12.09.2008 · Der Heimatbesuch ist für Lukas Podolski hart, denn aus seiner Liebe zum 1.FC Köln macht er keinen Hehl. An seiner Motivation, sich bei den Bayern oder einem anderen Spitzenklub durchbeißen zu wollen, zweifelt inzwischen so mancher.
Von Elisabeth Schlammerl, MünchenLukas Podolski erlebte gerade so etwas wie Aktivurlaub mit Streicheleinheiten für die gequälte Seele (siehe: Klose und Podolski: Ausflug in die Sommerfrische. Die vergangene Woche durfte der Stürmer im Kreis der Nationalmannschaft verbringen. Dort sagt niemand wie zuletzt Bayern-Manager Uli Hoeneß, dass er rumjammere (siehe: Fußball kompakt: Podolski bereut - Ribery läuft - Kuranyi fehlt - Robinho fliegt). Bundestrainer Joachim Löw lässt ihn von Anfang an spielen, und Podolski bedankt sich dafür mit Toren.
An diesem Samstag kehrt Podolski zurück – zum 1. FC Köln, allerdings mit dem FC Bayern München, und damit endet auch schon wieder die schöne Zeit für ihn. Denn vermutlich nimmt Podolski im Bundesligaspiel bei seinem ehemaligen Klub zunächst seinen Stammplatz beim Meister ein: den auf der Ersatzbank. Er empfahl sich zwar mit zwei Toren im ersten der beiden WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein, Sturmkollege Miroslav Klose aber eben mit drei Treffern in der zweiten Partie gegen die wesentlich stärker einzuschätzenden Finnen.
Defizite beim Gesamteindruck
Kloses lange erwartete Eruption im Strafraum beendete auch in der Öffentlichkeit die seit Saisonbeginn geführte Diskussion über die Besetzung des Münchner Angriffs. Für Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann spielen die Tore allerdings keine große Rolle; er misst seine Stürmer nicht an der Trefferquote, bei ihm entscheidet der Gesamteindruck.
Und da hat Podolski Defizite (siehe: Bayerns Stürmer-Diskussion: Einer zu viel - und einer zu wenig). „Er ist nach wie vor der Herausforderer der beiden Platzhalter“, sagt Klinsmann und rühmt die Vorteile seines Stammsturms. Luca Tonis Stärke sei „die Präsenz auf dem Platz. Er zieht immer zwei Gegenspieler auf sich und schafft dadurch Räume für die anderen.“ Für Klose spreche dessen Einsatz für die Mannschaft. Die Öffentlichkeit, sagt der Bayern-Trainer, nehme nicht so richtig wahr, „wie er rackert, wie viel er läuft“.
Podolski zieht es weiter nach Köln
Offenbar fehlen Podolski ein paar wichtige Eigenschaften. Klinsmann würde dies zwar nie sagen, er lobt vielmehr den Trainingseinsatz des Sorgenkindes, aber noch mehr lobt er die Auftritte der Konkurrenz. „Lukas muss zeigen, dass er besser ist als die zwei anderen. Das kann ein langfristiger Prozess sein, das kann ein, zwei Jahre dauern.“
So lange will Podolski nicht warten, und so lange werden wohl auch die Bayern nicht warten wollen. „Wenn ich merke, ich bekomme keine richtige Chance, dann muss ich mir im Winter wieder Gedanken machen“, sagte der 23 Jahre alte Angreifer kürzlich. Angeblich haben Real Madrid und Manchester City Interesse an Podolski, aber den zieht es zurück nach Köln. Seit der EM im Sommer hebt er immer wieder hervor, dass sein ehemaliger Klub erster Ansprechpartner bei einem Wechsel wäre.
Der Kampf um den Platz im Team bereitet ihm Schwierigkeiten
„Ich finde es wunderschön, dass der Kerl so einen engen Bezug nach Köln hat“, sagt Klinsmann. „Aber Lukas muss sich am Standard des FC Bayern messen. Er muss sich hier durchboxen.“ Podolski gilt seit der WM 2006 im eigenen Land, als er mit gerade 21 Jahren ein hervorragendes Turnier spielte, als Stürmer mit riesigem Potential.
Der Wechsel nach München erschien logisch und sollte ein weiterer Schritt auf dem Weg nach oben sein. In Köln war Podolski der große Star mit Fixplatzgarantie, in München musste er darum kämpfen, und das bereitet ihm noch immer Schwierigkeiten. Dass es bei Bayern einen großen Konkurrenzkampf gebe, sagt Teamkollege Philipp Lahm, „dessen muss man sich bewusst sein, wenn man als Spieler nach München geht“.
Eine Rückkehr nach Köln wäre das Eingeständnis des Scheiterns
Podolski entwickelte sich kaum weiter beim FC Bayern, und das hat wohl weniger mit den Trainern zu tun, als vielmehr mit seiner Einstellung und vielleicht auch damit, dass er zwar über eine großartige Schusstechnik verfügt, nicht aber über ein ebenso großartiges Spielverständnis.
Eine Rückkehr nach Köln wäre das Eingeständnis, erst einmal gescheitert zu sein bei einem großen Klub. Dass es andere Lösungen gibt, wenn der FC Bayern noch eine Nummer zu groß ist, zeigte Marcell Jansen. Der Linksverteidiger zog Ende August ebenfalls Konsequenzen aus den fehlenden Münchner Perspektiven, aber der Nationalspieler ist nicht zurückgekehrt zum Aufsteiger Borussia Mönchengladbach, sondern sucht beim ambitionierten Hamburger SV neues Glück. Ein paar Monate hat Podolski noch Zeit, den besten Weg herauszufinden.
Lukas Werder braucht dich
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 12.09.2008, 21:14 Uhr
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |