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Pep und die vierte Offizielle : Guardiolas Kontrollverlust bleibt ohne Folgen

Oberlehrer statt Gentleman: Pep Guardiola fiel aus der Rolle Bild: AP

Hämisches Handschütteln, sarkastisches Klatschen, distanzloser Schulterschluss: Guardiola benahm sich gegenüber Bibiana Steinhaus respektlos. Und hatte Glück, denn das Berühren eines Offiziellen ist verboten.

          Es war die bisher unsouveränste Aktion, die sich Pep Guardiola in der Fußball-Bundesliga geleistet hat. In der Nachspielzeit in Mönchengladbach hatte den Bayern-Trainer die Verzögerung durch eine Verletzung so erbost, dass er bei der Vierten Offiziellen, Bibiana Steinhaus, mit Nachdruck um einen Nachschlag zu den angezeigten drei Zusatzminuten ersuchte. „Aber sie sagte: Nein, das machen wir nicht“, so begründete Guardiola später seinen folgenden Kontrollverlust, der dennoch völlig übertrieben erschien. Hämisch schüttelte er ihre Hand und entfernte sich mit sarkastischem Beifall.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Kurz danach, als Granit Xhaka abermals behandelt werden musste, stürmte Guardiola wieder zu der Vierten Offiziellen und legte ihr, mit der Rechten gestikulierend, die Linke auf die Schulter, wo sie die Polizeikommissarin aber umgehend entfernte. „Respektlos“ nannte der frühere Bundesliga-Trainer Ewald Lienen Guardiolas Verhalten bei „Sky90“: „Sie hat klasse reagiert, so wie sie ihn abgeschüttelt hat.“

          Im Spiel bei Borussia Mönchengladbach näherte er sich der vierten Offiziellen gar zu sehr

          Tatsächlich gab es für Guardiola keinen Grund zur Klage. Xhaka hatte sich ernsthaft verletzt, es wurde ein Bänder- und Kapselriss diagnostiziert. Die durch die Behandlung verlorene Zeit wurde komplett nachgeholt, Schiedsrichter Felix Zwayer ließ mehr als zwei Minuten länger spielen als zunächst angezeigt. Und auch über die Würdigung seines Wutanfalls kann der Katalane sich nicht beschweren. Obwohl das Berühren eines Offiziellen verboten ist und mit Verweis auf die Tribüne sowie folgender Geldstrafe oder Sperre geahndet werden kann, blieb Guardiola vor einer Strafe verschont.

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