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Mario Götze „Es ist nicht einfach, normal zu bleiben“

Mario Götze hat einen rasanten Aufstieg hinter sich. Der Dortmunder gilt als eine der großen Entdeckungen des Weltfußballs. Im Interview spricht er über Talent, Disziplin und sein Leben in neuen Sphären.

© dpa Alles wie erträumt: Meister, Nationalspieler, Großverdiener - Fußballprofi Mario Götze ist der Aufsteiger des Jahres

Herr Götze, Ihr rasanter Aufstieg hat sogar den fachlichen "Kicker" zu poetischen Höhenflügen inspiriert: Sie seien in Ihre Profikarriere gestartet wie ein Düsenjäger vom Deck eines Flugzeugträgers, schrieb er. Wie fühlt es sich an, in den Fußballhimmel katapultiert zu werden?

Gut. Es stimmt, es ging alles sehr schnell. Es war auch nicht so einfach, wie es vielleicht von außen schien, das alles in dieser kurzen Zeit zu verarbeiten. Aber ich konnte auch vieles genießen, ob es mit dem BVB die Meisterschaft war, ob es die Tore waren, die mir gelungen sind, ob es die Einsätze in der Nationalmannschaft waren - das war alles, wie ich es mir vorher erträumt hatte. Ich kann nur hoffen, dass es so weitergeht.

Lassen Sie uns über Talent reden: Wie viel mussten Sie im Fußball lernen, wie viel konnten Sie einfach?

Talent braucht man, keine Frage. Aber ich glaube, dass es das Wichtigste ist, seine Ziele nie aus den Augen zu verlieren. Dass man bereit ist, zu verzichten dass man bereit ist, sehr diszipliniert zu arbeiten dass man versucht, seinen Weg zu gehen. Es geht nicht nur um Talent, es geht auch um Arbeit und Fleiß.

Woher kommt diese Disziplin? Steckt sie in einem drin oder wird sie einem eingebleut von Trainern und Eltern?

Eltern oder Trainer können einem Ratschläge mitgeben, können Forderungen aufstellen, das sind gute Hilfestellungen, aber die Grundvoraussetzung ist, dass man selbst die richtige Einstellung hat. Man muss sich immer wieder sagen: Ich will das! Und man muss wissen: Letztlich liegt es an einem selbst, ob man etwas erreicht oder nicht.

Worauf mussten Sie verzichten?

Ich bin zur Schule gegangen, das ist ja noch nicht lange her, und danach bin ich zum Training, und am Wochenende waren Spiele. Ich konnte nicht viel anderes unternehmen, ich bin ganz selten ausgegangen. Natürlich gab es Situationen, da habe ich gedacht, das würde ich jetzt auch gerne machen, aber im Endeffekt war es genau so richtig, wie es gelaufen ist. Ich kann mich nicht beschweren.

FC Bayern München - Borussia Dortmund © dpa Vergrößern Überflieger: Tore gegen die Bayern sind besonders schön

Der Lohn für den Verzicht ist ja nicht schlecht.

Das meine ich.

War von Anfang an klar, dass Sie viel mehr Talent für dieses Spiel haben als andere Kinder? FRAGE: Wann haben Sie damit gerechnet, dass Fußball Ihr Leben bestimmen würde?

Wenn man als Kind auf dem Platz steht, vergisst man alles. Ich hatte einfach Spaß am Spielen. Richtig realisiert, dass da mehr draus werden könnte, habe ich erst viel später, als ich mit den Jugendnationalmannschaften bei Europa- und Weltmeisterschaften gespielt habe. Da konnte ich mich mit den besten internationalen Nachwuchsspielern vergleichen und habe mir gedacht: Könnte was werden!

Sie waren 2009 Kapitän der deutschen U-17-Europameistermannschaft und sind zweimal mit der Fritz-Walter-Medaille als bester deutscher Nachwuchsspieler ausgezeichnet worden. Und dann ging plötzlich der Hype los. Ist man darauf vorbereitet? Oder überrollt einen das erst einmal?

Am Anfang schon. Wobei es letztes Jahr noch nicht so extrem war. Mittlerweile ist es schon viel geworden, aber ich habe auch gelernt, damit umzugehen. Gut, manchmal will man seine Ruhe haben, einfach mal was essen gehen. Wenn dann die Leute ankommen und wollen etwas von einem, kann das schon nervig sein, aber es gehört dazu. Man muss ein paar Sachen vermeiden. Manchmal gehe ich einfach nicht in Dortmund in die Stadt, sondern woandershin.

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