11.01.2009 · Der schwierigste Job der Bundesliga ist zu vergeben: Der Nachfolger von Uli Hoeneß beim Rekordmeister FC Bayern München wird gesucht. Im Interview mit der Sonntagszeitung spricht der Bayern-Manager über seinen Nachfolger, gefüllte Kassen in München und das Ende des Größenwahns in England.
Der schwierigste Job der Bundesliga ist zu vergeben: Der Nachfolger von Uli Hoeneß beim Rekordmeister FC Bayern München wird gesucht. Im Interview mit der Sonntagszeitung spricht der Bayern-Manager über seinen Nachfolger, gefüllte Kassen in München und das Ende des Größenwahns in England.
Der schwierigste Job der Bundesliga wird vergeben: Nachfolger von Uli Hoeneß beim Rekordmeister FC Bayern. Was können Sie Interessenten sagen?
Für die einen ist es der schwierigste, für die anderen der leichteste Job. Fest steht: Wenn man gut, tüchtig und fleißig ist, kann es ein leichter Job werden. Wenn nicht, wird er schwer.
Glauben Sie nicht, dieses gewaltige Erbe könnte den einen oder anderen guten Kandidaten abschrecken?
Ich will keinen Klon von Uli Hoeneß. Ich bin ganz sicher, dass wir alle, die wir haben wollen, auch bekommen können.
Aber funktioniert der FC Hoeneß ohne Hoeneß?
Damit sollte man nicht spaßen. Der Verein ist mein Leben und meine Leidenschaft und hat mir einen Aufstieg ermöglicht, der für mich als kleiner Metzgerbub jenseits aller Vorstellungen lag.
Was erwartet Ihren Nachfolger?
Ich werde jedem Nachfolger von mir, ob es ein erfahrener oder unerfahrener ist, mit Rat und Tat zur Seite stehen. Derjenige, der zu den Bayern kommt, hat den irren Vorteil, dass im Hintergrund kein Uli Hoeneß auf ihn wartet, der darauf hofft, dass alles schiefgeht, damit sein Stern der vergangenen 30 Jahre kräftig weiterleuchtet. Ich gehe nicht in Pension. Ich werde weiterhin jedes Wochenende für unseren Erfolg da sein und die Geschicke des Vereins sehr aktiv bestimmen. Ich werde eng am Team sein.
Das ist ja gerade das Problem. Vielleicht werden Sie so großen Einfluss auf Ihren Nachfolger ausüben, dass sich dieser nicht entfalten kann mit seinen neuen Ideen.
Ich habe doch bei meiner Wurstfabrik in Nürnberg gezeigt, wie gut es funktionieren kann. Die führt mein Sohn seit sechs Jahren mehr oder weniger allein. Und er hat sich prima entwickelt. Damals hat auch jeder gesagt: Der arme Sohn, der wird jetzt vom Vater gegängelt und hat nichts zu sagen. Das Gegenteil ist der Fall.
Aber kein anderer Fußballverein ist so sehr von einer Person geprägt worden. Der FC Bayern ist Ihre Erfindung.
Meine Wurstfabrik auch. Da beschäftigen wir zwischen 200 und 250 Mitarbeiter. Das ist keine Klitsche. Es ist natürlich wichtig, für meine Nachfolge jemanden zu finden, der Klasse hat. Wenn er die nicht hat, wird er mit mir Probleme kriegen. Mittelmaß und mangelnden Ehrgeiz lehne ich ab. Diesen Druck muss er aushalten. Zuzuschauen, bis die Mannschaft in vier Jahren mal in den Uefa-Pokal kommt, diese Zeit wird mein Nachfolger nicht haben.
Wer könnte für diese Position in Frage kommen?
Ich werde keine Namen nennen.
Einige sind schon öffentlich diskutiert worden: Klaus Allofs, Oliver Bierhoff, Oliver Kreuzer oder Christian Nerlinger. Oliver Kahn hatten Sie vor einigen Jahren selbst ins Gespräch gebracht. Wäre er weiterhin ein guter Kandidat?
Ich habe einmal den Fehler gemacht, einen Namen ins Gespräch zu bringen. Diesen Fehler wiederhole ich nicht. Kein Kommentar. Ich kann sagen, dass ich über meine Nachfolge eine ziemlich klare Vorstellung habe und mit dem Aufsichtsrat weitestgehend einig bin, wie wir das angehen. Jetzt hat die Suche begonnen, und ich werde einen Teil meiner Zeit dafür aufwenden. Nach dem holprigen Saisonbeginn musste ich ja erst noch mithelfen, den FC Bayern wieder auf die Spur zu bringen. Das ist gelungen. Jetzt wird die Zukunft geplant.
