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Krassimir Balakow Bulgarischer Nothelfer beim FCK

 ·  In Stuttgart brillierte er als spielerischer Teil des „magischen Dreiecks“, in Kaiserslautern soll er von der Bank aus den Klassenverbleib erreichen. Der neue Trainer Krassimir Balakow gibt dem FCK ein „bissele“ Hoffnung.

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© dpa Mission Klassenverbleib: Krassimir Balakow soll den 1. FC Kaiserslautern retten

Krassimir Balakow hat viel auf sich genommen, um am Donnerstag sein Traineramt beim 1. FC Kaiserslautern anzutreten. Am Vorabend hatte der in den 90er Jahren bei 236 Spielen und 54 Toren für den VfB Stuttgart zum Bundesligastar gereifte Bulgare noch die Mannschaft seines vorherigen kroatischen Arbeitgebers Hajduk Split im Ligaspiel in Rijeka (3:0) betreut.

Auf der Rückfahrt im Mannschaftsbus beraumte Balakow auf Bitten der kroatischen Journalisten noch eine nächtliche Pressekonferenz an, wo er „gegen 2.20 Uhr“ seinen Wechsel nach Kaiserslautern erstmals offiziell bestätigte. Anschließend ist der 45 Jahre alte Trainer durch Nacht und Morgendämmerung gefahren und geflogen, um gegen Mittag rechtzeitig in der Pfalz die Nachfolge des am Dienstag beurlaubten Marco Kurz anzutreten.

„Bei Kaiserslautern kannst du nicht ‚Nein“ sagen“, begründete der vor allem im Zusammenspiel mit den VfB-Offensivkollegen Fredi Bobic und Giovane Elber als Teil des „magischen Dreiecks“ gefeierte einstige Mittelfeldregisseur, weshalb er sich die Mühen antat.

Dieses Urteil erstaunt, da Balakow mit der Unterschrift unter den bis 2013 datierten und auch für die Zweite Liga geltenden Vertrag ein Himmelfahrtskommando übernommen hat. Der FCK hat als Tabellenletzter acht Spieltage vor Rundenende fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz 16. Diesen belegt der kommende Gegner SC Freiburg, weswegen der Bulgare sein Bundesligadebüt am Samstag (15.30 Uhr / Live im F.A.Z.-Ticker) mit einem „Abstiegsendspiel“ begeht. „Ich habe die Reife, so eine Aufgabe zu übernehmen“, sagte Balakow.

Der neue FCK-Trainer dürfte in jedem Fall ein Etappenziel in seiner Karriereplanung erreicht haben. Er wollte dem Vernehmen nach unbedingt zurück in jenes Land, dessen Nationalmannschaft er als Teil der bulgarischen Elf im WM-Viertelfinale 1994 eine der schwersten Niederlagen zugefügt und in dem er später seine beste Zeit als Fußball-Profi erlebt hatte.

Dabei hat Balakow, der seine Fußballlehrer-Lizenz im Jahr 2000 als einziger ausländischer Teilnehmer des Kurzlehrgangs für ehemalige verdiente Nationalspieler wie seinen heutigen Vorgesetzten Stefan Kuntz erwerben durfte, seine Qualität noch nicht wirklich nachgewiesen. Als Cheftrainer im Profifußball arbeitete er jeweils kurzzeitig beim FC St. Gallen und Grashopper Zürich sowie in Bulgarien gemeinsam mit seinem ehemaligen Mitspieler Bobic im Duo bei Tschrnomorez Burgas.

Keine Ablösesumme an Hajduk Split

Bei Hajduk Split trat er im vergangenen Jahr seinen Job an, wurde allerdings seit einigen Monaten angeblich nur unregelmäßig bezahlt. „Hajduk hatte ein ‚bissele’ finanzielle Schwierigkeiten“, sagte Balakow mit schwäbischen Einschlag. Dieser Umstand habe nun die Vertragsauflösung ermöglicht, ohne dass der FCK eine Ablöse habe zahlen müssen, wie FCK-Vorstandschef Kuntz sagte.

Den Pfälzern gibt Balakow nun wenigstens ein „bissele“ Hoffnung. „In unserem Gespräch zeigte sich, dass Krassimir über die Bundesliga sehr gut informiert ist“, sagte Kuntz. Sein neues Team hat er erst kürzlich eher zufällig live gesehen, als der FCK in Stuttgart zu Gast war. Das legt freilich auch den Verdacht nahe, dass Balakow bei seiner Entscheidung für den FCK einer Täuschung erlegen sein könnte. Das 0:0 gehörte noch zu den besseren Saison-Auftritten der seit 16 Spielen sieglosen Pfälzer.

Krassimir Balakow im Kurzporträt

Geboren: 29. März 1966
Geburtsort: Weliko Tarnowo (Bulgarien)

KARRIERE ALS SPIELER:

1982-12/1990: Etar Weliko Tarnowo
1/1991-6/1995: Sporting Lissabon
7/1995-6/2003: VfB Stuttgart

Bundesligaspiele: 236
Bundesligatore: 54
Länderspiele: 92 für Bulgarien
Erfolge: Bulgarischer Meister 1991, Portugiesischer Pokalsieger 1995,
DFB-Pokalsieger 1997
WM-Teilnahmen: 1994, 1998
EM-Teilnahmen: 1996

KARRIERE ALS TRAINER:

7/2003-6/2005: Co-Trainer VfB Stuttgart
1/2006-5/2007: Grasshopper Zürich
10/2007-6/2008: FC St. Gallen
1/2009-12/2010: Tschernomorez Burgas
7/2011-3/2012: Hajduk Split
seit 22.3.2012: 1. FC Kaiserslautern

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Jahrgang 1973, Sportredakteur.

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