16.12.2006 · Mit einem Kantersieg hat Meister Bayern München eine durchwachsene Bundesliga-Hinrunde versöhnlich abgeschlossen. Klopps Elf droht dagegen der Abstieg.
Die Stimmung für die Weihnachtsfeier war mehr als gerettet, der FC Bayern feierte sich nach dem höchsten Sieg in dieser Bundesligasaison selbst. „Wenn wir so spielen, brauchen wir uns keine Gedanken um den Titel zu machen, dann werden wir ihn holen“, sagte Trainer Felix Magath nach dem 4:0 beim FSV Mainz 05.
Mit diesem Sieg habe man sich alle Chancen aufrechterhalten, den Titel zu verteidigen, meinte Magath zu den drei Punkten Rückstand auf die Spitze. Sechs Punkte trennen indes die über weite Strecken wie ein Absteiger auftretenden Mainzer von einem Nicht-Abstiegsplatz. „Das Beste an diesem Spiel ist, daß die Vorrunde vorbei ist“, meinte Trainer Jürgen Klopp.
In der Rolle des Jägers
Sein Kollege und die gesamte Bayern-Gemeinde erfreuten sich einen Tag nach der Auslosung zum Champions-League-Klassiker gegen Real Madrid an den vier sehenswerten Toren von Hasan Salihamidzic (31.), Top-Torschütze Roy Makaay (45.+1), Claudio Pizzaro (64.) und Nationalspieler Bastian Schweinsteiger (66.). „Das Ergebnis täuscht aber darüber hinweg, daß Mainz bis zum 1:0 ebenbürtig war“, konstatierte Magath. Was aber daran lag, daß die Bayern nach Patzern gegen schwächere Teams auch in Mainz wenig überzeugend und druckvoll starteten. Erst nach dem Führungstor vor 20.300 Zuschauern im ausverkauften Bruchwegstadion kamen die Münchner auf Touren.
„Wir haben das Spiel 90 Minuten dominiert und schöne Tore gemacht - so stellen wir uns das vor“, befand Torschütze Makaay, der bei seinem neunten Saisontreffer FSV-Nationalspieler und -Kapitän Manuel Friedrich zum Statisten degradierte. Doch gaben sich die anfangs sparsam agierenden Münchner auch nach dem 2:0 nicht damit zufrieden, das Ergebnis „zu verwalten“ (Magath) und legten gegen teilweise leblos wirkende Mainzer nach. Ein gelungener „Anstoß“ zur Weihnachtsfeier am Abend, befand Manager Uli Hoeneß.
Denn das 4:0 sei ein „versöhnlicher Abschluß einer schwierigen Vorrunde“, meinte Hoeneß (Siehe auch: Die besten Sprüche der Bundesliga-Hinrunde), nachdem die oftmals dürftigen spielerischen Leistungen in der ersten Halbserie für Kritik gesorgt hatten. Als Signal in Richtung Werder Bremen, das die Mainzer sogar mit 6:1 vom eigenen Feld gefegt hatte oder in Richtung FC Schalke 04, der daheim ebenfalls 4:0 gegen Rheinhessen gewonnen hatte, wollten die Münchner den eigenen Viererpack indes nicht verstanden wissen.
Thurk-Wechsel als Mainzer Knackpunkt
Statt dessen genießen sie die Rolle des Jägers. „Es wird oft verkannt, daß wir in der vergangenen Saison in der Rückrunde mit zehn, zwölf Punkten Vorsprung nur verlieren konnten“, so Magath. Dies sei nun anders. „Wir wollten oben dran bleiben, das haben wir geschafft“, lautet daher das Fazit von Kapitän Oliver Kahn. Trotz aller Diskussionen um Schönspielerei habe der FC Bayern am Ende ja doch immer oben gestanden, so der Torwart, der beim FSV das letzte Spiel in diesem Jahr absolvierte. Am kommenden Mittwoch wird beim Pokalduell bei Alemannia Aachen der designierte Kahn-Nachfolger Michael Rensing den Kasten hüten.
Das vorerst letzte Weihnachten als Erstligaklub droht es für die Mainzer zu werden. Seit dem Auftaktspiel am 12. August warten die 2004 aufgestiegenen Mainzer auf den zweiten Saisonsieg. Nur elf Treffer aus 17 Spielen, dafür 30 Gegentore. Vor fünf Jahren stand der FC St. Pauli mit nur acht Punkten noch miserabler nach 17 Spieltagen da, am Ende der Saison mußte der Klub in die zweite Liga. „Ich hätte mir gewünscht, die Zuschauer hätten die Mannschaft ausgepfiffen statt humba-humba-tätärä zu machen“, meinte der sichtlich angesäuerte Präsident Harald Strutz.
„Wir haben uns noch nicht aufgegeben und werden in der Rückrunde noch einmal alles probieren“, sagte Manndecker Marco Rose. Trainer Klopp, der als Knackpunkt für die Mainzer Misere den Last-Minute-Abgang von Stürmer Michael Thurk zu Eintracht Frankfurt ausgemacht haben will - „wir hatten fünf Spielern abgesagt, die nicht zu ihm gepaßt hätten“ - formulierte es so: „Es gibt zwei Möglichkeiten für die Rückrunde: Entweder wir starten eine große Abschiedstour oder die wildeste Aufholjagd aller Zeiten.“
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |