24.11.2009 · Fünf Spielzeiten lang hat Friedhelm Funkel die Frankfurter Eintracht betreut - und zuletzt viele Schmähungen ertragen müssen. Seit Oktober trainiert er die Berliner Hertha, die am Samstag auf die Eintracht trifft. Ob er Interesse an Korkmaz oder Köhler hat, sagt er im Interview.
Fünf Spielzeiten lang hat Friedhelm Funkel die Frankfurter Eintracht bereut - und sich zuletzt viele Schmähungen gefallen lassen müssen. Seit 3. Oktober trainiert er die Berliner Hertha, die am Samstag auf die Eintracht trifft. Wie er die derzeitige Situation der Frankfurter beurteilt und ob er sich für die Spieler Korkmaz und Köhler interessiert, sagt er im folgenden Interview.
Wie geht es Ihnen in Berlin?
Persönlich geht es mir richtig gut. Aber sportlich sind die Probleme größer als gedacht. Ich habe zwei, drei Wochen gebraucht, um allen klarzumachen, um was es geht. Dabei genügt ein Blick auf die Tabelle, um zu sehen, dass es nur darum gehen kann, den Abstieg zu vermeiden. Inzwischen hat es die Öffentlichkeit verinnerlicht, wir spüren in der Stadt eine große Solidarität. Und die Mannschaft ist seit einiger Zeit auf einem guten Weg. Was uns fehlt, ist ein Sieg in der Bundesliga. Gegen Köln hätten wir es schaffen können, in Stuttgart waren wir nahe dran.
Und jetzt kommt ausgerechnet die Eintracht.
Ja, das ist schon ein ganz besonderes Spiel für mich, aber auch für die Hertha. Sie wissen, dass ich selten davon spreche, dass ein Spiel unbedingt gewonnen werden muss. Aber diesmal ist es so: Wir müssen die Eintracht schlagen.
Das alleine wird aber noch nicht helfen.
Doch, ein Sieg würde uns ein großes Stück weiterhelfen. Die Spieler brauchen das fürs Selbstvertrauen. Deshalb habe ich auch von Anfang an gesagt, dass wir in der Euroleague nichts zu verschenken haben. Dort haben wir in Heerenveen gewonnen, und das hat der Mannschaft einen Schub gegeben. In der Bundesliga gibt es noch genügend Spiele, um wieder ranzukommen. Es gibt ja Beispiele, dass Mannschaften, die am Ende der Vorrunde nur zehn, elf Punkte hatten, doch dringeblieben sind. Der Eintracht ist das, glaube ich, auch mal gelungen.
Worin liegt aus Ihrer Sicht die Besonderheit in der bevorstehenden Partie gegen Frankfurt?
Es werden viele Emotionen im Spiel sein. Ich habe von 2004 bis Sommer dieses Jahres in Frankfurt gearbeitet und nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich mich rundherum wohl gefühlt habe. Wir haben gemeinsam viel erreicht: Vorstand, Trainer und Spieler. Und es gibt natürlich noch viele Verbindungen. Ich war in den vergangenen Monaten immer mal wieder in Frankfurt. Nur in diesen Tagen ruhen die Kontakte. Bis nächste Woche habe ich auch noch eine Wohnung in Frankfurt; ich habe sie aber zum 1. Dezember gekündigt.
Haben Sie Kontakt zu Ihrem Nachfolger Michael Skibbe?
Bisher nicht. Michael wollte mich anrufen, aber dazu ist es nicht gekommen. Aus früheren Zeiten haben wir ein sehr gutes Verhältnis.
Sehen Sie mit Befriedigung, dass die Eintracht aktuell mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat wie im letzten Jahr unter Ihrer Regie?
Nein, ich verspüre keine Genugtuung. Diesen Charakterzug habe ich nicht. Die Eintracht spielt das, was sie kann. Und sie steht, wo sie stehen kann. Sie macht gute Spiele und schlechte Spiele. Und sie wird am Ende zwischen Platz neun und dreizehn einlaufen. Das kann doch keinen wirklich überraschen.
Aber es hat nicht wenige gegeben in Frankfurt, bis in die höchsten Gremien des Klubs hinein, die gesagt haben, wenn nur der Trainer weg ist, wird alles besser.
Na ja, aber das waren doch Leute, die nicht ganz so viel vom Fußball verstehen. Es konnte niemand erwarten, dass die Eintracht jetzt atemberaubender oder spektakulärer spielt. Das gibt der Kader einfach nicht her. Aber damit es keine Missverständnisse gibt: Die Eintracht hatte und hat eine tolle Mannschaft mit tollen Charakteren.
Es gibt Meldungen, Sie würden sich als Berliner Trainer für Ihre ehemaligen Spieler Ümit Korkmaz, Markus Steinhöfer und Benjamin Köhler interessieren. Was ist da dran?
Nichts. Wir suchen einen Innenverteidiger und einen Stürmer. Das sind weder Ümit noch Steini oder Benny. Alle drei sind gute Jungs, die die Qualität haben, in der Bundesliga zu spielen. Ich zähle da auch Mehdi Mahdavikia dazu. Ohne diese Spieler wären wir in der letzten Saison abgestiegen. Aber Hertha sucht auf anderen Positionen.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |