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Konzept „Sicheres Stadionerlebnis“ DFL reagiert auf Proteste

 ·  In der Debatte um das umstrittene Konzept „Sicheres Stadionerlebnis“ veröffentlicht die DFL die Anträge. In ersten Reaktionen stoßen aber auch die Veränderungen bei Fanorganisationen auf Ablehnung.

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© dpa Vergrößern Die Fans reagieren derzeit mit einem stillen Protest - angelehnt an das Datum der Mitgliederversammlung

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat in der verfahrenen Lage um die Sicherheitsdebatte im deutschen Fußball die Anträge für ihr umstrittenes Konzept „Sicheres Stadionerlebnis“ im Internet veröffentlicht. Der Ligaverband wird über die 16 Anträge am 12. Dezember auf seiner Jahreshauptversammlung in Frankfurt abstimmen.

„Ziel dieser Anträge soll sein, dass die Möglichkeiten zur Täter-Ermittlung verbessert werden, damit Kollektivstrafen zukünftig reduziert werden, und dass vereinzelte sicherheitsrelevante Defizite verursachungsgerecht beseitigt sowie finanziert werden“, teilte die DFL mit. Der Verband erklärte zudem, Änderungen und Ergänzungen könnten noch während der Sitzung von den 36 Vereinen vorgenommen werden. Die Veröffentlichung solle „zu einer weiteren Versachlichung der Diskussion beitragen“ und für Transparenz sorgen.

In ersten Reaktionen ist jedoch auch die Veränderung des Konzepts bei Fanorganisationen auf Ablehnung gestoßen. „Das ist alles zu schwammig und lässt noch zu viel Spielraum“, sagte Ben Praße als Sprecher von „Unsere Kurve“ gegenüber dpa. „Ich hoffe, dass die Vereine die Anträge ablehnen, dann hat man mehr Zeit. Das ist alles viel zu knapp.“

Sogenannte Vollkontrollen an den Eingängen seien auch in der veränderten Fassung nicht kategorisch ausgeschlossen. Auch die mögliche Reduzierung des Kartenkontingents für Zuschauer des Gastvereins lehnen Fangruppierungen ab. Ein Sprecher der Fanorganisation „Pro Fans“ erklärte: „Dieses Sicherheitspapier ist ein Schritt in die falsche Richtung.“

Die Veränderung des DFL-Konzepts und das gewählte Verfahren sind als Reaktion auf die scharfe Kritik und die teilweise vollständige Ablehnung des Konzepts durch die Vereine und einen großen Teil der sogenannten aktiven Fanszene im vergangenen Monat zu verstehen. In den Anträgen sind nun keine „statuarischen Vorgaben bezüglich Vollkontrollen“ oder „Ganzkörperkontrollen“ mehr vorgesehen.

Die DFL weist zudem daraufhin, dass ein „Automatismus“, wonach Fangruppierungen in ihrer Gesamtheit bei „Fehlverhalten“ Einzelner bestraft werden, nicht geplant sei. In der neuen Fassung taucht auch die Formulierung auf, wonach sich der Ligaverband „konsequent“ für den Erhalt der Stehplätze als wichtigen Teil der Fankultur einsetze. Die DFL appelliert „ausdrücklich“ an „Politik, Polizei, aber auch Vertreter der organisierten Fans“ die Diskussion nicht ideologisch, sondern auf Basis der Fakten zu führen.

An diesem Spieltag hatte eine Fan-Initiative aus Protest über das Konzept zu einem bundesweiten Stimmungsboykott in den Stadion für 12 Minuten und 12 Sekunden aufgerufen – als Symbol für den Tag, an dem die DFL das Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ verabschieden will. Der stille, aber vielbeachtete Protest soll an den beiden Spieltagen vor der DFL-Entscheidung wiederholt werden, um die Bedeutung der Fankultur für den deutschen Fußball zu verdeutlichen.

Verschiedene Innenminister haben mit dem Verbot von Stehplätzen und einer Kostenbeteiligung der Vereine für Polizeieinsätze gedroht, falls nicht entsprechende Maßnahmen verabschiedet würden. Am Montag treffen sich die Spitzen der Fußballverbände mit den Innenministern Schünemann und Jäger. Ligapräsident Rauball sagte, Stehplätze seien nicht verhandelbar. „Stehplätze gehören in Deutschland zur Fußball-Kultur.“

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)

29.11.2012, 17:25 Uhr

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