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Klaus Allofs im Gespräch : „Wir zahlen keinen Wolfsburg-Aufschlag“

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„Wir werden nicht immer alle Menschen überzeugen können“: Klaus Allofs Bild: dpa

13 Jahre stand Klaus Allofs in Diensten von Werder Bremen. Jetzt soll er den VfL Wolfsburg reformieren. Im F.A.Z.-Interview spricht der Sportdirektor über hohe Gehälter, Pep Guardiola und das Image der Wolfsburger.

          8,2 Millionen Euro Grundgehalt für Diego - sind Sie nicht vom Stuhl gefallen, als diese Summen veröffentlicht wurden?

          Ich kenne die richtigen Zahlen. Ich wundere mich dabei nur, wie aus Spekulationen Wahrheiten werden. Das geht heute sehr schnell. Tatsächlich hat niemand die Verträge gelesen. Dass aber über die Verhältnisse in Wolfsburg spekuliert wird, überrascht mich nicht. Die Zahlen in der Spitze für Spieler mit hoher Qualität halte ich jedoch nicht für außergewöhnlich. Die findet man nicht nur beim Blick nach München, sondern auch bei zahlreichen anderen Klubs. Das sind Summen, die im Fußball bezahlt werden - und nicht nur in Wolfsburg, weil Volkswagen dahinter steht. Dass wir in Wolfsburg mit dieser finanziellen Entwicklung gerade in den letzten Jahren nicht zufrieden sind, ist aber auch ganz klar. Vor allem im mittleren Bereich sind zu hohe Gehälter an zu viele Spieler gezahlt worden.

          Sie sind lange im Geschäft: Solche Gehälter und 40 Spieler unter Vertrag - wie ist das möglich?

          Indem verschiedene Verantwortliche mehr kaufen als verkaufen. Die Idealgröße eines Kaders sieht sicher anders aus. Das ist eine Sache, die wir angehen müssen, aber darum dreht sich nicht unser ganzes Handeln.

          Sie haben nun immer noch 40 Spieler auf der Gehaltsliste, und abwanderungswillig sollen manche trotz geringer sportlicher Perspektive nicht sein - weil das Konto stimmt. Klingt nach einer teuren Erblast.

          Stopp, Stopp. Hier wird immer behauptet, unseren Kader zu reduzieren, sei unser größtes Problem. Das ist es nicht. Wir haben 32 Spieler mit ins Trainingslager genommen, weil wir überzeugt sind, dass es gute Profis sind, die ihren Job gut machen. Ein solcher Profi will eine Perspektive sehen und spielen können. Alle Spieler waren motiviert - und sie waren froh, dass sie ernst genommen werden und dem neuen Trainer zeigen konnten, was sie können. Bisher gibt es keinen, der gesagt hat: Ich bleibe hier und rühre mich nicht von der Stelle. Bei uns wird es aber auch nicht passieren, dass ein Spieler irgendwohin gegen seinen Willen abgeschoben wird.

          Wie lange werden Sie brauchen, um den VfL Wolfsburg, was das Personal angeht, wieder auf einen Stand zurückzuführen, der den üblichen Gepflogenheiten der Branche entspricht?

          Der Kader ist arbeitsfähig, das haben wir schon bewiesen. Wir sprechen von einer Idealsituation, die wir anstreben. Das wird ganz sicher zwei, drei Transferperioden dauern. Es hängt auch davon ab, was wir in dieser Zeit auf dem Transfermarkt einkaufen. Wir haben ja jetzt auch Ivan Perisic geholt, um unsere Mannschaft weiterzuentwickeln. Wir werden aber schon eine höhere Fluktuation haben, als ich sie in der Vergangenheit in Bremen hatte.

          Angetreten sind Sie mit dem Auftrag und dem Wunsch, das Image des VfL Wolfsburg zu verbessern. Sie selbst haben Werder während der Saison verlassen, dann haben Sie dem Konkurrenten Nürnberg mitten in der Saison Trainer Dieter Hecking abgeluchst. Fürchten Sie, dass das Image des Klubs auf Sie abfärben könnte?

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