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Fußball-Bundesliga : Montagsdemonstration auf Meenzer Art

Die Fans des FSV Mainz (hier beim Auswärtsspiel in Köln Anfang April) haben eine kreative Art gewählt, gegen Montagsspiele zu protestieren. Bild: EPA

Die Anhänger aus Mainz und Freiburg protestieren auf eine spezielle Weise gegen die Montagsspiele in der Bundesliga. Das Aufeinandertreffen der beiden Klubs an diesem Montag hat jedoch eine große Bedeutung.

          Eigentlich dürften die Fans von Mainz 05 froh sein, dass ihr Klub erst an diesem Montagabend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Eurosport) gegen den SC Freiburg spielt. Zum einen kann Trainer Sandro Schwarz im Abstiegsduell zwischen dem Tabellensechzehnten und dem Tebellenfünfzehnten wohl auf einige zuletzt angeschlagene Spieler zurückgreifen, die am Samstag noch nicht spieltauglich gewesen wären. Zudem hat die Konkurrenz im Kampf um den Klassenverbleib von Köln über Hamburg bis Wolfsburg weitgehend für die Mainzer gespielt, ein Absturz auf den direkten Abstiegsrang droht kaum mehr.

          Ein anderes Duell zwischen Mainz und Freiburg endete am Samstagnachmittag 3:9 zu Ungunsten der Mainzer. Fan-Auswahlen und mehr als 3000 Fans beider Klubs hatten sich zu einem Spiel im Bruchwegstadion getroffen, um für den Samstagsspieltag und gleichzeitig gegen die Montagsspieltage zu demonstrieren. Es gab wohldosiert nach dem unvermeidlichen Song „I don’t like mondays“ eine pyrotechnische Einlage, „Fußball-Mafia DFB“-Rufe hatten eher Seltenheitswert. Stattdessen stand am Samstag der Spaß im Mittelpunkt einer höchst stimmungsvollen Protestaktion. Unter dem Motto „Samstag halb vier, Fußball, Bratwurst, Bier“ ließen sie alte Bruchweg-Partyatmosphäre aufleben.

          Die Mainzer Auswahl spielte in Trikots mit den Rückennummern 15 und 30. Der für den Schiedsrichter an den Spielfeldrand gerollte TV-Bildschirm landete in einer Comedian-Einlage von Aufsichtsrat Sven Hieronymus bezüglich des Videobeweises in der Mülltonne. „Das hatte heute Meenzer Art, wie wir friedlich gegen die Montagsspiele demonstrieren“, sagt Jürgen Girtler, der zu den Initiatoren und Organisatoren zählt. „Unsere Fan-Szene und die Freiburger waren sich einig, dass wir im gemeinsamen Protest ein Alleinstellungsmerkmal setzen wollen. Das hat geklappt, da sich mehr als 300 Freiburger zusätzlich zum Spiel am Montag noch einmal 800 Kilometer in den Bus gesetzt haben, um hier zu sein. Denen gebührt mein größter Respekt.“

          Girtler hofft, dass die Aktion wie auch andere Proteste von Fans in Dortmund, Bremen oder Frankfurt dazu beitragen, dass die erst kürzlich von den Bundesliga-Klubs bestätigte Entscheidung zu den Montagsspielen weiter in der Diskussion bleibt. „Mainz ist ein Seismograph: Die sinkenden Zuschauerzahlen haben auch mit den vielen Spieltagen von Freitag bis Montag und dazu noch englischen Wochen zu tun. Mancher fragt sich, weshalb er eine Dauerkarte kaufen soll, wenn im Vorfeld immer unsicherer wird durch die vielen verschiedenen Tage, ob er überhaupt kann“, sagt Girtler.

          Beim Mainzer Vorstand ist die Botschaft angekommen. Entsprechend unterstützte der Klub die Aktion, indem er das Bruchwegstadion sowie die Trikots zur Verfügung stellte. „Als die Fans auf uns zugekommen sind mit der Idee, fanden wir sofort die Art des Protests gut, weil er kreativ und friedlich ist, wie es auch zu den beiden beteiligten Klubs passt“, sagt der Kaufmännische Vorstand Jan Lehmann. „Uns war als Verein im Gegenzug aber auch wichtig, dass die Fans am Montag ins Stadion kommen, unsere Mannschaft in der schwierigen sportlichen Situation unterstützen und eben nicht das Spiel boykottieren.“ Die Fan-Szene will am Montag vor dem Anpfiff nochmals ihren Unmut bekunden, aber keinesfalls mit dem Protest die eigene Mannschaft schwächen und der Möglichkeit im Weg stehen, nach neun Spieltagen auf dem Relegationsrang erstmals wieder Rang 15 zu erklimmen.

          Bei den Fans kommt die in jüngster Zeit bewiesene Gesprächsbereitschaft des Klubs gut an. So war es auch ein Zeichen für einen Weg der Verständigung, dass der verletzte Kapitän Niko Bungert das Spiel als Zuschauer verfolgte, „weil es auch uns Spieler interessieren sollte, wenn die Stadien leerer werden, weil die Fans die ganzen Anstoßzeiten nicht mehr mitmachen“.

          Petr Ruman, früherer Mainzer Profi und am Samstag als Trainer der Fan-Auswahl an der Seitenlinie und nach einer Selbsteinwechslung sogar Schütze des dritten Treffers, brachte noch ein Argument für den Samstag als Spieltag ins Gespräch. „Montags kann man Siege doch gar nicht richtig feiern. Das geht am besten Samstagabend nach einem Spiel um halb vier.“ Am Samstag feierten die Mainzer Fans gemeinsam mit den Freiburgern. Man wird sehen, ob das am Montag ähnlich gemeinschaftlich zugehen wird, auch wenn Sportvorstand Rouven Schröder sagte, dass „Mainz 05 sich zwar auf den sympathischen Gegner freut, ihn aber leider dennoch schlagen muss.“

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