05.11.2006 · Der FSV Mainz 05 hat die „schwarze Serie“ fortgesetzt. Mit dem 1:1 bei Bayer 04 Leverkusen blieb die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp zum neunten Mal in dieser Saison ohne Sieg.
Von Uwe Martin, LeverkusenMan muß kein Fußballtrainer sein oder anderweitig besondere sportartspezifische Kenntnisse erworben haben, um dieses Spiel zu deuten. 1:1 bei Bayer Leverkusen, das erste Erfolgserlebnis nach zuvor drei Niederlagen in Folge; ein Remis als Abschluß einer besinnlich-aktiven Woche mit Kurztrainingslager und diversen Sitzungen, Gesprächen und Ansprachen. Dann spielt es keine Rolle, ob dieser Punkt von Außenstehenden als verdient oder unverdient bewertet wird. Man nimmt den Zähler und das „gute Gefühl“, wie der Mainzer Cheftrainer Jürgen Klopp sagte, einfach mit in den Mannschaftsbus und nach Hause.
Oder, wie Harald Strutz, der Präsident des FSV Mainz 05, meinte: „In der zweiten Halbzeit hat uns Leverkusen an die Wand gespielt. Wir hatten Glück.“ Das auch, aber die zuletzt heftig kritisierten Mainzer Profis legten zudem eine besondere kämpferische Einstellung an den Tag, rackerten, liefen nach jedem noch so weit entfernten Ball, taten alles, um nicht abermals mit leeren Händen dazustehen. „Das Ergebnis tut gut“, sagte Manager Christian Heidel. „Die Experten hatten uns ja nicht viel zugetraut.“
„Das Ergebnis tut gut“
Und so versammelte sich das Mainzer Bundesligateam nach dem Schlußpfiff im Mittelkreis, danach führte der Weg zu den 1800 angereisten Anhängern. Das erhoffte Mini-Comeback war geglückt, das „psychologische Trainingslager“ (Verteidiger Ralph Gunesch) im Westerwald hatte den gewünschten Effekt gebracht. Mit einem guten ersten Drittel, das beendet wurde vom 1:0 des Ungarn Imre Szabics (28.), der Ausgleich durch Sergej Barbarez in der Nachspielzeit kurz vor der Pause war kaum zu verhindern. „Da standen zwei Leute vor mir und er schießt den Ball um die Ecke“, so Wache. Der Mainzer Kapitän, in den Vorwochen auch nicht gerade die personifizierte Souveränität, hielt seine Mannschaft in der einstündigen Leverkusener Druckphase im Spiel; der Punktgewinn war zu einem großen Teil sein Verdienst. Doch davon wollte Wache nichts hören, nein, lieber lobte er die „kompakte Mannschaftsleistung“. Alles andere sei ihm „Wurscht“.
Im Gegensatz zu den Vorwochen hatten die Mainzer Kicker sogar einige passable Torchancen. Manuel Friedrich schon in der vierten Minute, später der brasilianische Stürmer Edu (23.) und Markus Feulner (58.). Viele waren es nicht, manches war auch nur in Ansätzen erkennbar, nach der Pause näherte sich die Zahl der Entlastungsangriffe stramm der Nullinie. Und spätestens mit der Auswechslung von Edu (56., Otto Addo) und der Abkehr vom 4:4:2-System war klar: In der BayArena ging es für Mainz 05 nur noch darum, das Remis zu retten.
Rote Karte für Rose
Irgendwie, komme, was wolle. Als der Leverkusener Stürmer Stefan Kießling sich in der 90. Minute anschickte, in den Strafraum einzudringen, ging Linksverteidiger Marco Rose etwas zu ungestüm zur Sache, Rote Karte, Mainz 05 nur mehr nur mit zehn Mann. „Er hat sich aufgeopfert für die Mannschaft“, sagte Klopp voller Pathos. Und Heidel hofft auf ein nicht allzu hohes Strafmaß bei der Sperre für Rose; weil es keine sogenannte Notbremse als letzter Mann war. Sondern? „Ein absichtliches Foul, um eine Torchance zu verhindern.“
Ein Spiel Sperre, so der Ansatz von Klopp, sei angebracht. Mithin wäre Rose nach einer Zwangspause im Heimspiel am Dienstag gegen den VfL Wolfsburg am nächsten Samstag beim FC Schalke 04 wieder dabei. Die Mainzer Fußballprofis waren weit davon entfernt, das Erreichte hochzuloben und über sich selbst in Begeisterung auszubrechen. „Das war ein erster Schritt“, sagte Gunesch realistisch. Ein hart erkämpftes Unentschieden, das sich in der Tabelle wahrscheinlich weniger nachhaltig auswirken dürfte als in den Köpfen in der 05-Profis. Aber wer weiß das schon.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |