15.03.2007 · Der Spott über die Retrowelle und die konzeptionelle Armut des FC Bayern hat sich längst gelegt. Ottmar Hitzfeld, der sich vor drei Jahren ausgebrannt zurückzog, ist ein grandioses Comeback gelungen. Nun bleibt er bis 2008. Den Münchnern konnte nichts Besseres passieren, meint Michael Horeni.
Von Michael HoreniMan sollte angesichts der Vertragsverlängerung von Ottmar Hitzfeld noch einmal daran erinnern: Es ist gerade einmal sechs Wochen her, dass der strauchelnde FC Bayern lernen musste, nicht nur mit Niederlagen zu leben, sondern auch mit dem Spott über seine Retrowelle. Der verzweifelte Rückgriff der Münchner auf Hitzfeld und seinen Assistenten Henke - das war nicht nur für einen Komödianten wie Harald Schmidt ein buchstäblich lachhaftes Zukunftskonzept. Auch die Fußballbranche und die professionellen Kritiker sahen in der zunächst sprachlos machenden Wiederbelebung eines Duos von gestern vor allem die konzeptionelle Armut des deutschen Fußball-Krösus, man kann schon sagen: die strategische Bankrotterklärung.
Die Vertragsverlängerung 43 Tage später mindestens bis zum Sommer 2008 dürfte indes landauf, landab auf ungeteilten Beifall stoßen. Nach einem völlig missglückten Start hat Hitzfeld die Mannschaft und damit den gesamten FC Bayern in Rekordzeit stabilisiert, wobei die Schwächephase von Schalke, Bremen und Real Madrid zusätzliche Dienste leistete.
Die Bellheim-Story der Bundesliga
Aber der Erfolg von Hitzfeld soll nicht kleingeredet werden, im Gegenteil. Dem Trainer, der sich vor knapp drei Jahren ausgebrannt in die Berge zurückzog, ist ein grandioses Comeback gelungen, das ihm und damit auch den Bayern große Sympathien eingebracht hat. Es ist die Bellheim-Story der Bundesliga. Hitzfeld gehörte schon, man darf das so hart sagen, zum alten Eisen, zu den Leuten, die nicht mehr gebraucht wurden. Ein paar Klubs hatten angefragt, aber Hitzfeld mochte nicht mehr. Obwohl er der erfolgreichste Vereinstrainer des Landes war, genügten knapp drei Jahre, um ihn weithin als Modell von gestern erscheinen zu lassen, unbrauchbar für die heutigen Aufgaben.
Das sagt aber mehr über die verbreiteten Vorurteile, wie Menschen nicht nur in Führungsfunktionen zu funktionieren haben: ohne Pause, immer auf Höchstleistung. Und es sagt auch etwas über die irrige Vorstellung, wie Menschen unweit des Rentenalters ihrer Arbeit nachgehen: wie früher, ohne Interesse und die Fähigkeit, neue Entwicklungen in ihren großen Erfahrungsschatz zu integrieren.
FC Bayern hat Planungssicherheit gewonnen
Hitzfeld ist es gelungen, nicht nur die Profis und die Verantwortlichen des FC Bayern mit seiner neuerworbenen Frische zu beeindrucken. Der alte Hitzfeld, den nicht nur die Spieler erwartet hatten, kam mit neuen Ideen und neuen Methoden an. Er hat an ganz prominenter Stelle gezeigt - ganz gleich, wie weit er die Bayern in dieser Saison noch bringt -, was es mit der Chiffre vom lebenslangen Lernen auf sich hat und welche bisher viel zu oft verschwendeten Potentiale in einer alternden, aber auf Jugendlichkeit fixierten Gesellschaft liegen.
Auch rein sportlich betrachtet kann den Bayern auf dem leergefegten Trainermarkt kaum etwas Besseres passieren, als mit dem international renommierten Hitzfeld in die kommende Saison zu gehen. Die Münchner haben Planungssicherheit gewonnen. Ausländische Stars, die der FC Bayern braucht, kommen nicht, wenn sie nicht wissen, mit welchem Trainer sie es zu tun haben werden. Und am Beispiel von Hitzfeld merken jetzt vielleicht auch die in ihrer Personalpolitik zuletzt erstarrten Bayern, welche Chance im Wandel liegt.
altes vergessenes aber richtiges Prinzip
Sebastian Olbrich (Basti1976)
- 15.03.2007, 17:17 Uhr
Ein Fehler
Philipp Tangerding (Schippe)
- 15.03.2007, 17:31 Uhr
Alter schützt vor Schlauheit nicht
Jörg Beckmann (JLEBeckmann)
- 15.03.2007, 17:56 Uhr
Hitzfeld
Peter Döring (14hpd09)
- 15.03.2007, 19:14 Uhr
Hiotzfeld
Martin Heck (h.martin)
- 15.03.2007, 22:28 Uhr
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |