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Klinsmann wird Bayern-Trainer Voller Lust auf neue Abenteuer

Jürgen Klinsmann wird neuer Trainer des FC Bayern München. Den Segen Franz Beckenbauers hat er zwar: Doch der ehemalige Bundestrainer muss in München nicht nur sportlich höchste Erwartungen erfüllen, sondern auch den alltäglichen Kampf mit jenen bestehen, die ihm mit Misstrauen begegnen werden.

© ddp Wird Klinsmann Bayerns Märchentrainer?

Als erstes ein Lächeln. Jürgen Klinsmann kehrte am Freitagnachmittag so zurück, wie er sich vor eineinhalb Jahren von der großen Fußballbühne verabschiedet hat. Konzentriert und entspannt zugleich genoss er den Augenblick, da ihn der FC Bayern München in einem überfüllten Hoteltagungsraum als seinen neuen Trainer von Beginn der Saison 2008/09 an vorstellte. Neben dem früheren Chefcoach der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hatten sämtliche Größen des größten deutschen Vereins auf dem Podium Platz genommen: der Vorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, Manager Uli Hoeneß, Vereinspräsident Franz Beckenbauer und Finanzvorstand Karl Hopfner. Sie alle demonstrierten vollkommene Einigkeit, große Zuversicht und die feste Überzeugung, mit dem 43 Jahre alten Schwaben die richtige Wahl für die kommenden zwei Jahre getroffen zu haben. Fürs erste sorgte der Klub, um den sich im deutschen Fußball seit Jahr und Tag alles dreht, jedenfalls für einen spektakulären Coup, nachdem Trainer Ottmar Hitzfeld dem Verein kurz vor Weihnachten mitgeteilt hatte, seine Mission nach dieser Spielzeit als erfüllt anzusehen.

Roland Zorn Folgen:

Hitzfelds Nachfolger, ausnahmsweise im dunklen Anzug mit hellblau-karierter Krawatte auftretend, gab sich in seinen ersten Statements immer wieder „geehrt, Trainer beim FC Bayern werden zu dürfen“. Als Spieler war er schon einmal für zwei Jahre Angestellter des deutschen Rekordmeisters und Tabellenführers der Bundesliga. Er ging 1997 nicht nur mit guten Gefühlen, nachdem er immer wieder Auseinandersetzungen mit Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, dem langjährigen Platzhirsch der Münchner, auszustehen hatte. Auch mit Manager Hoeneß hatte der als Spieler auch in England (Tottenham Hotspur), Italien (Inter Mailand) oder Frankreich (AS Monaco) erfolgreiche Klinsmann seinerzeit, als der Klub mit ihm einmal deutscher Meister wurde und 1996 den Uefa-Pokal gewann, so seine Reibereien. Das aber gehöre, sagte Klinsmann im Blick zurück, dazu, „wenn man weiterkommen und positive Energien freisetzen will“. Nun wolle er mit den Bayern „das Maximum“ erreichen, denn die „Erwartungen sind hier ganz oben angesiedelt“.

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Das „Nonplusultra“ des deutschen Fußballs

Der Mann, der im Sommer 2004 ebenso überraschend zum deutschen Bundestrainer und Nachfolger des bei der Europameisterschaft 2004 gescheiterten Rudi Völler ernannt wurde, gab sich am Freitag nicht als professioneller Reformer und schon gar nicht als Eiferer. Vielmehr lobte er den Klub, der nun wieder sein Arbeitgeber ist, als das „Nonplusultra“ des deutschen Fußballs und als eine der „sechs bis acht“ internationalen Topadressen. Klinsmann will zwar wie bei der Nationalmannschaft seinen eigenen Betreuerstab mit Fachkräften aus verschiedenen Ländern für die alltägliche Trainingsarbeit mitbringen, um jeden Spieler „individuell zu verbessern“, sprach aber nicht von einem Projekt, das er mit missionarischem Eifer auf den Weg bringen wolle. Dafür ist der mit nationalen und internationalen Titeln gesegnete Klub,, bei dem er aufs Neue angeheuert hat, eine in Deutschland zu mächtige Institution.

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