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Veröffentlicht: 21.01.2015, 13:06 Uhr

Spiel ohne Frauen in Riad „Bei den Bayern schlägt Kommerz die Ethik“

Nach dem Spiel ohne Frauen in Riad mehrt sich die Kritik am FC Bayern. Zwanziger findet klare Worte. Auch Dortmund äußert sich. DFB und DFL verweigern konkrete Stellungnahmen.

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© dpa Männliche Fans in Saudi-Arabien freuten sich über den Besuch des FC Bayern – in Deutschland aber ruft die Reise heftige Kritik hervor

Den FC Bayern könnte das mit einem Millionenbetrag dotierte Freundschaftsspiel am Wochenende in Saudi-Arabien teuer zu stehen kommen. Die Kritik in Deutschland mehrt sich und kommt nicht mehr nur von Vertretern aus der Politik, die sich intensiver mit der Menschenrechtssituation im Nahen Osten befassen, sondern auch aus dem Fußball.

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„Ich weiß schon länger, dass bei den Bayern Kommerz Ethik schlägt und sich im Zweifel auf die Seite des Geldbeutels gestellt wird. Das ist schade, aber überrascht mich nicht“, sagte Theo Zwanziger, Vorstandsmitglied des Internationalen Fußball-Verbandes, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Nach dem Abschluss seines Trainingslagers in Qatar hatte der deutsche Vorzeigeklub auf der Rückreise am Samstag nach München noch in Riad einen kurzen Zwischenstopp eingelegt und gegen den saudischen Rekordmeister Al Hilal gespielt. Saudische Bürgerinnen durften nicht ins Stadion. Ihnen bleibt der Zutritt zu Fußballspielen im islamischen Königreich verwehrt. Frauen dürfen in Saudi-Arabien kein Auto fahren und sind auch vom Sport in Vereinen und Schulen ausgesperrt. Das Internationale Olympische Komitee hatte nach schwierigen diplomatischen Verhandlungen erreicht, dass im Jahr 2012 bei den Olympischen Spielen in London erstmals zwei Athletinnen aus Saudi-Arabien teilnahmen.

Zu den Asienspielen im vergangenen Herbst entsandten die Saudis keine Frauen mehr zu den Wettkämpfen. Beim Bayern-Auftritt in Riad durften nur weibliche Mitglieder der deutschen Delegation in den hinteren Reihen der Logen Platz nehmen. Organisiert wurde die Partie von Volkswagen. Audi ist Sponsor und Anteilseigner bei der FC Bayern Fußball-AG. Der Verein wollte sich am Dienstag auf Anfrage nicht äußern.

Trainingslager, FCB, FC Bayern München, Muenchen, Al-Hilal Al Hilal Testspiel, Vorbereitungsspiel, Test, Freundschaftsspiel Der Auftritt in Riad hat dem großen Riesen nicht nur Freunde eingebracht © firo Sportphoto Bilderstrecke 

Auch in der Bundesliga wird der gut bezahlte, aber höchst fragwürdige Ausflug der Münchner inzwischen diskutiert. Zwar wollte sich Bayern-Konkurrent Borussia Dortmund ausdrücklich nicht zum speziellen Fall der Münchner äußern. Jedoch legte der Klub auf Anfrage seine eigene Sichtweise dar, die sich offenbar von der des FC Bayern stark unterscheidet. „Borussia Dortmund sind ethische und soziale Standards wichtig. Wir haben schon vor Jahren beschlossen, dass wir grundsätzlich kein Spiel in einem Land absolvieren werden, das breite Schichten der Bevölkerung diskriminiert, ihnen das Stadionerlebnis verbietet und sich einem Dialog über das Thema Menschenrechte kategorisch verschließt“, teilte der Verein mit.

Für seine geplante Asien-Tour in diesem Sommer bemüht sich der BVB nach Informationen der Frankfurter Allgmeinen Zeitung auch um Treffen mit Menschenrechtsorganisationen in den jeweiligen Ländern, in denen gespielt werden soll. „Es war uns vom ersten Tag an wichtig, nicht nur die Luxushotels und Stadien der jeweiligen Länder zu sehen, sondern uns vor Ort ganz persönlich ein Bild jener Menschen zu machen, die unter schwierigen Bedingungen leben. Genau das werden wir tun“, hieß es im Schreiben des Vereins.

DFL und DFB halten sich mit Meinung zu Bayern zurück

Unterdessen lehnten die beiden großen Fußball-Organisationen konkrete Stellungnahmen zum Thema FC Bayern und Saudi-Arabien ab. Bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) nahm Präsident Reinhard Rauball nur ganz grundsätzlich Stellung zu der Bedeutung von Menschenrechten und der Rolle des Sports, auf Missstände in solchen Fällen hinzuweisen. Die DFL verlangte allerdings, dass die allgemeine Aussage Rauballs entweder in voller Länge oder gar nicht zu veröffentlichen wäre.

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