des Weltfußballs. Im Interview spricht er über Talent, Disziplin und sein Leben in neuen Sphären.

          Herr Götze, Ihr rasanter Aufstieg hat sogar den fachlichen "Kicker" zu poetischen Höhenflügen inspiriert: Sie seien in Ihre Profikarriere gestartet wie ein Düsenjäger vom Deck eines Flugzeugträgers, schrieb er. Wie fühlt es sich an, in den Fußballhimmel katapultiert zu werden?

          Gut. Es stimmt, es ging alles sehr schnell. Es war auch nicht so einfach, wie es vielleicht von außen schien, das alles in dieser kurzen Zeit zu verarbeiten. Aber ich konnte auch vieles genießen, ob es mit dem BVB die Meisterschaft war, ob es die Tore waren, die mir gelungen sind, ob es die Einsätze in der Nationalmannschaft waren - das war alles, wie ich es mir vorher erträumt hatte. Ich kann nur hoffen, dass es so weitergeht.

          Lassen Sie uns über Talent reden: Wie viel mussten Sie im Fußball lernen, wie viel konnten Sie einfach?

          Talent braucht man, keine Frage. Aber ich glaube, dass es das Wichtigste ist, seine Ziele nie aus den Augen zu verlieren. Dass man bereit ist, zu verzichten dass man bereit ist, sehr diszipliniert zu arbeiten dass man versucht, seinen Weg zu gehen. Es geht nicht nur um Talent, es geht auch um Arbeit und Fleiß.

          Woher kommt diese Disziplin? Steckt sie in einem drin oder wird sie einem eingebleut von Trainern und Eltern?

          Eltern oder Trainer können einem Ratschläge mitgeben, können Forderungen aufstellen, das sind gute Hilfestellungen, aber die Grundvoraussetzung ist, dass man selbst die richtige Einstellung hat. Man muss sich immer wieder sagen: Ich will das! Und man muss wissen: Letztlich liegt es an einem selbst, ob man etwas erreicht oder nicht.

          Worauf mussten Sie verzichten?

          Ich bin zur Schule gegangen, das ist ja noch nicht lange her, und danach bin ich zum Training, und am Wochenende waren Spiele. Ich konnte nicht viel anderes unternehmen, ich bin ganz selten ausgegangen. Natürlich gab es Situationen, da habe ich gedacht, das würde ich jetzt auch gerne machen, aber im Endeffekt war es genau so richtig, wie es gelaufen ist. Ich kann mich nicht beschweren.

          Überflieger: Tore gegen die Bayern sind besonders schön
          Überflieger: Tore gegen die Bayern sind besonders schön : Bild: dpa

          Der Lohn für den Verzicht ist ja nicht schlecht.

          Das meine ich.

          War von Anfang an klar, dass Sie viel mehr Talent für dieses Spiel haben als andere Kinder? FRAGE: Wann haben Sie damit gerechnet, dass Fußball Ihr Leben bestimmen würde?

          Wenn man als Kind auf dem Platz steht, vergisst man alles. Ich hatte einfach Spaß am Spielen. Richtig realisiert, dass da mehr draus werden könnte, habe ich erst viel später, als ich mit den Jugendnationalmannschaften bei Europa- und Weltmeisterschaften gespielt habe. Da konnte ich mich mit den besten internationalen Nachwuchsspielern vergleichen und habe mir gedacht: Könnte was werden!

          Sie waren 2009 Kapitän der deutschen U-17-Europameistermannschaft und sind zweimal mit der Fritz-Walter-Medaille als bester deutscher Nachwuchsspieler ausgezeichnet worden. Und dann ging plötzlich der Hype los. Ist man darauf vorbereitet? Oder überrollt einen das erst einmal?

          Am Anfang schon. Wobei es letztes Jahr noch nicht so extrem war. Mittlerweile ist es schon viel geworden, aber ich habe auch gelernt, damit umzugehen. Gut, manchmal will man seine Ruhe haben, einfach mal was essen gehen. Wenn dann die Leute ankommen und wollen etwas von einem, kann das schon nervig sein, aber es gehört dazu. Man muss ein paar Sachen vermeiden. Manchmal gehe ich einfach nicht in Dortmund in die Stadt, sondern woandershin.

          Weitere Themen

          Streit um Unabhängigkeitsreferendum geht weiter Video-Seite öffnen

          Katalonien : Streit um Unabhängigkeitsreferendum geht weiter

          In Barcelona sind abermals Hunderte Demonstranten auf die Straße gegangen, die für eine Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien sind. Anlass war diesmal, dass sich Vertreter der katalanischen Regionalregierung vor einem Gericht verantworten müssen.

          Abermals Ausschreitungen in Katalonien Video-Seite öffnen

          Geplantes Referendum : Abermals Ausschreitungen in Katalonien

          In der spanischen Metropole ist es zu Demonstrationen gekommen, nachdem der Sitz der katalanischen Regionalregierung von Sicherheitsbehörden durchsucht wurde. Zehntausende Menschen versammelten sich in Barcelona und anderen katalanischen Städten, um gegen das Vorgehen der Sicherheitsbehörden zu protestieren und ihre Unterstützung für das geplante Unabhängigkeitsreferendum zu bekunden.

          Topmeldungen

          Aufstieg bei den Konservativen : Der britischste aller Briten

          Jacob Rees-Mogg war schon immer anders. Mit fünf Jahren wurde er Mitglied der Tories, doch niemand sagte ihm eine große Karriere voraus. Nun steht er plötzlich im Rampenlicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.