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Lukas Podolski Große Show in neuer Rolle

18.11.2007 ·  Ein Tor erzielt, zwei vorbereitet - Lukas Podolski, das Münchner Sorgenkind, trumpfte beim 4:0-Erfolg gegen Zypern als Mittelfeldmann groß auf. Bundestrainer Joachim Löw war begeistert: „Er ist eine feste Größe bei uns.“ Mit FAZ.NET-Bilderstrecke.

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Ein Tor erzielt, zwei vorbereitet - Lukas Podolski trumpfte beim kleinen Schützenfest gegen Zypern in einer neuen Rolle groß auf. 45.000 Zuschauer feierten beim 4:0-Erfolg der Fußball-Nationalmannschaft in Hannover den Münchner, der so gar nicht an den unglücklichen Bayern-Spieler erinnerte. „Lukas hat ein Klasse-Spiel absolviert“, schwärmte Bundestrainer Joachim Löw und stellte Richtung EM 2008 fest: „Er ist eine feste Größe bei uns.“

Im neuen EM-Trikot trumpfte Podolski auf wie beim WM-Sommermärchen. Lauffreudig, dribbelstark, ballsicher, explosiv, zielstrebig und schussgewaltig - der 22-Jährige ließ sein ungeheures Potential mehr als nur aufblitzen. Das 1:0 von Clemens Fritz und das 4:0 von Thomas Hitzlsperger bereitete er mit energischen Dribblings vor. Das 2:0 von Miroslav Klose leitete er mit einem Pass auf Philipp Lahm im Stile eines Spielmachers ein. Und beim 3:0 nach Zuspiel von Klose bewies er seine eigenen Torjäger-Qualitäten.

Clou des Abends

„Wie er die Tore vorbereitet hat, wie er mit viel Tempo, mit großem Durchsetzungsvermögen in die Spitze gegangen ist und Übersicht bewahrt hat mit dem letzten Pass, das war schon gut. Und es hat mich gefreut, dass er noch selbst ein Tor erzielt hat“, sagte Löw.

Der Clou des Abends war, dass Podolski die Gala bei seiner Premiere im linken Mittelfeld gelang, aus dem er immer wieder in die Spitze vorstieß. „Der Poldi hat heute eine neue Position gefunden“, meinte Aushilfs-Kapitän Klose beeindruckt. Podolski selbst äußerte sich zurückhaltender: „Nach einem Spiel kann man nicht schon von einer neuen Position sprechen. Das war jetzt mal ein Test.“

„Kein Problem, ich traue mir das zu“

Bammel vor der neuen Aufgabe hatte Podolski nicht: „Der Bundestrainer hat mich gefragt, ob ich mir diese Rolle zutraue. Und ich habe geantwortet: 'Kein Problem, ich traue mir das zu.' Ich bin ein Typ, der gern den Ball am Fuß hat, der mehr mit Tempo aus dem Mittelfeld kommt. Das kann man von der Position ganz gut.“

„Ich glaube, der Poldi hat noch nie im linken Mittelfeld gespielt“, staunte Philipp Lahm über seinen Vereinskollegen, mit dem er prächtig auf dem linken Flügel kombinierte: „Er ist schnell, er kann aus der Tiefe mit Tempo kommen, ist stark am Ball.“

Ein Torjäger, wie es ihn noch nie gab

Podolski im Nationaltrikot ist und bleibt aber vor allem ein Torjäger, wie es ihn in knapp 100 Länderspiel-Jahren noch nicht gab: 24 Treffer mit 22 Jahren, so jung war noch kein Nationalspieler so erfolgreich. In der von „Bomber“ Gerd Müller mit 68 Treffern angeführten ewigen DFB-Torschützenliste liegt der in Polen geborene Podolski nach seinem 43. Länderspiel bereits auf Platz 18. Wenn er so weiter trifft, ist sogar Müllers Marke gefährdet, die bisher als unantastbar galt.

Für Löw ist Podolski in der Zentrale „auf jeden Fall“ eine neue Option, bei Bayern dürfte das in einem hochkarätigen Mittelfeld um Franck Ribéry schwieriger werden. „Abwarten“, wiegelte Podolski ab. Fest steht: Im Nationalteam läuft's für ihn einfach besser als in München, wo er im Angriff die Weltklassestürmer Klose und Luca Toni vor der Nase hat, aber zuletzt immerhin mit zwei Uefa-Cup-Toren ein Zeichen setzen konnte.

Das harmonische Umfeld beim DFB, die Rückendeckung von Löw und die Hilfestellungen des Bundestrainers beflügeln den Linksfüßer dennoch spürbar und bringen seine Fähigkeiten zur Entfaltung. „Ich fühle mich immer wohl, wenn ich hierhin komme. Man hat das Vertrauen vom Trainer und von allen Betreuern. Da fühlt man sich wohl und kann eine gute Leistung bringen“, betonte Podolski. Fehlt ihm genau das in München? „Nein, das ist es nicht. Ich mach' ja dort nicht die Spiele, die ich mir vorstelle. Ich muss weiter an mir arbeiten. Dann gelingen auch solche Spiele.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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