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Kommentar Danke, Bayern!

 ·  Der einzige Gigant des deutschen Fußballs lässt seine Muskeln spielen, die Liga darf sich freuen. Doch neben den Ausrufezeichen Toni und Ribéry bleiben viele Fragezeichen bei Bayern München. Ein Kommentar von Christian Eichler.

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Der FC Bayern tut endlich was für die Bundesliga. Er gibt sein Geld diesmal nicht allein dafür aus, der nationalen Konkurrenz Spieler wegzukaufen; Spieler, deren Einkauf die Qualität der Liga nicht steigert und häufig auch nicht die der Bayern, denn es ist schon lange her, dass ein Münchner Einkauf in München besser geworden ist – Spieler, deren Einkauf die Bayern nur deshalb stärkt, weil er die Konkurrenz schwächt.

Nein, erstmals gibt der FC Bayern richtig Geld aus, um im Ausland groß einzukaufen, und zwar nicht in der Rubrik günstige Gebrauchte wie bei den Franzosen Lizarazu und Sagnol oder den Holländern Makaay und van Bommel, sondern in der Kategorie Weltstars. Luca Toni und Franck Ribéry standen vor elf Monaten im WM-Finale. Beides sind Spieler von einer Klasse, wie es sie in Deutschland auf ihren Positionen nicht gibt.

Über 50 Millionen vom Festgeldkonto

Solche Zugänge haben seit vielen Jahren nur andere gewagt, aber mangels Mitteln in früheren Karrierephasen, also mit höherem Risiko: die Bremer mit Diego, die Hamburger mit van der Vaart, die Schalker mit Lincoln, zuvor die Leverkusener mit ihren Brasilianern. Die Bayern warteten immer nur ab und warteten, wer groß rauskam, den holten sie sich dann. Da musste schon eine richtig verkorkste Saison her, um auch die Bayern an ihr sagenumwobenes Festgeldkonto zu treiben.

Über 50 Millionen Euro für Neueinkäufe – wohl noch nie hat ein Uefa-Cup-Teilnehmer so groß investiert. Schon ist vom „teuersten Kader aller Zeiten“ die Rede. Das klingt gefährlich. 2002 kamen Ballack, Deisler, Zé Roberto, Vorstandschef Rummenigge sprach vom „besten Kader aller Zeiten“ – und der verabschiedete sich mit dem schlechtesten Resultat aller Zeiten, 2 von 18 möglichen Punkten, aus der Champions League. Anfang 2007 sprach Manager Hoeneß vom „härtesten Trainingslager aller Zeiten“ – ihm folgte eine der schlechtesten aller Rückrunden.

Der Gigant lässt die Muskeln spielen

Die Bayern haben nun zwei Stars, die ihre Spielschwäche in der Offensive beheben dürften; vier weitere Neuzugänge kommen hinzu, vielleicht auch noch Klose. Doch es bleiben Baustellen: die Innenverteidigung; die Apathie, die sich von der Elf auf den Anhang in der architektonisch brillanten, atmosphärisch aber mäßigen Allianz-Arena übertragen hat; vor allem das Fehlen einer Führungskraft wie Effenberg oder Ballack. Wäre der FC Bayern ein Formel-1-Auto, er bekäme nun einen neuen Motor; aber auch Getriebe, Heckflügel und Bremsen müssten mal nachgesehen werden. Und der Fahrer? Ottmar Hitzfeld, der Rückkehrer aus dem Ruhestand, muss beweisen, dass von ihm noch Begeisterungsfähigkeit ausgeht.

Toni und Ribéry, zwei Ausrufezeichen. Aber daneben viele Fragezeichen. Sicher ist nur: Dass der einzige Gigant des deutschen Fußballs nun die Muskeln spielen lässt, ist gut für alle. Eine Saison mit schlechten Bayern, wie die letzte, ist kein Problem, sie trägt zum Unterhaltungswert der Liga bei. Eine zweite oder gar dritte wäre aber gefährlich. Es muss wieder Spaß machen, die Bayern zu sehen. Und es muss wieder Spaß machen, sie verlieren zu sehen. Beides war zuletzt nichts Besonderes mehr.

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Jahrgang 1959, Sportkorrespondent in München.

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