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Koblenz plant Einspruch „Entscheidung lässt jedes vernünftige Maß vermissen“

25.04.2008 ·  Der TuS Koblenz will den Abzug von acht Punkten in der zweiten Bundesliga nicht akzeptieren und die drastische Strafe anfechten. „Das ist ein Strafmaß, das in keinem Verhältnis zum Vergehen steht“, sagte TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos.

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Der Fußball-Zweitligaklub TuS Koblenz will den Abzug von acht Punkten zum Saisonende nicht akzeptieren und die drastische Strafe anfechten. „Wir haben acht Tage Zeit, dagegen Beschwerde einzulegen. Man kann davon ausgehen, dass wir diesen Schritt gehen werden“, kündigte TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos einen Einspruch bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) an.

Vor allem die Höhe der Bestrafung durch die DFL-Geschäftsführung wegen eines Verstoßes gegen die Lizenzierungsauflagen stößt bei den Rheinländern auf Unverständnis. „Es ist niemandem ein Schaden entstanden. Insofern steht der Punktabzug in keinem Verhältnis zu dem, was in der Vergangenheit schon bei anderen Vereinen passiert ist oder derzeit passiert“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Walterpeter Twer. In die gleiche Kerbe schlägt auch Loos: „Das ist ein Strafmaß, das in keinem Verhältnis zum Vergehen steht.“

Anwalt sieht gute Chancen für Verein

Die Koblenzer haben daher den Rechtsanwalt Christoph Schickhardt mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt. Der Jurist sieht gute Chancen für den Verein, das Urteil der DFL-Geschäftsführung zu kippen. „Diese Entscheidung lässt jedes vernünftige Maß vermissen. Sie ist nicht haltbar und wird keinen Bestand haben“, sagte Schickhardt der „Rhein-Zeitung“.

Der Verein sieht sich von der DFL zu Unrecht wegen arglistiger Täuschung bestraft, weil er sich von seinem ehemaligen Geschäftsführer Hermann Gläsner ebenfalls hintergangen fühlt. Gläsner hatte die im Sommer mit den serbischen Profis Marko Lomic und Branimir Bajic abgeschlossenen Transferverträge kurz nach Saisonbeginn bei Nachverhandlungen maßgeblich verändert und dem abgebenden Verein Partizan Belgrad eine wesentlich höhere Transfersumme zugesichert, ohne den Aufsichtsrat des Zweitligaklubs davon in Kenntnis zu setzen.

„Überraschend und unerfreulich“

Die Verträge wurden erst nach der fristlosen Kündigung Gläsners im Dezember 2007 entdeckt und die dort angegebene Transfersumme in Höhe von etwa zwei Millionen Euro umgehend von Sponsoren und dem Aufsichtsrat ausgeglichen. Die Koblenzer erwägen daher eine Schadensersatzklage gegen Gläsner. „Nicht nur die DFL, auch der Aufsichtsrat, die Spieler und die Fans sind getäuscht worden“, sagte Twer.

Die Vereinsführung hofft nun, dass die Mannschaft den Rückschlag schnell verdaut und den drohenden Abstieg verhindert. „Ich bin sicher, dass wir trotz des ungerechtfertigten Strafmaßes die Klasse halten und am Ende noch vor dem 1. FC Kaiserslautern stehen werden“, sagte Twer.

Trainer Uwe Rapolder gab sich vor dem Spiel am Freitagabend beim SC Paderborn ebenfalls zuversichtlich: „Diese Wendung ist überraschend und unerfreulich. Natürlich bedeuten acht Punkte einen Erdrutsch. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir die Situation dank des Teamgeistes unserer Mannschaft meistern werden.“

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