Home
http://www.faz.net/-gtn-vy76
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Ivan Klasnic Nach dem Comeback zurück in den Wartestand

25.11.2007 ·  Mit dem 2:0 in Cottbus festigte Bremen seine Position als erster Bayern-Jäger. Wichtiger aber war das beispiellose Comeback von Ivan Klasnic nach seiner Nierentransplantation. Doch gegen Real Madrid am Mittwoch muss Werder auf den Kroaten verzichten.

Artikel Bilder (7) Lesermeinungen (0)

Nach dem mutmachenden Comeback muss Ivan Klasnic wieder zurück in den Wartestand. Doch die Sensationsrückkehr, zwei Tore in Cottbus und die Vorfreude auf Real haben die Großwetterlage beim SV Werder wieder stabilisiert. Trotz der hart bestraften Trainings-Prügelei zwischen Boubacar Sanogo und Carlos Alberto bleiben die Bremer mit einem 2:0 (1:0) bei Schlusslicht Energie Cottbus die Bayern-Jäger Nummer eins in der Fußball-Bundesliga.

„Das hat für uns keine große Rolle gespielt“, erklärte Manager Klaus Allofs nochmals zu den suspendierten Streithähnen, die sich am Sonntag wieder zum Mannschafts-Training melden durften. „Alles andere werden wir sehen“, meinte Chefcoach Thomas Schaaf im Hinblick auf seinen Kader für den Champions-League-Hit am Mittwoch gegen Madrid.

Klaus Allofs: „Man kann sich im Leben irren“

Der Bremer Hauptdarsteller des 14. Spieltages allerdings wird gegen Real definitiv fehlen - Rückkehrer Klasnic wurde von Werder bei der Europäischen Fußball-Union Uefa gar nicht für die Gruppenphase der Königsklasse gemeldet. „Vor einem halben Jahr hat noch niemand damit gerechnet, dass Ivan zurückkommt“, sagte Kollege Tim Borowski. „Ich war positiv überrascht, dass es auf diesem Niveau schon geht“, meinte Allofs und schloss an: „Man kann sich im Leben irren. Aber wir sollten uns einfach freuen, dass er wieder spielt.“

Klasnic selbst konnte seine Europacup-Nichtberücksichtigung erst gar nicht verstehen: „So viele Spieler haben wir doch gar nicht.“ Trainer Schaaf will seinen Stürmer, der mit einem speziellen Schutzgürtel antrat, behutsam wieder heranführen. Schließlich hatte der 27-jährige Kroate wegen seiner schweren Verletzung 342 Tage nicht in der Bundesliga gespielt. Sein Comeback mit einer Spenderniere ist im deutschen Profifußball beispiellos.

„Wir haben gemerkt, dass Ivan ungeduldig ist“

„Von totalem Optimismus bis zu totalem Pessimismus gab es alle Meinungen“, erinnerte Allofs an die kritischste Zeit. Die Niere seiner Mutter wurde abgestoßen, erst die zweite Transplantation des Organs seines Vaters im März lief erfolgreich. „In elf Monaten hatte ich viele Qualen. So ein Spiel ist da das kleinste Problem“, kommentierte Klasnic sein Comeback. Alle Zweifler habe er mit dieser Rückkehr mundtot gemacht, „es ist wie ein Traum“, ließ Klasnic in der Lausitz nur kurz einen Einblick in sein Innenleben zu.

Als die Kameras zum ersten Interview nach all den Qualen angingen, schienen alle düsteren Gedanken abzufallen: „Es war einfach nur schön. Man kann es erreichen, wenn man den Willen hat.“ Dann zeigte sich Klasnic ganz als Profi: „Ich muss mich wieder etablieren in der Mannschaft, muss Gas geben, auch wenn ich weniger spielen sollte.“ Schaaf, der beim Frühstück vor der Partie in Cottbus die Comeback-Nachricht verkündet hatte, blieb vorsichtig: „Wir haben schon gemerkt, dass Ivan ungeduldig ist. Aber man muss sehen, wie weit ist er und was kann man ihm zumuten.“

„Er hat gezeigt, dass er die Bundesliga angenommen hat“

Ein Risiko bleibt. Der Kroate hatte am 17. Dezember 2006 sein letztes Bundesligaspiel für den SV Werder bestritten, bevor er wegen seiner schweren Erkrankung um die Fortsetzung seiner Karriere bangen musste. „Ich finde es toll. Ivan ist jemand, der unserem Spiel gut tut“, sagte Allofs. Schon beim 2:0 gegen sich hartnäckig wehrende Cottbuser zeigte Klasnic in seinen 64 Einsatz-Minuten einige gute Aktionen, wenn auch mit Steigerungsbedarf. Wichtig sei erst einmal: „Er hat gezeigt, dass er die Bundesliga wieder angenommen hat“, so Schaaf.

Der Favorit benötigte vor 14.685 Zuschauern im Stadion der Freudschaft allerdings erst einen umstrittenen Elfmeter, um durch das siebente Saisontor von Diego (63. Minute) in die Erfolgsspur zu kommen. Beim 2:0 des eingewechselte John Jairo Mosquera (83.) war der Widerstand der tapferen Cottbuser (weiter nur acht Punkte) schon gebrochen.

Energie Cottbus - Werder Bremen 0:2 (0:0)
Cottbus: Tremmel - da Silva, Mitreski, Cvitanovic, Ziebig - Angelow, Rost - Rivic (67. Aloneftis), Skela, Sörensen - Kioyo (58. Rangelow)
Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Jensen, Baumann, Borowski (80. Vranjes) - Diego - Klasnic (64. Harnik), Rosenberg (77. Mosquera)
Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 14.685
Tore: 0:1 Diego (63./Foulelfmeter), 0:2 Mosquera (83.)
Gelbe Karten: Cvitanovic (3) / Rosenberg (3), Mertesacker (2), Wiese (1)

Quelle: FAZ.NET
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   34  55   81 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   34  55   73 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   34  30   64 Gleichheit zur Vorwoche
4.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   34  25   60 Gleichheit zur Vorwoche
5.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   34  8   54 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   34  17   53 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   34  -4   48 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   34  -13   44 Gleichheit zur Vorwoche
9.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   34  -9   42 Gleichheit zur Vorwoche
10.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   34  -11   42 Gleichheit zur Vorwoche
11.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   34  -6   41 Gleichheit zur Vorwoche
12.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   34  -16   40 Gleichheit zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   34  -4   39 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   34  -13   38 Verbesserung zur Vorwoche
15.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   34  -22   36 Verschlechterung zur Vorwoche
16.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   34  -26   31 Verbesserung zur Vorwoche
17.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   34  -36   30 Verschlechterung zur Vorwoche
18.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   34  -30   23 Gleichheit zur Vorwoche
Ergebnisse, Tabellen und Statistik