Was halten Sie von einer Managerlösung mit Trainer Klinsmann? Er hat sich jetzt eingearbeitet und könnte weitere Kompetenzen erhalten.
Wir sehen doch jetzt in Wolfsburg, wie Felix Magath schon wieder versucht, das Rad zurückzudrehen. Die Doppelbelastung als Trainer und Manager ist nicht einfach zu bewältigen. Deshalb wird dies bei Bayern sicherlich keine Lösung sein. Einen Trainer und Manager Klinsmann wird es nicht geben.
Sie sind lange nicht im Rentenalter und erscheinen unvermindert kämpferisch. Warum machen Sie eigentlich nicht einfach weiter?
Ich habe doch gesagt: Uli Hoeneß wird nach dem 31. Dezember 2009 die Zusammenarbeit mit dem FC Bayern nicht beenden und weiterhin sehr, sehr aktiv mitwirken
Könnte sich der Wechsel zu Ihrem Nachfolger verzögern, wenn den FC Bayern die Wirtschaftskrise stark träfe?
Im Moment sieht es nicht so aus, als könnte der FC Bayern von der Krise tangiert werden. Wir warten mal ab, was da im Moment passiert und planen ganz normal weiter. Ich könnte jederzeit nachhelfen.
Aus Unternehmersicht müssten diese Krisenzeiten doch eine besondere Herausforderung und sehr interessant sein für Sie.
Absolut. Vor allem, weil wir als FC Bayern jetzt in einer Situation sind, in der wir agieren können und nicht immer nur reagieren müssen auf die anderen. Wir brauchen nicht einen Investor oder die Banken zu fragen, wenn wir uns verstärken wollen, und sind in der Lage, aus dem Vollen zu schöpfen. Wir haben optimale Bedingungen und gefüllte Kassen. Wir werden aber sehr vorsichtig sein und die Lage genau beobachten.
Wird die Wirtschaftskrise schwerere Auswirkungen auf den Fußball haben als gedacht?
Nehmen Sie in England zum Beispiel West Ham United mit dem isländischen Investor, der sein Geld verloren hat. Da gehen die Lichter aus, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und in Liverpool wird ein Stadion nicht gebaut. Das ist doch nur der Anfang. Die Banken finanzieren diesen ganzen Wahnsinn nicht mehr. Wenn fast jeder Transfer von der Kreditabteilung bewerkstelligt wird, geht das irgendwann nach hinten los. Ich rechne damit, dass in den starken ausländischen Ligen das Segment von Platz drei oder vier abwärts in große Schwierigkeiten kommt. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich der Größenwahn in England, Italien oder Spanien nicht mehr durchhalten lässt. Das würde uns in Deutschland helfen. Der deutsche Fußball mit Vereinen wie Bayern München, Hoffenheim, Bremen oder anderen, die immer gut gewirtschaftet haben, sollte von der Situation profitieren. Wir müssen nicht bei jedem Transfer eine Bank fragen – das wird der entscheidende Punkt sein.
Also werden die Bayern bald Chelsea, Liverpool oder Real Madrid die besten Spieler wegschnappen?
Ich finde nicht, dass wir wahnsinnig viele Spieler kaufen sollten. Wir müssen abwarten und unser Team sich entwickeln lassen. Ich glaube, dass die anderen, die jedes Jahr Hunderte von Millionen ausgegeben haben, um ihre Mannschaft zu verstärken, in den nächsten Jahren ziemlich nachlassen werden. Die Distanz zu denen wird sich verkleinern. Hier sehe ich die große Chance für den deutschen Fußball und speziell die Spitzenvereine.
Über diese Wunschvorstellung wird ein Abramowitsch amüsiert lächeln und bald vielleicht Franck Ribéry das doppelte Gehalt bieten.
Mal abwarten. Ich höre Gerüchte, sein Klub stünde zum Verkauf. Angeblich für einen Euro. Wenn man aber 800 oder 900 Millionen Euro Schulden übernehmen muss, wird es schwierig sein, jemanden zu finden. Bei den Spielern in England ist auch schon Wehklagen zu vernehmen wegen des schwachen Pfunds, das 30 Prozent an Wert verloren hat. Die meisten werden ja in Pfund bezahlt und haben jetzt ziemliche Einbußen.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |